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Der unschickliche Antrag: Roman [Taschenbuch]

Andrea Camilleri , Moshe Kahn
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 9,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Juli 2008
Wie der simple Antrag auf ein Telefon im Jahr 1891 in Sizilien zum Auslöser für zahllose Wirren, Intrigen, Morde und Liebesdramen wird, davon erzählt dieser höchst komische Roman von Andrea Camilleri, dem Erfolgsautor aus Italien.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (1. Juli 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596179262
  • ISBN-13: 978-3596179268
  • Originaltitel: La concessione del telefono
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 154.456 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Die dringende Empfehlung, Camilleri zu lesen, ist alles andere als ein unschicklicher Antrag." (Die Welt)

Werbetext

»Die dringende Empfehlung, Camilleri zu lesen, ist alles andere als ein unschicklicher Antrag.« Die Welt

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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
4.2 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht gerade einfach zu lesen � aber es lohnt sich! 12. Oktober 2002
Von evasabine
Format:Taschenbuch
Für die Fans der sizilianischen Krimis von Camilleri ist dieses Buch natürlich ein absolutes Muss! Es ist allerdings kein richtiger Krimi, sondern eher eine amüsante und genau beobachtete Beschreibung der in Vigata, einer kleinen Stadt (aus den Montalbano Romanen bekannt), herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse vor gut 100 Jahren.

Zum Inhalt:
Pippo Genuardi, mittelprächtig erfolgreicher Holzhändler und um einiges durchtriebener, als es zunächst den Anschein hat, stellt einen Antrag auf einen Telefonanschluss - im Jahr 1891 keine Kleinigkeit (nur am Rande erwähnt: heute manchmal auch noch nicht ... ;-) ). Er wendet sich zunächst an die falsche Behörde, erweckt das Misstrauen verschiedener hoher Beamter in Ministerien und Polizei, legt sich mit der örtlichen Mafia an und gerät schließlich zwischen alle denkbaren Fronten.

Camilleri versteht es auch hier auf das Vergnüglichste, die komplizierten Verflechtungen in der Bürgerschaft Vigatas eine nach der anderen zu enthüllen: da hat dieser bei jenem einen Gefallen gut, ein anderer möchte etwa gerne seinen Bruder/Freund/Sohn etc. irgendwo auf einem Posten unterbringen, alte Freund-/Feindschaften aus Schulzeiten werden beschworen - so wie man sich eben eine richtige Vetternwirtschaft vorstellt. Und dazwischen gibt es natürlich auch ein paar „Aufrechte", die sich an das Gesetz halten. Dabei wird nicht zimperlich vorgegangen, eine kleine Erpressung hier, eine verschleierte Drohung da - aber es wird alles mit einem Augenzwinkern geschrieben - auch die „Bösen" sind bei Camilleri irgendwo doch liebenswert.

Die Form dieses Romans ist abenteuerlich: Es gibt keine erzählte Handlung an sich sondern vielmehr eine Mischung zu gleichen Teilen aus Briefen und Gesprächsprotokollen. Das macht es am Anfang ein wenig anstrengend, sich einzulesen, besonders die in etwas altertümlicher Sprache abgefassten Briefe (eben der Zeit entsprechend) strotzen oft nur so von schwülstiger Katzbuckelei und Kriecherei gegenüber all den erlauchten und ergebensten Exzellenzen... Um so herzhafter fällt der Kontrast zu den Gesprächen aus, in denen kein Blatt vor den Mund genommen sondern durchaus derber Klartext geredet wird! Der Vorteil ist natürlich, dass somit die Sichtweisen und Handlungen der einzelnen Personen objektiv und unbewertet dargestellt werden, der Leser muss sich sein eigenes Bild machen. Es ist ein bisschen so, wie man sich das Lesen einer Polizeiakte vorstellt, aber natürlich mit viel mehr Humor und komischen Aspekten geschrieben!

