lucarelli's eindrucksvolle trilogie gibt nicht nur einen einblick in die ära des italienischen faschismus, vielschichtig und mit bedrohlichen farben coloriert er auch menschliche abgründe, in denen gut und böse in schmutzigen tönen verwischen und als grobe schatten verschwommen daherschleichen.
zu zeiten des faschistischen terrors ist aus heutiger sicht eine klare positionierung möglich, was damals um so schwieriger war : aufrechtigkeit und rebellion vs. duckmäusertum und angepasstheit vs. mittäterschaft und opportunismus.
jede zeit gebiert ihre eigene moral und jeder standpunkt verneint jenen des anderen.
toleranz und menschlichkeit ist auch in zeiten wie diesen kein gespenst aus schwarz, weiß, blutrot, dass trotz seiner unberechenbarkeit in vieler hinsicht unser tun und handeln leitet.
der protagonist de luca ist ein in sich zerrissener verfechter der wahrhaftigkeit & gerechtigkeit, ein "sbirre" (bulle) auf dem unruhigen meer der geschichte, jederzeit der gefahr des kenterns ausgesetzt.
unbedingt die anderen beiden lesen : freie hand für de luca & der rote sonntag
nicht zur reihe gehörend, aber thematisch nahe & empfehlenswert : die schwarze insel