So isser, der Mensch: Er vermutet hinter allem, was ihm gesagt oder vorgesungen wird, einen Sinn. Und zwar auch dann, wenn er etwas nicht richtig versteht und sich eigentlich im ersten Moment keinen Reim drauf machen kann -- sei es, weil er einer Fremdsprache, z.B. des Englischen, nicht so recht mächtig ist, sei es, dass die eigene Muttersprache ihm verkehrt herum ins Gehör steigt, sei es, dass ihm ein Wort spanisch vorkommt... Der flüchtige Ton ist für so manchen herrlichen Verhörer gut.
In allen Fällen hat man's also mit einem kruden phonetischen Lautkonglomerat zu tun, dessen Sinn man sich nun irgendwie auf Teufel-komm-raus rekonstruiert. Egal ob es um russische Soldaten geht, die martialisch die "Wurscht" zu besingen scheinen, sei es der "Erdbeerschorsch", der in die Schule kommen wird, um alle zu "filmen" -- oder sei es der von wahrhaft poetischer Größe zeugende titelgebende "weiße Neger Wumbaba", dessen Ursprung ich hier nicht verraten will. Nur soviel: Er ist hinreißend und übertrifft die Poesie des O-Textes um Längen!
Axel Hacke hat all diese Verhörer fleißig gesammelt, hat auch einschlägige Literatur und Internet-Sites durchforstet, und nicht zuletzt viele Leserzuschriften berücksichtigt; fast alle Beispiele, die er hier in amüsantem Stil darbietet, sind auf wunderbar surreale Weise komisch -- und regen dazu an, in den eigenen Gedächtnis-Schubladen herumzukramen. Ich erinnere mich an meine Interpretation eines wohlbekannten amerikanischen Weihnachtsliedes als "Schinke[n]pelz"...
Ein Übriges tun Michael Sowas kongeniale Illustrationen -- ja, genau so stellt man sie sich vor, die Erdbeerschorschs, die Rentier-Grabmale, die Dabesins, die Mutter Weinezehr und die missverstandenen Kinderlieder, die jeden Splatter-Movie locker übertreffen. Und dann natürlich der politisch nicht ganz korrekt benannte Herr, der dem Buch -- zu Recht! -- seinen Titel gab.
Wie schön, dass man nicht alles so versteht, wie's gemeint war!