Fashion Sale Hier klicken calendarGirl Prime Photos Sony Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen59
3,8 von 5 Sternen
Format: Amazon Video|Ändern
Preis:4,99 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

"Der talentierte Mr. Ripley" basiert - sehr frei - auf der Buchvorlage von Patricia Highsmith, die das Dilemma von Tom viel deutlicher darstellt, als es der Film vermag. Neben diversen kleinen Änderungen, wie weiteren Charakteren, unterscheidet sich der Film drastisch in den Motiven von Tom und seinem Zwang zu handeln. Im Buch geht klar hervor, dass Tom den Mord an Dickie plant - er plant generell alles -, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Auch seine Eigenschaften, die ihm erlauben andere zu imitieren und Unterschriften zu fälschen haben in der Vorlage einen viel tieferen Sinn - der Film folgt der Vorlage zwar weitestgehend, zeichnet letztendlich aber eine ganz andere Geschichte. Der eigentliche Vorsatz, der Tom so unsympathisch macht, bricht weg, und macht ihn zu einer verletzten Persönlichkeit, die in die Enge getrieben wird.

Inhaltlich wird ein spannender Film erzählt, der deutlich mehr anbietet, als beim ersten Zuschauen bemerkt werden kann. Angefangen mit der unheimlichen Figur von Tom Ripley, einem skrupellosen Menschen, der sich nimmt was er will und wenig Rücksicht auf andere walten lässt. Gefühlsbetont, abhängig, verletzlich. Letztendlich homosexuell veranlagt und zurückgewiesen, das hinterlässt tiefe Furchen in seinem Wesen. Es folgt Mord um Mord, damit die erste Tat nicht entdeckt werden kann und ein raffiniertes Versteckspiel, bei dem die Beteiligten an der Nase herumgeführt werden. Letztendlich im Film sogar so weit, dass ihm für seine Taten gedankt wird, da die Wahrheit vorerst nicht ans Tageslicht kommt.
Die Besetzung ist hochkarätig: Unter anderem spielen Matt Damon, Gwyneth Paltrow, Jude Law, Cate Blanchett, Philip Seymour Hoffman, Jack Davenport und James Rebhorn ihre Rollen sehr überzeugend. Auch das ganze Film-Set wurde mit viel Liebe zum Detail konstruiert. Das Italien der 50er Jahre wird mit all seinen Eigenheiten in ein romantisch-verklärtes Licht gesetzt und mit allerlei kleinen Anspielungen und Licht- und Schatteneffekten herrlich inszeniert.

Kurzum: Als Buchverfilmung ist die Verfilmung mit Damon, es gab bereits 1960 eine mit Alain Delon als Tom, eher schwaches Mittelmaß, da die vielen sehr guten Ideen von Autorin Highsmith geopfert wurden, um Tom in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Lässt man die Vorlage außer Acht, wird ein spannender und ergebnisoffener Film präsentiert, der es wert ist, mehrfach angeschaut zu werden.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. September 2004
Nachdem ich beide Verfilmungen dieses Klassikers der Krimiliteratur gesehen habe ("Plein Soleil" aus den 60ern ist die andere) muß ich sagen daß mich Hollywoods Big Budget-Version doch deutlich mehr in ihren Bann zieht. Klar standen Anthony Minghella ganz andere Mittel zur Verfügung als René Clément vor fast 4 Jahrzenten, aber das soll Minghella's Leistung nicht schmälern. Abgesehen davon, daß er den Film bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt hat, und mit Gabriel Yared einen packenden Score komponiert hat, ist ihm vor allem mit dem Drehbuch ein echter Geniestreich gelungen: Tom Ripley als eine im Grunde tragische, zerrissene Figur zu zeigen, macht sie meiner Meinung noch noch glaubhafter. Ripley ist schließlich auch im Roman eher ein Affekttäter als der kaltblütiger Killer wie ihn Delon seinerzeit spielte - er mordet nur, wenn er in die Ecke getrieben wird.

