Es stimmt, "Der verschollene Planet", der sechzehnte Band der "Das Erbe der Jedi-Ritter"-Reihe bringt die Gesamtgeschichte nicht viel weiter. Er beschränkt sich widerum hauptsächlich auf zwei Handlungsstränge, der Falke, die Zwillingssonnenstffel und die Pride of Selonis auf Bakura und die Mission der Jadeschatten mit samt imperialem Kontingent in den unbekannten Regionen. Hinzu kommen noch einige wenige Stellen, die den Fortschritt von Nom Anors Ketzerbewegung auf Yuuzhan tar dokumentieren. Es ist also genau das gleiche Schema wie in Band fünfzehn, "Die Ruinen von Coruscant". Das die Handlung trotzdem spannend bleibt liegt hauptsächlich am "Bakura-Plot" und dem geschickt konstruierten Verwirrspiel um die dortige Situation. Die Actionszenen sind eher spärlich gesäht und das Buch bleibt weitestgehend humorlos.
Der zweite Band der "Force Heretic"-Trilogie lässt sich mal abgesehen von der Handlung also ungefähr genauso beschreiben wie "Die Ruinen von Coruscant"; der Schreib- und Erzählstil der beiden Autoren, Sean Williams und Shane Dix, ist (selbstverständlich) der Gleiche und der Plot ist ebenfalls änlich aufgebaut; witzige, actiongeladene und spannungsreiche Momente sind ähnlich verteilt; Layout - keine Kapitel als solche - und Länge - rund 460 Seiten - ähneln genauso Band fünfzehn wie die Schlüsselcharaktere.
Der Inhalt lässt sich stark verienfacht also in folgende drei Handlungsstränge einteilen:
Im ersten geht es abermals um Leia, Han, Jaina und Jag, die auf den Vorschlag des anonymen Ryn, der sie im vorigen Band auf Galantos rettete, nach Bakura reisen, um den Grund für die Kommunikationsunterbrechung zu erfahren. Es stellt sich heraus das die Bakuraner ein Bündnis mit alten Feinden anstreben, den P w eck, die als Sklaven der Ssi-ruuk vor mehr als zwanzig Jahren Bakura angegriffen hatten. Nun behaupten sie nach einer Revolte die Macht von ihren alten Herren erobert zu haben und dass sie ein friedliches Bündnis mit den Bakuranern anstreben. Doch können die misstrauisch beäugten Allianz-Vertreter ihren alten Feinden trauen. Überschattet wird diese Frage auch von einer Regierungskrise: Es gab immer wieder Anschläge militanter Organisationen und vor kurzem wurde Premierminister Cundertol auf mysteriöse Art und Weise entführt. Beschuldigt wird die untergrundorganisation "Freiheit", deren Anführerin Malinza Thanas, deswegen verhaftet wurde. Auch Tahiri benimmt sich zunähmend merkwürdig und auch der stellvertretende Premierminister spielt eine (zunächst) rätselhafte Rolle...
Die andere Expedition unter der Leitung von Luke, der unter anderem von Mara, Jacen, Saba, Danni und einer imperialen Abordnung begleitet wird, ist unterdessen in die unbekannten Regionen aufgebrochen, um den lebenden Planeten Zonama Sekot zu finden, der einen wichtigen Schlüssel zur Beendigung des Krieges gegen die Yuuzhan Vong darstellen könnte. Die Suche erweist sich aber als äußerst schwierig und so nehmen sie die zurückhaltende Hilfe der Chiss gerne an, die sie nach Csilla einladen um über eine Reiseerlaubnis für die unkannten Regionen und Einsicht in die Expeditionsbibliothek der Chiss zu verhandeln.
Zudem setzt das Buch - allerdings in erheblich geringerem Maße als sein Vorgänger - den Plot um Nom Anor fort, der als Prophet der Beschämten Fortschritte bei seiner Verbreitung der Botschaft macht.
Das Buch arbeitet die ganze Zeit über auf das spannende, wendungsreiche Finale zu und vernachlässigt es auf den ersten 200 Seiten deshalb ein ums andere Mal den Leser bei Laune zu halten, denn Action und Humor lassen sich in diesen Passagen eher selten finden. Die Dialoge sind nicht gerade mitreißend, erfüllen aber ihren Zweck. Zunehmend seltsam kommt mir aber Hans und Leias Mission vor; Tausende von Kommunikationslücken, von denen zuvor die Rede war, kann man in diesem Tempo nicht schließen.
Als Fazit lässt sich also festhalten, dass "Der Verschollene Planet" durchaus jedem Fan der Reihe zu empfehlen ist - man aber nicht alzu hohe Erwartungen mitbringen sollte, weil die doch erst ganz am Ende wirklich Fortschritte macht. Das man dieses Buch mit Band fünfzehn hätte zusammenfassen können kann ich nur bestätigen und auf die Bände achtzehn und neunzehn verweisen, die die Reihe beschließen. Diese Trilogie nämlich, ist nicht mehr und nicht weniger als ein netter Zusatz, den man aber auch gerne weglassen kann.