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Produktinformation
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Aus Toms anfänglich sehr zurückhaltendem Versprechen, etwas für den alten Herrn zu tun, wird schließlich eine Europareise. Richards Vater stattet ihn großzügig mit Geld aus und Tom trifft nach einer erholsamen Kreuzfahrt südlich von Neapel ein. Bald ist er mit Richard gut befreundet, von einer Heimreise ist keine Rede. Tom gewöhnt sich an den sorglosen Lebensstil der Süditaliener, der ihm durch Richards Geld noch schmackhafter gemacht wird. Und irgendwann bietet sich die Gelegenheit, wie er weiterhin in den Genuss dieses Geldes kommen könnte, ohne auf Richard Rücksicht zu nehmen.
Erstmals 1955 erschienen, ist Der talentierte Mr. Ripley Patricia Highsmiths berühmtestes Buch. Der hinterhältige kleine Betrüger Tom Ripley faszinierte die Autorin so sehr, dass bis 1991 noch vier weitere Romane mit dieser Hauptfigur erschienen. Umso verwunderlicher ist es, dass mit dem vorliegenden Band innerhalb der Highsmith-Werkausgabe erstmals eine vollständige Übersetzung des Buches vorliegt. Melanie Walz gelingt es, auch noch die kleinsten sprachlichen Feinheiten des Originals herauszuarbeiten. Denn es sind eben auch die vielen Details, die das erste Abenteuer von Tom Ripley zu dem machen, was es ist: eine psychologisch treffende, vielschichtige und tragische Gaunerkomödie. Ein besseres Beispiel für anspruchsvolles Lesevergnügen findet sich kaum. --Hannes Riffel -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
Patricia Highsmiths Romane um ihren Helden Tom Ripley leben aus der labilen psychischen Verfassung der Hauptfigur einerseits und der Skrupellosigkeit, die sie bei der Planung oder spontanen Durchführung von Verbrechen an den Tag legt, andererseits. Diese innere Befindlichkeit des Helden scheint nicht einfach in ein Hörspiel übersetzt werden zu können. Die vorliegende Einspielung mit dem großartigen Erzähler Peter Franke, einem stimmlich sehr glaubwürdigen Michael Quast als Tom Ripley und Siemen Rühaak, der das spätere Opfer Dickie Greenleaf wunderbar borniert, überheblich wie vertrauensselig gibt, wischt alle Bedenken schnell beiseite. Musik und Geräusche sind mit viel Gespür eingesetzt und sorgen von der ersten Hörminute an für eine Atmosphäre, die der bedrohlichen, unbehaglichen Stimmung in Highsmiths Roman gerecht wird.
Die Handlung: Der völlig abgebrannte Tom Ripley trifft in New York den reichen Geschäftsmann Greenleaf, der ihn bittet, seinen Sohn Dickie aus Europa in die Staaten zurückzuholen. Ripley findet Dickie, freundet sich auf äußerst berechnende Weise mit ihm an und lässt ihn verschwinden, um an dessen Geld zu kommen. Dafür muss er sich allerdings auch noch auf ein gewagtes Doppelspiel einlassen.
Selbst Highsmith-erprobte Leser, die den Roman bereits kennen, werden davon überrascht sein, wie die Sprecher in die Psyche ihrer Figuren einzudringen vermögen und was sie aus dem Text herausholen -- vieles, was man als Leser häufig allzu leicht übersieht. --Ulrich Deurer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Tom nimmt das Angebot an und macht sich auf den Weg nach Italien, wo Dickie in dem kleinen Nest Mongibello auf Kosten seines Vaters ein luxuriöses Leben führt. Bald schon entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Tom und Dickie, die allerdings von Dickies Freundin Marge mit Argwohn betrachtet wird. Marge vermutet in Tom einen Homosexuellen, der Dickie nur ausnützen will. Sie treibt einen Keil zwischen Dickie und Tom. Doch der kleine Gauner aus New York hat Gefallen gefunden am "Dolce Vita" seines Freundes und lässt sich nicht so leicht abwimmeln.
