Kutscher ist einer der wenigen überzeugenden deutschen hardboiled Autoren. Sein knurriger und einzelgängerischer Kommissar Rath ist eine interessante und vielschichtige Figur, die z.B. auch mal einer Prise Koks nicht abgeneigt ist. Das macht Spaß beim Zuhören und auch die Lesung ist absolut toll (auch wenn der rheinische Akzent nicht immer überzeugend ist). Andere Rezensionen haben ja angemerkt, dass sie die Sprache für die 30er Jahre nicht angemessen finden. das mag sein, aber es ist ja auch ein Buch, dass uns die dreißiger Jahre durch die Augen eines Menschen von heute zeigt. Ich glaube auch, dass wir das Buch wahrscheinlich gar nicht lesen wollten, wenn es wirklich authentisch über Polizeimethoden in den 30er Jahren berichten würde. Stimmungsmäßig und erzählerisch kann das Buch für mich also voll überzeugen. Wo es jedoch deutlich schwächelt, ist der Plot. Zum einen gibt Kutscher die Lösung schon relativ fvrüh preis und ab der Hälfte habe ichj mich gefragt, ob ich jetzt überhaupt noch weiterhören soll. Die Auflösung ist für mich wenig befriedigend, weil letztlich zwei Motive sich überlappen und der Täter deshalb für mich sehr unrealistsich ist.