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am 3. November 2008
"One has to take sides, if one is to remain human."

Nach eingehender Beschäftigung mit Greenes Roman und Noyce' Verfilmung (mit Armstrongs Soundtrack) erscheint mir eine Rezension als notwendig.

Zunächst zu dieser Edition:
Hier macht Amazon ein super Angebot - Film & Soundtrack zu einem tollen Preis. Schade, dass ich beides schon habe. Aber ein Freund wird zu Weihnachten damit beglückt werden.

BUCHVORLAGE:
Zu Greenes Romanvorlage werde ich nicht so viel schreiben, denn darum geht es hier nicht. Es bleibt zu sagen, dass Noyce im Film die Chronologie dem Original gegenüber der Dramaturgie willen verändert hat. Es finden nicht so viele Flashbacks und Zeitsprünge statt, und einige Details hat er weggelassen, weil sie sicherlich den Rahmen eines Spielfilms gesprengt hätten.

VERFILMUNG:
Selten ist ein so guter Film über Vietnam und den Krieg (ein sog. Vietnamkriegs- und Antikriegsfilm) gelungen. Er beschreibt, wie die USA langsam in das Desaster Vietnam hineinschlittern, das die Franzosen moralisch frustriert und militärisch erschöpft zurücklassen müssen. Anhand von drei Charakteren werden symbolisch die involvierten Länder/Mächte dargestellt: Pyle für das idealistisch-naiv-arrogant-rücksichtslos-mächtige Amerika, Fowler für das paralysierte, um Neutralität bemühte und in dieser Bemühung gescheiterte Europa und Phuong für das ohnmächtige Vietnam, das zwischen den Mächtigen steht und in seinem Überlebenskampf versucht, das Beste für sich herauszuholen (ein m.E. legitimes Verhalten!!!).
In dieser komplizierten Dreieck der Täuschung, Enttäuschung, Gewalt und Verrat konstruiert Greene/Noyce geschickt eine Liebesgeschichte, deren Ausgang für Pyle tödlich, für die anderen halbwegs positiv, dennoch irgendwie keineswegs befriedigend endet. Man kann deutlich nachvollziehen, wie sich Amerika in seinem Machtbestreben und -gier in das Abenteuer Vietnam einlässt, dessen Ausgang wir alle kennen.
Brendan Fraser (Pyle, die sympatischste und zugleich kontroverseste Figur des Films) liefert die beste Leistung seiner Karierre (ja, er muss sich und sein Talent des Geldes/Ruhmes willen oft als Zombiemumietöter und Kindertarzan "prostituieren"!), und den vorzüglichen Caine (Fowler) habe ich nie besser gesehen. Einfach grandios. Absolut sehenswert ist auch die vietnamesiche Schauspielerin Do Hai Yen (Phuong), die man zwischen den Stars zu leicht als Beiwerk abstempelt. Ihre unterschwellig unterwürfige Rolle kaschiert, wie rücksichtslos und darwinistisch sie ihr Überleben sichert - und letztendlich gewinnt. Brava!
Der Film berührt, ohne zu moralisieren, schockiert (v.a. bei der Bombenanschlagsszene), ohne Gewalt zu glorifizieren, erklärt/klärt auf, ohne besserwisserisch zu sein. Man muss einfach Partei ergreifen, wenn es um wichtige Dinge im Leben geht und man seine Menschlichkeit bewahren will - so hat es Fowler am Ende gelernt.
Ich als Vietnamese (und Amerika-Fan!) bin der Meinung, dass man diesen Film gesehen haben muss, um Vietnam und die Vietnamesen, um die Ursprünge des VN-Kriegs, um Amerikas fatale Außenpolitik und Fehler zu begreifen, und um zu sehen, welch Monstrosität aus anfänglich edlen Motiven erwachsen kann. Ein essentieller Film!
Es ist interessant anzumerken, dass dieser Film dem US-Publikum und selbst dem eigenen Filmstudio nach 9/11 zu suspekt "unpatriotisch" und kritisch war und völlig an den Kinokassen durchfiel, nachdem man ihn nach einiger Verzögerung doch noch herausgebracht hatte. Des Weiteren wurde der Film bereits 1953 verfilmt, wobei aus patriotischen Motiven das Ende verändert wurde, damit das Image Amerikas nicht beschädigt wird. Greene war furios!
Philip Noyce machte anfangs interessanterweise Actionfilme (T. Clancys Jack Ryan etc.), bevor er richtig gut wurde: Rabbit-Proof Fence, Catch a Fire, The Quiet American. Bin gespannt, was er noch bringt.