Besonders gut gefällt mir, wie Minghella die Musik als stil- und charakterbildendes Element verwendet: Ripley, der in sich gefangene, verklemmte Kopfmensch liebt die Klassik; Dickie's spontanes, unbekümmertes Wesen spiegelt sich in seiner Liebe zum Jazz wider.
Damit gleich zu den Darstellern: Matt Damon bekommt die Zerrissenheit seins Charakters perfekt hin - er ist erschreckend und bemitleidenswert zugleich - und schafft damit einen wesentlich facettenreicheren Ripley als Alain Delon seinerzeit. Dennoch, Jude Law als Playboy Dickie Greenleaf ist der heimliche Star des Films - sein jugendlicher Übermut, seine erotische Anziehungskraft, seine Spontaneität, sein Charisma... perfekt dargestellt, völlig zu Recht für den Oskar nominiert. Bei ihm hat man wirklich das Gefühl als SEI er selbst dieser Charakter: man fühlt sich(wie Tom Ripley) großartig, solange er Tom's bester Freund ist - und dann furchtbar, als er ihn fallenläßt. Auch Gwyneth Paltrow spielt überzeugend, ihr Gefühlswandel gegenüber Tom Ripley wird gut herausgearbeitet. Darin besteht die Kunst des Buches und auch dieser (und ich betone, nur DIESER) Verfilmung: den Zuseher in das Dilemma der Hauptfigur hineinzuziehen, ihn mitleiden und mitfiebern zu lassen, obwohl man sich von ihr abgestoßen fühlt.

Auch sämtliche anderen Rollen sind perfekt gecastet, von Freddie Miles über Peter Smith-Kingsley bis hin zu Tenente Roverini. Vor allem Philip Seymour Hoffmann passt perfekt in die Rolle des vulgären, blasierten Amerikaners Freddie Miles, der Tom von Beginn an durchschaut und den dieser so fürchtet. Wie unwohl und gehemmt er sich jedes Mal in der Gegenwart von Freddie fühlt, ist für den Zuschauer förmlich greifbar.

Kurz noch zur Sonderausstattung der DVD, auch diese ist durchaus ansprechend, neben den üblichen Features (Interviews, Trailer, Starinfos, Making of) gibt es auch 2 Musikvideos, die Performance von Matt Damon und Jude Law im Jazzkeller, zu sehen. Besonders hervorzuheben sind der REGIEKOMMENTAR und die Dokumentation MAKING OF THE SOUNDTRACK, bei diesen Extras erfährt man viel über die Herangehensweise Anthony Minghella's an diesen Film.

Alles in allem ist zu sagen, daß DER TALENTIERTE MR.RIPLEY ein psychologischer Thriller ist, welcher sicherlich weniger von purer "Suspense" (klassischer Thriller-Spannung eben) lebt, als vielmehr von der feinen Schilderung der Charaktere und seiner spannungsgeladenen Beziehungen zueinander. Die Charaktere sind vielschichtig - und offenbaren im Verlauf des Filmes unter ihrer glänzenden Fassade stets eine dunkle Seite. Das idyllische Küstenstädchen Mongibello bildet den perfekten Kontrast zur dunklen Handlung.