Womit ich allerdings, bei allem Lesevergnügen, wirklich zu kämpfen hatte, war die Unmenge an Personen, die in diesem vergleichsweise doch eher schmalem Romanband (ca. 260 S.) auftritt. Zudem haben viele der Personen noch einen Spitznamen (aus den im 2. Briefteil von Antonio Spinoso einleuchtend erläuterten Gründen) oder einen Titel oder beides, außerdem klingen viele sizilianische Namen in meinen Ohren doch allzu ähnlich.

Fazit: Ein wirklich unterhaltsamer Roman - aber nichts zum einfach „Runterlesen" oder „abends-vor-dem-Schlafen-noch-eine-Seite-lesen-dann-schlaf-ich-eh-ein", man muss sich schon ein bisschen konzentrieren und dranbleiben, sonst verliert man schnell den Faden.

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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannend und amüsant 20. Februar 2003
Von Regina Karolyi TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Für mich war die Szenerie, Sizilien am Ende des 19. Jahrhunderts, relativ fremd. Umso aufregender fand ich es, in diese ungewohnte Welt einzutauchen. Zeit zum "Akklimatisieren" bleibt freilich wenig, man befindet sich schon schnell mitten in der Handlung.
Was sich einfach anhört, nämlich der Wunsch eines damaligen "Technik-Freaks" nach einer privaten Telefonanlage, stürzt eine ganze Region ins Chaos. In den zuständigen oder auch nicht zuständigen Behörden kommt es zu Intrigen und Machtkämpfen, sodass ungefähr jeder Zweite schließlich nach Sardinien strafversetzt wird, die Mafia webt ein tückisches Netz um den Protagonisten, und als der Anschluss schließlich allen Widrigkeiten und Opfern zum Trotz steht, holt das Chaos, das er, ohne es zu wollen, angerichtet hat, den stolzen Telefonbesitzer am Ende doch wieder ein.
Der Charakter Pippo Genuardi, hauptberuflich Schwiegersohn eines reichen Geschäftsmannes, wird dabei sehr sympathisch gezeichnet. Für seine Verfehlungen kann man ihm nicht böse sein.
Formal erinnert der Roman an eine Prozessakte; dies passt hervorragend zur Handlung. "Geschriebenes", also die vielen offiziellen und inoffiziellen Briefe, die für die Verwicklungen sorgen, und "Gesprochenes", sozusagen protokollierte Dialoge, wechseln sich ab. Eine übersetzerische Meisterleistung, vom Behördendeutsch vergangener Tage perfekt zur Umgangssprache zu wechseln! Der trockene Humor, der das Buch durchzieht, sorgt für manchen unwillkürlichen Lachanfall. Lesen Sie das Buch also lieber nicht in der Bahn, wenn Sie sich vor irritierten Blicken Mitreisender scheuen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intelligente und unterhaltsame Literatur vom Feinsten. 10. November 2007
Von Doris Waczenski TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Eine sehr klug konstruierte und sehr originelle Geschichte in einem ungewöhnlicher Erzählstil machen dieses Buch zu einer anregenden und anspruchsvollen Lektüre. Ganz nebenbei ist es auch noch eine gewitzte Gesellschaftskritik, dabei spannend und äußerst unterhaltsam.

Ich war sehr positiv überrascht, denn bislang kannte ich von Camilleri nur die Montalbano-Krimis, die unleugbar zu den Highlights des Genres zählen, doch "Der unschickliche Antrag" ist Literatur auf hohem Niveau.

Wer hätte ahnen können, auf welche Pfade man sich begibt, wenn man im alten Sizilien einen Telefonanschluss beantragte? Obwohl die Satire vor über hundert Jahren spielt, entdeckt man sehr viele aktuelle Parallelen. Dem Leser wird Einblick gewährt in die verstrickte sizilianische Welt aus Sein und Schein, aus Gefälligkeiten und Intrigen, aus Gesagtem und Geschriebenem. Eine im Grunde simple Geschichte, die schnell eine unumkehrbare Eigendynamik bekommt und sich ausweitet, durch jeden Rettungsversuch nur noch gefährlichere Wendungen bekommt und weitere Personen in den Strudel hineinzieht und schließlich tragisch endet, gleichsam als satirische Katharsis...

Fazit: unbedingt lesenswert!
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