SOUNDTRACK:
Craig Armstrong ist für mich der beste Komponist (ja, noch vor H. Zimmer!), wenn es um Filmmusik geht. Der Soundtrack ist mysteriös, berührend, mit Gesang auf Vietnamesisch unterlegt, sanft und doch aufrüttelnd! Ja, manchmal ersetzt die Musik die Worte und sagt tausendmal mehr aus (vgl. "Death on the square": die eindrückliche Bombenanschlagsszene)! Manchen mag er zu pompös (mit Klassikeinschlag) klingen, doch Armstrong versteht es einfach perfekt, Stimmung einzufangen und zu verstärken. Tipps zu Armstrongs Soundtracks: Romeo + Juliet CD2, Elizabeth - The Golden Age und World Trade Center.

Alles in allem muss ich mein Unverständnis ausdrücken, warum ein so bedeutender Film noch so wenigen bekannt ist. Ich hoffe, Sie werden etwas an diesem Zustand ändern.

Ich hoffe, dass diese recht lange Rezension Ihnen hilfreich war.
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am 22. November 2003
Was kann man sich eigentlich mehr wünschen? In diesem Set ist zunächst einmal der Film "Der stille Amerikaner" enthalten. Brendan Fraser und Michael Caine, die übrigens keine Gage für ihre Arbeit verlangten bzw. erhielten, spielen ihre Rollen äußerst glaubwürdig. Zu diesen genialen Leistungen gibt es eigentlich nichts weiteres zu sagen, man muss es selbst gesehen haben. Der Film ist nicht nur in Deutsch und Englisch zu hören, sondern bietet auch einen Audiokommentar des Regisseurs, von Michael Caine, Brendan Fraser sowie weiteren Cast & Crew Mitgliedern. Weitere Highlights des Bonusmaterials sind ein Interview mit Philip Noyce, dem Regisseur des Films, eine Featurette und die Dokumentation "Anatomie einer Szene", in der der Dreh der Explosions-Szene näher erläutert wird. Abgerundet wird dies durch Kinotrailer, Cast & Crew Bio- und Filmographien und eine Chronologie der politischen Ereignisse rund um den Vietnam-Krieg. Doch das war längst noch nicht alles! Die zweite Disc des Sets enthält den Soundtrack zum Film. Wenn man also bedenkt, dass allein schon der Soundtrack um die 15 Euro kostet, kriegt man den Film zu einem Preis von ca. 7 Euro, was ja fast schon geschenkt ist. Und als kleines Schmankerl sind auch noch 5 Postkarten zum Film enthalten. Also nochmals die Frage: Was kann man sich eigentlich mehr wünschen? Naja, fehlt eigentlich nur noch das Buch zum Film :-)
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am 4. Januar 2004
Der Journalist Thomas Fowler (Michael Caine) hat sich im französisch besetzten Saigon niedergelassen und verbringt seine Tage als neutraler Beobachter eines Landes, das zunehmend vom Krieg zerrissen wird. Zunächst begreift Fowler den Zustand des Landes nicht und wähnt sich in einer exotischen Idylle, die nur deshalb bedroht ist, weil sein Chef ihn nach London zurückbeordern will und Alden Pyle, der stille Amerikaner, in sein Leben tritt und sich in Fowlers vietnamesische Geliebte Phuong verliebt. Da Fowler sie nicht heiraten kann (seine Frau willigt nicht in die Scheidung ein), entscheidet sie sich für Pyle. Bald wird Fowler klar, dass er die Rolle, die Pyle in Vietnam spielt, völlig falsch eingeschätzt hat. Er begreift auch, dass neutrales Beobachten nicht mehr möglich ist, wenn solche Dinge geschehen, wie dies im Vietnam der Jahre 1952/1953 der Fall war. Der vordergründig zynische alte Europäer wandelt sich vom distinguierten Beobachter der Weltläufe zum politischen Idealisten gemäß der Parole „Du musst Partei ergreifen, wenn du menschlich bleiben willst". Hinter der freundlichen und zurückhaltenden Fassade des jungen Amerikaners hingegen lauert der blanke Zynismus. Dass es letztendlich Fowler ist, der den CIA-Mann Pyle unfreiwillig ans Messer liefert und dadurch seine Geliebte zurückerhält, verhindert, dass Fowler sich als moralischer Sieger fühlen kann.