Jene die den Film als "langweilig" beurteilt haben, sind vermutlich mit falschen Erwartungen in den Film gegangen oder fühlten sich von der Thematik unangenehm berührt. Alle jene die das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit in der einen oder anderen Form schon mal kennengelernt haben, werden sich zumindest ein klein wenig in Tom Ripley widerfinden. Ihnen wird er auch diese kleinen Schauer über den Rücken jagen, welche die Wirkung dieses Films ausmachen.
0Kommentar|46 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Oktober 2000
Zunächst einmal verdient die Tatsache höchste Bewunderung, daß zu Zeiten des Action-Einerlei und Teenie-Komödienwahns überhaupt noch Filme von solcher Intensität gemacht werden. Daß es sich dabei noch um einen Hollywoodfilm handelt (allerdings ausschließlich in Europa gedreht) ist fast noch bemerkenswerter. Anthony Minghella ist ein ausgezeichneter (um nicht zu sagen "talentierter") Regisseur, der sich allerdings auch nicht zu schade ist, seinen kinematographischen Vorbildern Referenz zu erweisen. Vieles erinnert an Hitchcock (die Art und Weise, wie die Morde geschehen, der Kunstgriff, den Zuschauer zum Mitwisser zu machen aber auch die bewußte Irreführung des Zuschauers), manches läßt an Chabrol denken (nicht zuletzt die Boot-Szene mit Matt Damon und Jude Law, in deren Verlauf es zum 1. Mord kommt). Was den Film auch sehenswert macht, ist die perfekt eingefangene mediterrane Atmosphäre (vor allem in der 1. Hälfte), das absolut überzeugend wirkende Italien der 50er Jahre.
Bemerkenswert sind die schauspielerischen Leistungen, insbesondere von Jude Law, perfekt als augenscheinlich dekadenter und doch irgendwie konservativer Charakter, der trotz seines ausschweifenden Lebenswandels im Grunde nichts anderes anstrebt als die Ehe. Auch Gwyneth Paltrow, deren Figur im Laufe der Geschichte eine starke Wandlung in Bezug auf Tom Ripley durchmacht (von anfangs überschwänglicher Freundlichkeit und Bewunderung über Zweifel, Ungläubigkeit und Angst bis schließlich zu blankem Haß), kann mich voll überzeugen. Interessant ist auch ein Vergleich zwischen diesem Film und "Plein soleil", den René Clément 1960 drehte. Beides sind ja Verfilmungen des Romans "The Talented Mr. Ripley" von Patricia Highsmith. Bei Clément ist der von Alain Delon dargestellte Mr. Ripley ein skrupelloser und eiskalter Mörder, während ihn Matt Damon eher als innerlich zerrissene Figur darstellt. Mit Sicherheit entspricht die Darstellung Delons eher der Konzeption von Patricia Highsmith, auch muß man feststellten, daß Matt Damon, obwohl kein schlechter Schauspieler, nicht die Präsenz und Intensität eines Alain Delon besitzt. Diese Tatsache fällt aber nicht so stark ins Gewicht, da seine Rolle anders angelegt ist. Ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Filmen besteht in der Gestaltung des Schlusses: Während bei Clément die Moral zu ihrem Recht kommt und der Mörder - durch einen ebenso dummen wie originellen Zufall - überführt wird, läßt es Minghella offen, wie die Odyssee seines „Helden" ausgehen wird. Hier denke ich ist sein Film wieder näher an Highsmiths Vorstellungen.
0Kommentar|12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. August 2009
Bei diesem Film stimmt alles zusammen: Das Licht, die Musik, die hervorragenden Schauspieler, der Plot (der natürlich besonders), für mich ist dies ein cineastisches Meisterwerk und eine perfekte Umsetzung der literarischen Vorlage. Bei jedem Sehen entdecke ich neue Details, die mich begeistern. Es fällt mir schwer, zu verstehen, dass man von diesem Film nicht gepackt wird.
0Kommentar|13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. April 2008
Es gibt wohl Widersprüchliches, was das Bildformat dieser DVD betrifft. Ich kann zweien meiner Vorrezensenten leider nicht zustimmen und das auch beim besten Willen nicht verstehen. Ich habe mir die DVD nach der Ersterscheinung im Jahre 2000 gekauft und den Film seit damals nicht wieder gesehen. Ich konnte mir allerdings nicht vorstellen daß ich ihn in 4:3 gesehen hätte ohne mich daran zu erinnern, denn das hätte mich damals schon sehr verärgert. Ich habe die DVD heute nach dem Lesen der Anmerkungen meiner Vorrezensentin aus dem Regal geholt und in den Player eingelegt. Der Film ist eindeutig 16:9, anamorph codiert im Seitenverhältnis 1:1,85. Da ich aber durchaus glaube was da geschrieben wurde, kann ich mir das nur so erklären, daß im Laufe der Zeit andere Kopien in Umlauf gekommen sind - was allerdings kaum einen Sinn macht.

