Die 3 1/2 Sterne, die das System nicht zulässt, vergebe ich hiermit in Worten.
Wer nach diesem Buch greift, darf sich auf einen sprachlich anspruchsvollen, teilweise sehr packenden, alles in allem: mehr als nur "befriedigenden" Krimi freuen.
Negativ muss ich anmerken, dass mir Raupachs nüchterne Art zum Teil etwas zu langweilig war - andererseits wiederum macht gerade das ihn zu einem vermutlich authentischen Kommissar. Kein schrullig-gewitzter Columbo, kein Frauenschwarm à la Inspektor Linley - Raupach ist ein Alltagsmensch, wie er einem TV-Tatort entsprungen sein kann.
Weiters haben mich die zwinschenmenschlichen Beziehungen in diesem Buch nicht ganz überzeugt - Beziehungen, die in Brüche gegangen sind, aber dann doch wieder funktionieren, das hat in einem Krimi von diesem Niveau nicht wirklich etwas verloren. Überhaupt fand ich einige der privaten Dialoge zwischen den Polizei-Kollegen nicht besonders passend.
Diese zwei Kritikpunkte ausgeschlossen ist "Der vierte Mörder" aber absolut lesenswert und fürwahr einer der unterhaltsamsten Kriminalromane, die ich in den letzten Monaten in die Hände bekommen habe. Was Kastura auszeichnet, sind insbesondere die kleinen Sätze zwischendurch, deren Inhalte plötzlich einsickerten .. und mich innehalten ließen.
Kastura ist definitiv kein typischer Krimiautor, dem es nur um schnelle Spannung geht - dieser Mann kann beschreiben und schafft hier eine absolut glaubwürdige Atmosphäre. Man schließt dieses Buch, geht hinaus und nimmt heute mal lieber den Bus, statt der U-Bahn.