Diese Geschichte zwischen Melancholie und Gewalt, deren Vorlage der gleichnamige, ganz hervorragende Roman Graham Greenes ist, setzt Phillip Noyce (bekannt als Regisseur des Films „Das Kartell") nicht nur als überzeugenden Gegenentwurf zum amerikanischen Hurra-Patriotismus in - teilweise großartige und betörende - Bilder, sondern verhilft auch seinem Hauptdarsteller Michael Caine zu einem beeindruckenden Leinwandauftritt. Caine kann sein ganzes Können ausspielen. Der melancholische Held, dessen Lebensgeister noch einmal erwachen, diese Figur bekommt durch Caine all die nötigen Facetten um sie zu einer wirklich großen Leinwandfigur werden zu lassen.
Eins sei allerdings auch angemerkt, da ich ein oder zweimal gelesen habe, dem Film "mangele es an Tempo": Es gibt zwar einige Kampfszenen und etwas "action". Es handelt sich aber keineswegs um einen Film dieses Genres, sondern um eine Literaturverfilmung im besten Sinne. Wer keine Zeit für Zwischentöne hat und dafür, dass sich die Charaktere und die Geschichte allmählich entwickeln, sollte zu anderen Produktionen greifen.
In Amerika gilt der Film als unpatriotisch und ging sang- und klanglos unter. In der Tat ist der Film Amerika gegenüber äußerst kritisch eingestellt (und bewahrt die Intention der Romanvorlage im Gegensatz zu der Erstverfilmung aus den 60ern). Es gibt eine Szene, die geradezu als Metapher amerikanischer CIA-Aktionen und Interessenpolitik nicht nur in Vietnam taugt: Wie sich der CIA-Mann Pyle nach einem von ihm mitverschuldeten Massaker angeekelt das Blut vom Schuh wischt.
Es bleibt zu hoffen, dass der Film im "alten Europa" als das gesehen wird, was er ist: Ein Meisterwerk!
PS: Ton und Bild der DVD sind übrigens erstklassig.
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am 7. Februar 2015
Das erste Mal als ich den Film sah war ich sehr beeidruckt. Er behandelt das schwierige Thema von Moral und Loyalität in einer Freundschaft, auf jeden Fall auch. Er zeigt Bilder von Vietnam, beim zweiten Mal Sehen nicht mehr so beeidruckend, wie beim ersten Mal. Die Zahl der Schauplätze ist, wie beim zweitem Mal sehen bewußt wird, gar nicht so groß. M. Caine spielt die Rolle sehr beeindruckend und überzeugend.
Bei einer Szene kann man drüber Streiten, ob es notwendig ist Gewalt so im Detail darzustellen. Der Film gehört eher zu den sogenannt anspruchsvollen Filmen und ist keine Abhandlung mit banalem Hintergrund und erschlägt einen dennoch nicht mit Schwergewichtigkeit.
Ich sehe gerne Filme mit M.Caine. Dies ist meiner Meinung nach einer seiner sehenswertesten. Es ist aber keine Komödie.
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am 30. Januar 2004
„Der stille Amerikaner" ist ein Meisterwerk der leisen Filmkunst. Zwar spielt die Handlung während des Vietnamkrieges in Saigon, jedoch sind das Entscheidende nicht Granatenexplosionen und Feuerstöße, sondern der Subton der Geschichte um den Konflikt zwischen dem Journalisten Fowler, deren vietnamesischen Geliebten Phuong und dem „stillen Amerikaner" Pyle.
Thomas Fowler der sich neutral in dem, durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogenem, Land niedergelassen hat, steht urplötzlich zwei Bedrohungen seines idyllischen Lebens gegenüber. Zum einen, weil sein Londoner Arbeitgeber seine Rückkehr beordert hat, zum anderen, weil ein junger Amerikaner (Brendan Fraser ) namens Alden Pyle sich in seine Geliebte Phuong verliebt hat. Da seine erste Frau nicht in die Scheidung einreichen will, verliert er seine Lebensgefährtin an den ruhigen und charmanten Amerikaner. Schnell wird Fowler aber klar, dass hinter Pyle mehr steckt, als seine Fassade vorgibt. Aus dem zynischen und neutralen Beobachter entwickelt sich ein Idealist, der die Zustände seiner Umwelt nicht mehr akzeptieren will. Er muss eine Entscheidung treffen, um Phuong zurückzugewinnen. Eine Verabredung mit Pyle soll die im Verborgenen liegenen Tatsachen offen legen...
