"Der sexte Sinn" von Wolf Deling ist ein Bericht über die Sexsucht des Autors und wie er es geschafft hat, die Kontrolle wieder zu erlangen. Geholfen haben ihm dabei seine Freiheitsliebe, der Glaube an Gott und eine Psychotherapie.
Dass er schließlich seine Freiheit zurück gewinnen konnte, stimmt zuversichtlich und optimistisch. Herr Deling hat offenbar einen Weg für sich gefunden, der das Vertrauen in ihm gestärkt hat, seine Sucht gut im Griff zu haben, auch wenn es immer wieder zu "Rückfällen" komme.
Ich kann mir gut vorstellen, dass von Onlinesexsucht Betroffene durch dieses Buch zu neuem Mut finden, eigene Schritte zu setzen und der Sucht den Kampf anzusagen. Millionenfach werden pornografische Inhalte des Internets tagtäglich genutzt, die Anzahl an Sexsites ist unüberschaubar. Und dennoch ist das Thema Internetsex nach wie vor ein Tabuthema. Es wird nicht darüber gesprochen. Der Leidensdruck Betroffener wird auch dadurch größer, dass sie sich selten jemandem anvertrauen - Verbergungstendenzen und Schuldgefühle werden dadurch immer stärker. Herr Deling bricht sein Schweigen und redet. Dafür gebührt ihm Dank.
Einziger Kritikpunkt ist der leicht missionarische Unterton, der manchmal durchkommt, auch wenn Herr Deling sich als jemand beschreibt, der selbst auf der Suche ist und auch scheitert und scheitern darf.
Es gibt viele Wege zur Veränderung. Dieser Lebensbericht zeigt einen.