Ich habe die DVD von Kinowelt, das Cover ist das gleiche wie von Amazon abgebildet. Strichcode auf der Rückseite ist 006680 020860. Das von Amazon genannte Veröffentlichungsdatum deckt sich mit meinem Kaufdatum. Also mir ist das alles reichlich schleierhaft ... und nun gibt Amazon in der Produktbeschreibung auch noch 4:3 an, wahrscheinlich eine Korrektur wegen besagter Rezensionen.
Meine DVD ist übrigens auch von exzellenter Qualität, was im Jahre 2000 nicht immer der Fall war.

Vielleicht können die Bewerter 'Ares' und 'Donald D.' mal den Barcode auf ihrer DVD mit dem von mir angegebenen abgleichen ... Dann sollte man Kinowelt mal ansprechen, ob die tatsächlich den Film in 2 Formaten veröffentlicht haben, das würde mich doch sehr interessieren, wobei ich allerdings zweifle ob 'Kinowelt' auch wirklich antworten würde.

AKTUALISIERUNG (18.05.08)
---------------------------
Ich glaube ich bin dem Problem auf die Spur gekommen. Die DVD ist eindeutig im richtigen Bildformat von 16:9, alles andere hätte mich auch sehr verwundert. Was nun offenbar zu Verwirrung geführt hat ist die Tatsache, daß der Film zusätzlich in 'Pan und Scan' auf der DVD definiert ist. Das bedeutet daß er bei entsprechender Einstellung auf einem 4:3 Fernseher bildschirmfüllend rüberkommt, wobei die Inhalte an den Seiten abgeschnitten sind.

Ist aber alles eine Einstellungssache des DVD Players. Wenn das 'Bildschirmformat' auf 4:3 eingestellt ist und 'Ausgabeformat' auf 'Pan und Scan', dann ergibt sich die beschriebene Wiedergabeform.
Wer solche Filme, die in 16:9 und Pan/Scan codiert sind auf einem 4:3 Gerät schaut, und das richtige Breitbildformat (16:9) sehen will muß
entweder das Bildschirmformat im Player auf 16:9 und/oder Ausgabeformat auf 4:3 oder 'normal' je nach Herstellerdefinition, aber n i c h t auf Pan/Scan einstellen.
Und Amazon sollte das Format auf ihrer Produktseite wieder richtigerweise mit 16:9 angeben.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Oktober 2007
Ich habe mir diesen Film bereits zum vierten mal angesehen und muss sagen, dass er dennoch nicht langweiliger wird.

Ripley's psychologische "Ticks", d.h. sein ständiges Streben nach Perfektion, nach einem besseren Leben, was zunächst unerreichbar scheint und schließlich durch blutige Taten Wirklichkeit wird, sind das Salz in der Suppe in Highsmith's Roman.

Dies im Film umzusetzen ist meiner Meinung nach dem Regisseur sehr gut gelungen. Der Kontrast zwischem dem Strahlemann Dickie (Jude Law) und dem Unscheinbaren Tom Ripley (Matt Damon) nimmt man den Schauspielern in jeder Minute ab. Auch die Veränderung, die Ripley nach den Morden durchlebt, sind exzellent realisiert.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Philippe Greanleaf (Jude Law), von Beruf Sohn eines amerikanischen Millionärs aus der Schiffsbaubranche, genießt gemeinsam mit seiner Freundin Marge (Gwyneth Paltrow) das "Dolce Vita" im Italien der 50-er Jahre. Überraschend treffen sie Tom Ripley (Matt Damon), der angeblich gemeinsam mit Philippe in Princeton studierte, in Wahrheit aber im Auftrag von Greanleafs Vater diesen für ein Erfolgshonorar von 1000 Dollar zur Rückkehr nach New York bewegen soll. Der schüchterne und anfangs wenig attraktive Ripley findet schnell Gefallen an Greanleafs Lebensstil - und dafür wird er über Leichen gehen ...