Die Verfilmung von Graham Greens gleichnamigen Roman ist nicht nur optisch erstklassig, sondern auch in ihrer Ausführung etwas Besonderes. In den USA mit der Begründung, er sei zu unpatriotisch, an den Kassen gescheitert, zeigt der Film eine ganz andere Seite des Vietnamkrieges. Michael Caine und Brendan Fraser, die ihre Rollen unentgeltlich übernahmen, zeigen eine absolut beeindruckende Schauspielleistung. Während Fraser den Zuschauer davon überzeugt, dass er mehr kann als Comedy und Actionkomödien, regiert Caine allerdings den Film in grandioser Oscarleistung. Beide Hauptfiguren sind hervorragend differenziert und gezeichnet worden und die Entwicklung der Charaktere überzeugend dargestellt. Mit leisen Dialogen schwankt der Film zwischen Erzählung, Dokumentation, Drama und Liebesfilm ohne dass der Zuschauer Langeweile verspürt - im Gegenteil. Allerdings muss man sagen, dass die Rolle der Phuong etwas zu monoton geraten ist. Geleitet von ihren Gefühlen schwankt sie doch zuviel zwischen den beiden Männern, allein der Hoffnung wegen, dass einer der beiden ihr ein Leben im Westen ermöglichen könnte. Insgesamt hätte es nicht geschadet, ein wenig mehr aus der Perspektive der Vietnamesen zu filmen.
Neben Drehbuch, Besetzung und Regie ist der Soundtrack herauszuheben. Wunderschöne Musik begleitet durch den Film hinweg. Allein diese berechtigt zum Kauf des DVD-CD-Pakets. Das hervorragende Bild und die gute Tontechnik lassen nicht viel wünschen übrig.
Für Fans tiefgründiger Literaturverfilmungen und großer Schauspielkunst eine klare Kaufempfehlung. Alle, die einen Kriegsfilm mit Action erwarten, werden jedoch enttäuscht sein. Wie der Titel schon sagt: „Der ‚stille' Amerikaner". Prädikat „wertvoll"!
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am 5. Oktober 2003
Der Stille Amerikaner. Hinter diesem Titel einen brisanten Politthriller zu vermuten, würde nur wenigen einfallen. In der Tat ist dieses kleine Meisterwerk von Regisseur Phillip Noyce (Stunde der Patrioten; Das Kartell; Der Knochenjäger) nach dem brillanten Roman von Graham Greene genau das und noch viel mehr.
Saigon, Vietnam im Herbst 1952.Im Mittelpunkt der Handlung steht nicht der stille Amerikaner Alden Pyle (Brendan Fraser), sondern der alternde englische Journalist Thomas Fowler (brillant in oscarnominierten Paraderolle: Michael Caine). Frei von jeglichen Illusionen und politischen Motivationen lebt dieser in Vietnam mit seiner bildschönen Geliebten Phuong (DO THI HAI YEN).
Zwar brodelt es im Land und es gäbe für einen engagierten Journalisten vieles zu berichten, doch Fowler zieht es vor sein Leben fern der englischen Heimat zu genießen. Erst als ihm seine Zeitung, die Times, droht, seine Bezahlung zu stoppen, macht Fowler sich widerwillig daran, zu recherchieren.
Mitten in einem Gebiet, in dem offenbar Rebellen sich einen blutigen Kampf mit den Regierungstruppen und der Bevölkerung geliefert haben, trifft Fowler auf den Amerikaner Pyle. Dieser scheint das perfekte Gegenstück zu ihm zu sein. Er ist jung, ambitioniert, moralisch integer und engagiert an Hilfslieferungen und wirtschaftlichen Unterstützungsprogrammen beteiligt.
Fortan begegnen sich die beiden gegensätzlichen Charaktere immer wieder. Als Pyle die Geliebte Fowlers zum ersten Mal sieht, erliegt auch er ihrer exotischen Schönheit.
Die romantische Dreiecksbeziehung kocht die Emotionen hoch und langsam wird ein dramatisches Gebilde aus Geheimnissen, Lügen, Verrat bis hin zum Mord enthüllt. Nichts ist wie es scheint, Fassaden werden eingerissen und die dramatische politische Lage explodiert.
Am Ende ist der Amerikaner zwar still, aber die Welt versinkt im tosenden Chaos.
Noyce schafft es ein bis zur letzten Minute spannenden Thriller zu erzählen, voller Romantik, voller Dynamik, voller Überraschungen und vor allem voller enthüllter politischer Hintergründe jener Zeit. Dabei scheut der Film nicht die offene Kritik an der amerikanischen Außenpolitik jener Zeit, sondern klagt diese sehr geschickt an.
Ein Film brillant fotografiert und mit kongenialer Musik von Craig Armstrong (Moulin Rouge) unterlegt.
Es erwartet Sie ein wahrhaftiges cineastisches Meisterwerk, unterhaltsam wie spannend, dass man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
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TOP 500 REZENSENTam 29. Dezember 2009
lange hat es gedauert bis ich mich durchgerungen habe diesen film zu schauen.
warum weiß ich im nachhinein selber nicht, aber so ist das halt manchmal.