Zudem entdeckt er eine auffällige Ähnlichkeit zwischen ihm und Dickie. Heimlich probiert er die Kleidung von Dickie an und gefällt sich immer mehr in der Rolle des reichen Sohnes. Schließlich schmiedet er einen raffinierten Plan. Auf einer gemeinsamen Bootstour tötet Tom seinen Freund. Er versenkt die Leiche im Wasser und schlüpft in die Rolle von Dickie Greenleaf.
Eine Rolle, die sein ganzes schauspielerisches Talent verlangt. Gegenüber Marge kann er natürlich nicht als Dickie auftreten, also erfindet er eine Lügengeschichte: Dickie sei nach Rom gefahren um dort seiner Kunstleidenschaft nachzugehen. Nicht nur Marge kommen allmählich Zweifel am angeblichen Verschwinden von Dickie. Auch andere Freunde von Dickie werden misstrauisch. Zudem hat Tom alias Dickie auch noch die Polizei am Hals. Es beginnt ein gefährliches Katz- und Mausspiel, in dem Tom ständig seine Identität wechselt und bei dem er sich zu einem weiteren Mord gezwungen sieht.
„Der talentierte Mr. Ripley", 1955 in den USA erschienen, steht am Anfang einer ganzen Reihe um diesen cleveren und durchaus sympathischen Mörder. Patricia Higsmith widmete ihrem Ripley noch vier weitere Romane. Erstaunlich am ersten Buch ist zunächst einmal die Sympathie, die man als Leser für den Mörder Tom Ripley aufbringt. Entgegen einem klassischen „Whodonit" fiebert man mit ihm, amüsiert sich über seine kleinen und großen Täuschungen und hofft, dass er der Polizei und dem später auf den Plan tretenden Privatdetektiv entgeht.
Highsmith zeigt einen künftigen Serienkiller am Anfang seiner Karriere. Noch ist Ripley unsicher bei seinen Morden, noch beherrscht Angst sein Tun. Doch je tiefer er in seine neue Identität schlüpft, je weiter er sein Lügengespinnst treibt, desto sicherer wird er. Ripley wächst an seiner Aufgabe - das macht ihn durchaus sympathisch.
Dabei mordet Tom Ripley nicht aus reiner Geldgier, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Der Herausgeber Paul Ingendaay weißt in seinem Nachwort ausdrücklich und überzeugend auf die versteckten Motive hin. So behandelt Ingendaay ausführlich die homosexuellen Anspielungen und Gesten im Roman, legt die psychologischen Muster von Highsmith Männerbünden offen und ermöglicht so, einen genaueren Blick auf die Figur des Tom Ripley.
Auffällig ist auch die klare und nüchterne Sprache, in der Patricia Highsmith ihre Geschichte erzählt. Besonders die Mordszenen, die erschreckend gefühllos und sachlich geschildert werden, bleiben dem Leser im Gedächnis. Schon im ersten Roman wird deutlich, dass es in der Welt des Tom Ripley keinen Platz für Moral gibt. Es gilt das Gesetz des Stärkeren: Während das erste Opfer Dickie Greenleaf das Leben eines Schmarotzers führt, seine Zeit mit schlechter Malerei vertrödelt, schlummern in Tom Ripley Talente, die am Anfang von Dickie belächelt werden. Ripley entdeckt seine Fähigkeiten zur kunstvollen Camouflage und weiß sie clever einzusetzen. So sehr man sich als Leser auch gegen dieses amoralische Verhalten wehren mag, Highsmith versteht es, dem Leser dafür Respekt abzuverlangen. Eine reizvolle und lesenswerte Ambivalenz, die vor allem Zeugnis ablegt von der literarischen Meisterschaft einer großen Autorin.
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