Die Geschichte, die Erfolgsregisseur Anthony Minghella (1954-2008, DER ENGLISCHE PATIENT) hier erzählt, ist nicht neu. Bereits 1959 verfilmte René Clément den 1955 entstandenen Patricia-Highsmith-Thriller THE TALENTED MR. RIPLEY unter dem Titel PLEIN SOLEIL (Nur die Sonne war Zeuge) mit Alain Delon und Maurice Ronet in den Hauptrollen. Dieser noch heute beeindruckende Kriminalfilm ist nun auch auf einer qualitativ hochwertigen Blu-ray erhältlich. 1999 - also 40 Jahre später - fand Minghella eine durchaus eigene Interpretation der Story, die hier nun sichtbar stärker sexualisiert wurde und einige Schwerpunkte anders setzte. Auch kam das teilweise offene Ende den Intentionen der Autorin deutlich näher als in Cléments Version. Der die 50-er Jahre sorgfältig rekonstruierende Film wurde in Rom, Neapel, Palermo, Ischia, Venedig sowie den Cinecitta-Studios gedreht. Matt Damon gelang das psychologisch stimmige Porträt eines unauffälligen und kaltblütigen Mörders. Sieht man bei Delons Figur durchaus noch einige menschliche Regungen, gehen diese Damon (so negativ war er nie wieder) absolut ab.

Die Blu-ray aus der STUDIOCANAL-Reihe Blu-Cinemathek präsentiert den Film (im Gegensatz zur seit 2000 auf dem Markt befindlichen DVD) im korrekten Bildformat 1,85:1. Die Bildqualität lässt in einigen Szenen bei sichtbarem Gries (und es sind keine Nachtszenen!) durchaus zu wünschen übrig - und damit den Schluss zu, dass hier ohne Sorgfalt ein vorhandenes Master für eine Blu-ray-Veröffentlichung verwendet wurde. Passend dazu wurden die Extras der DVD (PR-Material von 1999) in der dort vorliegenden Qualität und im nicht-anamorphen Bildformat übernommen.

Zur Bewertung: Der Film würde als eigenständige Neuinterpretation 5 Sterne erhalten und der STUDIOCANAL-Schnellschuss 3 Sterne - also 4 Sterne und dennoch eine Kaufempfehlung. Die 2013 erschienene Blu-ray im Amaray-Case ist identisch mit der Blu-Cinemathek-Version.
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Juli 2010
Die Kamera schwelgt in Süditalien, Venedig und New York, die Schauspieler sehen gut aus und spielen noch besser. Das Ganze beginnt mit mediterraner Leichtigkeit - ewiger Urlaub ohne Geldsorgen an der Amalfiküste - und nur langsam kippt die Stimmung, wie ein allmählich sinkendes Boot. Das Ausstattungsdrama geriet hier und da etwas opulent, etwas gelackt, armes Italien mal wieder zu banal pittoresk, oder, in den Worten von Salon.com: "All tasteful creaminess, like an expensive dessert cart presented by a discreet waiter". Dennoch gerinnt "Ripley" nie zu reiner Oberflächlichkeit. Beste Unterhaltung.