saigon, 1952

vietnam ist von den franzosen besetzt und es herscht krieg.
der brite fowler ist journalist für die london times und schon einige jahre im land.
seine geliebte phuong und sein assistent hinh sind wichtige stützen und erleichtern sein leben immens.
als allerdings eines tages amerikanische arzt pyle auftaucht wird fowler nach und nach aus seiner lethargie gerissen und muss zum ersten mal seit jahren farbe bekennen.
beide werden freunde und fowler hat selbst an seinem beruf wieder interesse.
die situation zwischen ihm und pyle spitzt sich zu als sich dieser in phuong verliebt und diese vor die wahl stellt.
da fowler zu allem überfluss auch noch in die heimat zurückgerufen wird, muss dieser sich nun entscheiden.
aber egal wie diese entscheidung ausfällt, die politischen folgen seines handelns werden alles verändern.
denn nicht jeder ist das was er zu sein scheint.

die darsteller machen ihre sache hervorragend.
die dialoge sind erstklassig.
die story ist spannend, interessant und mitreissend.
die bilder sind eindringlich und wunderschön inziniert.

alles in allem kein leichter film, aber sehr interessant.
wer einen kriegsfilm erwartet sollte gewarnt sein, das dem nicht so ist, aber fans anspruchsvoller polit/spionagedramen sollten unbedingt zugreifen.
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am 8. Februar 2013
Eine unheimlich gut gelungene Verfilmung des Graham Greene Klassikers, ein grandioser Michael Caine in der Hauptrolle! Wer auch nur ein bisschen Interesse für das Vietnam zur Zeit des Indochinakriegs hat wird diesen Film lieben!!!!
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am 5. März 2008
Inmitten der politischen Unruhen in Saigon im Jahre 1952 hat der desillusionierte britische Reporter Thomas Fowler beschlossen, nur noch als neutraler Berichterstatter in Erscheinung zu treten und sich keinerlei Meinung zu bilden. Dies ändert sich jedoch, als der junge Amerikaner Alden Pyle in sein Leben tritt. Was wie eine gute Männerfreundschaft beginnt entwickelt sich bald zu einer gefährlichen Dreiecksbeziehung, als Pyle sich in Fowlers junge vietnamesische Geliebte Phuong verliebt. Während Saigon nach einem Attentat immer mehr im Chaos zu versinken droht, trifft Fowler eine endgültige Entscheidung, die das Leben aller drei Beteiligten für immer verändern wird...

Dem Australier Phillip Noyce ist mit seiner Adaption des auf Graham Greene basierenden Romans "Der Stille Amerikaner" ganz großes Kino gelungen. In atemberaubenden Bildern und mit herrlichen Kulissen ausgestattet lässt der Film das Saigon der 50er Jahre wieder auferstehen und schafft damit einen faszinierenden Schauplatz für eine fesselnde Geschichte, die historische Tatsachen (etwa das zutiefst erschütternde und beeindruckend dargestellte Bombenattentat oder die reale Figur des vietnamesischen Generals Thé) mit einer bewegenden Geschichte um Freundschaft und Liebe, dunkle Geheimnisse, Vertrauen und Verrat mischt und zutiefst unter die Haut geht. Nicht nur die durchwegs brillante, auch in den Nebenrollen überzeugende Darstellerriege - allen voran der zu Recht für den Oscar nominierte Sir Michael Caine und der nicht minder talentierte Brendan Fraser - kommt dabei dem Film zugute, sondern auch die ruhige, aber konstant Spannung aufbauende Erzählweise und die differenzierte Haltung sowohl den Protagonisten als auch dem Geschehen gegenüber, was den Film nur noch eindringlicher macht.

