Streng genommen arbeitet Greene mit 3 Klischeefiguren (trinkender, zynischer, gealterter britischer Journalist - junger, naiver, aber kriegerischer Amerikaner und schöne, umschwärmte und undurchsichtige Vietnamesin), die sich in einer typischen Dreierkonstellation befinden. Das fällt aber überhaupt nicht negativ auf, denn der politische Hintergrund ist erstens extrem interessant und lässt zweitens die Figuren nicht so handeln, wie sie es wollen, sondern so, wie sie es für notwendig erachten. Der junge CIA-Agen Pyle und der gealterte Journalist Fowler kämpfen nicht nur um die junge Vietnamesin Phoung, sie kämpfen um das ganze Vietnam, ein Land, das seinerseits um Unabhängigkeit und Freiheit kämpft, ein Land, dessen Zukunft ungewiss und das am Ende 30 Jahre Krieg hinter sich haben wird.
Greenes Erzählstil ist dabei so souverän und gut, dass man den Roman förmlich verschlingt und am Ende etwas traurig feststellt, dass er viel zu kurz ist!
Definitiv eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe!