Wer nach Krimis sucht, die im Frankfurt vor 170 Jahren spielen, wird sich über diese Entdeckung freuen.
Felicitas Faber ist eine mutige junge Frau, schwanger im dritten Monat. Als Ehefrau eines Arztes hat sie Zeit und nimmt sich die Gelegenheit, heimlich im Seziersaal der örtlichen Polizei hinter einem Schrank eine Obduktion zu beobachten. Ihr Mann leitet diese. Es handelt sich um eine junge ebenfalls schwangere Frau, eine unbekannte. Einige Tage später erlebt die Stadt den Tod eines der bekanntesten und geschätzten Bürgers der Stad. Es ist auch nicht klar, ob es Mord oder Selbstmord war. Und noch dazu hat Felicitas einige Abende früher mit dem Opfer und seiner Begleiterin noch die Loge in der Oper geteilt. Dies lässt ihr keine Ruhe mehr. Da ist es gut, daß sie ein Dienstmädchen hat, deren Kleidung ihr hilft, unerkannt eigene Ermittlungen aufzunehmen. So unternimmt sie im Frankfurt von 1834 Erkundungsfahrten, um den Mord aufzuklären. Und wie es sich gehört, gestalten sich solche Aktivititäten auf eigene Faust weit erfolgreicher als die der immer hinterher lahmenden Polizei.
Barbara von Bellingen hat gut recherchiert. Frankfurt in dieser Zeit ähnelt in bestimmten Gegenden, zum Beispiel der Schirn, einem Jaucheloch. Nicht nur sind dort die vielen Metzgerstände beheimatet. Hier finden wir die Wohnungen der ärmsten Bürger. Solchen, die krank dahinsiechen, ohne ärztliche Versorgung. Kinder, die nicht zur Schule gehen und hungern müssen. Morsche Treppen sind die Zugänge zu diesen Armenwohnungen. Hier hat Felicitas ebenfalls ein Betätigungsfeld. Sie hilft, Not zu lindern.
Der Stadtteil Bornheim, damals außerhalb, war zu dieser Zeit das bevorzugte Viertel der Prostituierten und so genannten „gefallenen" Mädchen. Sie arbeiteten dort entweder als Bedienung oder im ältesten Beruf der Welt.
Felicitas ist eine emanzipierte Frau, als diese Bewegung noch nicht öffentlich war. Sie mag es nicht, von ihrem Mann als Dame tituliert zu werden. Sie und ihre Freundinnen gehören der oberen privilegierten Gesellschaftsschicht an. Dieser Krimi unterhält und ist geeignet, ihn in einigen Stunden einfach so wegzulesen, leichtes Lesefutter, das unterhält und informiert.