Den Roman habe ich einige Jahre zuvor mit großem Vergnügen gelesen (wie die meisten Highsmith-Bücher). Die Schauplätze und Figuren hatte ich mir vor dem inneren Auge sämtlich ärmlicher vorgestellt.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. März 2006
Ich gebe zu, ich hatte das Buch nicht gelesen, bevor ich den Film sah. Und vielleicht ist das auch mit ein Grund dafür, dass er mir so wahnsinnig gut gefällt; einfach, weil ich ihn mir unvoreingenommen und ohne irgendwelche Erwartungen angesehen habe. Und ... ich war absolut begeistert!!!
Selten habe ich einen Film gesehen, in dem die Verzweiflung eines Menschen so glaubwürdig dargestellt wird wie in diesem. Matt Damon ist so genial wie einst in "Good Will Hunting". Tom Ripley wirkt niemals einfach "böse", und das, obwohl er ein absolut grausamer Mörder ist. Man spürt einfach, dass hinter seiner kühlen und grausamen Fassade viel mehr steckt. Das finde ich an dem Film so genial, und, wenn ich ehrlich bin ... das habe ich später, als ich das Buch las, vermisst. Nicht, dass es schlecht wäre ... es ist einfach ganz anders. Tom Ripley ist hier von Anfang an der kaltblütige und hinterlistige Bösewicht. Nicht das, was er im Film ist; kein verzweifelter, im Grunde einfach liebesbedürftiger Mensch ... das, was im Film so faszinierend, überzeugend und einfach gigantisch wirkt, es fehlt einfach.
Ich will das Buch nicht schlecht machen, schließlich wäre ohne die großartige Arbeit von Patricia Highsmith der Film gar nicht möglich gewesen. Sowohl Buch als auch Film sind eben auf ihre Art einzigartig ... und kaum zu vergleichen.
11 Kommentar|18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 21. Dezember 2015
Der Film orientiert sich an dem literarischen Meisterwerk vom Patricia Highsmith, stellt jedoch eine ganz eigene Interpretation der in Grundzügen übernommenen Geschichte dar. Die groben Handlungsstränge stimmen überein. Tom Ripley ein kleiner von Gelegenheitsarbeiten und Betrügereien lebender Gauner erhält die Chance nach Europa zu fahren. Dort soll er den Sohn seines Auftraggebers aufsuchen und zur Rückkehr nach Amerika bewegen. Tom überläßt nichts dem Zufall. Er bereitet sich intensiv auf die Begegnung vor, eignet sich Kenntnisse über die aktuelle Jazzmusik an, um Zugang zu Dickie zu finden. Die Musik wird letztlich in dem Film auch zu einem tragenden Element der Beziehung. Sie macht Dickie euphorisch und bereit, die Freundschaft mit Tom fortzuführen, mit dem ihn sonst eigentlich nichts weiter verbindet, als der von Tom offenbarte Auftrag, den er von Dickie Greenleafs Vater erhielt.

Die Filmszene, in der Tom die Musik auswendig lernt, um den Zugang zu Dickie zu bekommen, ersetzt gewissermaßen die Szene aus der früheren Verfilmung "Nur die Sonne war Zeuge", in der Tom, dort gespielt von Alain Delon die sehr strukturierte Unterschrift Greenleaf übt, um die Schecks einlösen zu können, die Dickies Vater seinem Sohn regelmäßig schickt. Dieser geschickten Mischung aus Planung und Improvisation folgt damit auch dieser neue Film.

Was in der Neuverfilmung stört, sind die neu eingebauten Personen, die die Handlung ausweiten und so die Zwangsläufigkeit des Geschehens teils mehr beliebig, teils mehr von Tom Ripley gesteuert erscheinen lassen. Was den Roman auszeichnet, dass Tom den Mord an Dickie plant und ausführt, um in den Genuss des Reichtums zu kommen, der Dickie vergönnt war und dass er dann von einer zufälligen Gefahr, entdeckt und erkannt zu werden, zur nächsten stolpert und dabei mit Glück und sich ständig steigerndem Anpassungsgeschick immer wieder davonkommt, verliert sich im Film gerade auch im Finale, welches praktisch auf weitere Morde zusteuert. Andererseit vermag Matt Damon neben dem dämonischen auch die Verzweiflung Toms hervorragend darzustellen, als er letztlich wieder in der Gefahr entlarvt zu werden seinen Geliebten tötet. Diese homoerotische Neigung Toms, im Buch und der früheren Verfilmung nur angedeutet, wird in der Neuverfilmung viel offener und deutlicher dargestellt. Das macht Tom als Figur jedoch auch plakativ, weniger geheimnisvoll, was Matt Damon auch mit seinem hervorragenden Schauspieltalent nicht zu kompensieren vermochte.

Alles in allem ein wirklich sehenswerter Film, bei dem nicht die Überlegung aufkommt, ob sich die Neuverfilmung wirklich gelohnt hat oder man sie auch hätte getrost weglassen können. Trotz des weiteren Mordes, der am Ende des Buches nicht vorkommt, ist der Film wieder näher an der Romanhandlung, da auch da nach dem erfolgreichen Agieren Tom Riplays offen bleibt, ob und wie lange er als Mörder unerkannt bleibt, während die ältere Verfilmung wiederum die Taten nicht ungesühnt läßt.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

3,99 €
1,99 €