Auch das Bonusmaterial der Deluxe Edition ist relativ überzeugend ausgefallen, da es sowohl die Entstehung des Films als auch die zugrunde liegenden Ereignisse genauer unter die Lupe nimmt und so manches interessante Hintergrundwissen liefert. Außer einem sehr informativen Audiokommentar mit den unterschiedlichsten Beteiligten des Films findet sich noch eine relativ knappe Featurette, eine deutsche Pressekonferenz mit Philipp Noyce (bei dem er auch etliches über sein Folgeprojekt "Long Walk Home" verrät), die üblichen Cast und Crew-Infotafeln, sieben Trailer (neben dem Trailer zu "Der Stille Amerikaner" noch u.a. "Chihiros Reise ins Zauberland" und "K-Pax"), 5 Postkarten, ein Booklet und auf Texttafeln chronologisch angeordnet die Ereignisse des Vietnamkrieges. Zwei Zusätze sind besonders hervorzuheben, nämlich zum einen die Featurette "Anatomie einer Szene", die sich mit der wuchtigen Bombenszene befasst und diese bis ins kleinste Detail zu analysieren versucht, und zum anderen der auf einer extra Scheibe beigelegte, von dem wahrlich talentierten Craig Armstrong (war zuvor u.a. auch schon an "Eiskalte Engel" und dem brillanten, unheimlich schönen "Tatsächlich...Liebe" - Score beteiligt) komponierte Original Soundtrack, der maßgeblich zu der Stimmung des Films beiträgt und diesen perfekt zu untermalen versteht. Das einzig Störende der DVD- Gestaltung ist das Bewegtmenü in Form einer tippenden Schreibmaschine, das einem doch relativ schnell auf den Zeiger geht (zumindest ging es mir so).

Alles in allem ist "Der Stille Amerikaner" ein durchwegs fesselnder, unheimlich dicht erzählter Streifen, der sowohl als Politthriller als auch als Liebesdrama überzeugt und noch lange nachwirkt. Dank der ebenfalls sehr gelungenen Umsetzung auf DVD sollte man nicht zu lange zögern, sich den packenden Film zu besorgen. Jedenfalls sehr zu empfehlen.
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am 22. Dezember 2009
Ein stiller, ein tiefer, ein aufwühlender Film, der sich als eleganter Querschläger durch viele Genres vorstellt: Anti-Kriegs-Film,Politthriller, historischer Film, Liebesmelodram, Charakter- und Milieustudie. In diesem Film verbinden sich gekonnt viele Elemente genau so, wie sich auch im wirklichen Leben einzelne Elemente verbinden und ein Urteil oder eine Festlegung mehr als schwer werden lassen.

Die Hauptfigur (der London-Times-Journalist Fraser; excellent gespielt von Michael Caine) muss im ersten Indochina-Krieg seine zynisch-neutrale Beobachterposition verlassen und Loyalität gegenüber seiner gefühlten Wahlheimat, an die er über seine einheimische Geliebte gebunden ist, zeigen.
Im Zuge dieser Stellungnahme innen und aussen, verrät er seinen amerikanischen Freund, der nie ein Freund war, nahm er ihm doch seine Frau, die allerdings nie seine Frau sein konnte, da er auch ihr gegenüber bislang keine eindeutige Stellung bezogen hatte. Und doch war der Amerikaner Pyle dennoch sein Freund, was Fraser im Laufe der Ereignisse erstaunt an sich feststellen muss. Auch hier gelang ihm wieder keine so verzweifelt versuchte "Enthaltung einer Meinung".
Doch am tiefsten muss Fraser plötzlich Stellung beziehen zu dem Land und seinen Leuten, als er über die eskalierende politische Entwicklung, die Pyle als CIA-Agent heimlich in die Wege leitete, in Zugzwang gerät und sich entschliesst, seinen Freund ins Messer der Wiederstandbewegung laufen zu lassen. Tat er es wegen der Geliebten? Tat er es wegen seiner echten Liebe zum Land? Tat er es aus Würde und Stolz? Aus menschlicher Notwendigkeit?
Alles ist wahr, denn diesen Film zeichnet eine differenzierte und auf ein Höchstmass zugespitzte Darstellung moralischer Konfliktsituationen aus, wie man sie in dieser ergreifenden Schlichtheit nur selten in einem Film zu sehen bekommt.
"Der stille Amerikaner" ist ein spannendes Lehrstück in Sachen Liebe, Loyalität und Lebenssinn.

Absolut sehenswert.
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