Die Geschichte Benjamin Buttons, jenes Mannes, der als bärtiger Greis zur Welt kommt und rückwärts altert, ist eine kurze aber große Erzählung eines begnadeten Autors.
Mich hat sie teilweise an Wildes "Dorian Gray" erinnert.
Fitzgerald erzählt hier die Geschichte eines Außenseiters, der marginalisiert wird, weil er von Geburt an anders ist als erwartet. Ein Greis an sich ist nichts beunruhigendes, ein Baby das als Greis geboren wird allerdings schon.
Fitzgerald greift hier gesellschaftliche Konventionen auf, die vorschreiben, wie ein Mensch sein muss. Von der Wiege bis zur Bahre. Benjamin Button wird nur akzeptiert, als sein tatsächliches und sein äußerliches Alter annähernd gleich sind. Die Extreme - Greisentum in der Kindheit und umgekehrt - sorgen für Aufsehen und starke Ablehnung. Sogar und vor allem in der eigenen Familie. Der Vater fühlt sich abgestoßen von seinem bärtigen Baby, der eigene Sohn verleugnet den Vater, als dieser jünger wirkt als er selbst. Ein Buch, das nachdenklich stimmt. An vielen Stellen ist es aber auch durchaus lustig. Etwa als Benjamin Rache schwört, nachdem er in Yale als "junger Alter" abgelehnt wird, oder als er als äußerliches Kind zu seiner Kaserne zurückkehrt. Immer schwingt aber die Tragik seines Schicksals mit, das es mit sich bringt, dass Benjamin (was für ein perfekter Name für ein Baby, das als Greis zur Welt kommt!) Zeit seines Lebens nur mit wenigen Ausnahmen "richtig" zu sein scheint.
Ein Buch, das mehr als nur die Geschichte eines sonderbaren und vor allem besonderen Mannes erzählt.