Bevor ich mich auslasse über einen Kultfilm, über den schon alles gesagt ist die Frage: wie kommen einige Strategen auf die glorarme Idee, ein Meisterwerk wie Jaws durch eine ebenso unnötige wie miserable Neusynchronisation abzuwerten, wie bei der 30-Jahre-Edition der Fall? Würden diese Banausen auch der Mona Lisa einen Schnurrbart anmalen, Beethoven rückwärts spielen oder Kafka zur Komödie umschreiben?
Da ich glaube, die Antwort lautet ja, will ich mich auf die Gott sei Dank in meinem Besitz befindliche Urversion von Jaws beschränken, die von den cineastischen Bilderstürmern verschont wurde. Wirkt der eingesetze Hai aus heutiger Sicht doch etwas sehr "puppig" und unecht, vermögen Geschichte und Darsteller auch nach so vielen Jahren noch immer aufs Neue zu begeistern. Ich weiß noch gut aus der Erinnerung, dass in den 70ern - als der Film frisch erschienen war - so mancher nach Jaws nicht mal mehr in den eigenen Swimmingpool ging, geschweige denn ins Meer. So tiefe Ängste weckte Spielbergs Meisterwerk. Ein Bad in offener See wurde zeitweise dem Selbstmord gleichgesetzt. Was ein Movie alles auslösen kann...
Wie es sich für ein zeitloses Meisterwerk gehört bietet Jaws viele Elemente, die schon lange Kultstatus innehaben. Allen voran der tolle suggestive Soundtrack von John Williams, aber auch Filmzitate wie "we need a bigger boat" oder das Filmplakat, das sicher jeder kennt. Jaws gehört ohne jeden Zweifel in jede DVD-Sammlung, sei sie auch noch so klein. Aber nur in der Originalfassung, denn Red River würde Sie sicher auch irritieren wenn John Wayne plötzlich wie Mickey Mouse spricht.