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Der schwarze Herr Bahssetup: Ein Spiegel. Roman
 
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Der schwarze Herr Bahssetup: Ein Spiegel. Roman [Gebundene Ausgabe]

Albert Vigoleis Thelen
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 541 Seiten
  • Verlag: Claassen (1. Juli 1983)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3546490878
  • ISBN-13: 978-3546490870
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 5,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 985.489 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Albert Vigoleis Thelen
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Vigoleis Thelen erweist sich auch in seinem zweiten Roman als virtuoser Erzähler. Der Protagonist Dr. José Alvaro das Silva Ponte, Sohn einer Negersklavin und eines Jesuitenpaters, eine Kapazität der Jurisprudenz, eben dieser »Schwarze Herr Bahßetup« fliegt mit seinem Sekretär Vigoleis in die Niederlande, um an einem internationalen Kongreß teilzunehmen. Handlungsorte der Geschichte sind Amsterdam und Den Haag.

Über den Autor

Albert Vigoleis Thelen, 1903 in Süchteln am Niederrhein geboren, wohnte von 1931 bis 1936 auf Mallorca. Nach Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs lebte er in der Schweiz und in Portugal. 1986 kehrte Thelen nach Deutschland zurück, wo er 1989 in Dülken am Niederrhein verstarb.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Grosse Literatur 25. Oktober 2009
Von Dr. Jens P. Becker TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das Mallorca Buch von Albert Vigoleis Thelen hat sich dank der neuen deutschen Mallorcabegeisterung beim Leser gehalten. Dass der Autor, den ein wechselvolles Leben quer durch Europa führt, einen der wunderbarsten deutschen Romane geschrieben hat, wissen die wenigsten. Selbst der grosse Thomas Mann konnte diesem Roman seinen Respekt nicht versagen. Es ist ein vor Erzählfreude sprühendes Werk eines geborenen Geschichtenerzählers, ein Schelmenroman, der sicherlich (wie auch schon "Die Insel des zweiten Gesichts") autobiographisch ist. Der Erzähler, häufig unverhüllt Albert Vigoleis Thelen, wird zum Begleiter eines dunkelhäutigen Herren aus Brasilien, der zu einer Verhandlung am Internationalen Gerichtshof nach Holland gereist ist. Der sich im Hotel nicht so recht verständlich machen kann, seinen Wunsch nach einer Badewanne (bathtub) hält man für seinen Namen, deshalb wird er diesen Roman lang der schwarze Herr Bahßetup heissen. Thelen und sein Erzähler, ein brotloser Schriftsteller, gewinnen dem holländischen Alltag die wunderbarsten Geschichten ab. "Geschichten sind nicht dazu da, dass sie rasch zu Ende gehen," hat Thelen einmal gesagt. Und so geht der Roman mit den Worten finis operis erst nach 765 zu Ende. Thelen ist immer ein Aussenseiter der deutschen Literatur gewesen, die Gruppe 47 hat ihn überhaupt nicht gemocht (er sie wahrscheinlich auch nicht). Er hat sich einmal selbstironisch als "das Manneken-Pis der deutschen Literatur" bezeichnet. Nach 55 Jahren im Exil ist er in den achtziger Jahren in seine niederrheinische Heimat zurückgekehrt, wo er 1989 im Alter von 85 Jahren gestorben ist. Er hat 1954 den Fontane Preis der Stadt Berlin bekommen, sonst gab es nichts an Ehrungen. Für diesen pikarischen Roman hätte er Schiller- und Goethepreise bekommen sollen. Es gibt keinen Roman in der deutschen Nachkriegsliteratur, der sich damit vergleichen lässt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Über den Inhalt und darüber, wie der seltsame Name zustande kam, will ich hier keine Reden führen, dafür gibt es sogar eine eigene Seite in der Wikipedia. Auch die Auflösung der im Buch aufgeworfenen Rätsel möchte ich einem Leser nicht vorwegnehmen.

Natürlich drängt sich der Vergleich mit der "Insel des zweiten Gesichts" auf, und äußerlich ähneln sich die beiden dicken Bücher nicht wenig, jedenfalls was den Erzählstil angeht. Auf erste Sicht ist die Insel" klar besser. Fünf Jahre von 1931 bis 1935 auf Mallorca auf tausend Seiten bieten einfach mehr Abwechslung und Tempo als ein paar Wochen im Herbst 1951 in Amsterdam und Den Haag auf 670 Seiten.

Wenn sich die Eindrücke etwas gesetzt haben, wächst die Sympathie für die Geschichte vom schwarzen Herrn. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass dieser eine Fabel hat und nicht nur biographischen Vorgängen nachläuft, die ja nur schwerlich auf ein zu Beginn bestimmbares Ziel hinauszulaufen pflegen. Das gibt dem Buch eine Abrundung von der ersten Seite an, die die Insel" nicht hat. Davon profitieren auch die vielen eingeflochtenen Abschweifungen: sie lassen sich vom Beginn an sinnvoller orchestrieren, dem Tempo, dem Spannungsbogen und dem Fortgang der Rahmenhandlung anpassen. Diese Chance nutzt Vigoleis aus. Es gibt da beispielsweise im ersten Viertel des Buches eine über mehrere Episoden ausgesponnene Trickdiebstahls- oder Betrugsgeschichte, die die Richtung des größten Teils des nachfolgenden Textes vorgibt, nämlich die Aufklärung der Zweifel über des schwarzen Herrn Identität: Gelehrter oder Hochstapler?

Der schwarze Herr Bahßetup ist der stillere der beiden Romane. Das ist auch kein Wunder. Ging es in der Insel um die nackte Not und Lebensgefahr des Erzählers, so hat der Erzähler des schwarzen Herrn hier wenigstens ein bescheidenes Auskommen, wird nicht von Francos und Hitlers Schergen bedrängt, sondern nur von einem königlich-niederländischen Gerichtsvollzieher, und kann deshalb an der einen oder anderen Stelle auch etwas mehr Kontemplation pflegen.

Der schwarze Herr Bahßetup setzt die Lektüre der Insel des zweiten Gesichts voraus, ansonsten ist vieles gar nicht recht durchschaubar. Das gilt für Personen, Handlungsverweise, vor allem aber auch für die vielen sprachlichen Spielereien. Zahlreiche Neologismen tauchen wieder auf, von denen ich einige wiedererkannte, andere kamen mir nur irgendwie bekannt vor. Ziemlich genau in der Mitte wird z.B. einmal die in der "Insel" erfundene "Pilarière" zitiert, und es spricht sehr für Vigoleis, dass er diesen Scherz nicht durch Wiederholung abnutzt. Zöge Vigoleis wie ein Arno Schmidt einen Kometenschweif von Jüngern hinter sich her, gäbe es längst penible Referenzverzeichnisse der Neologismen. Vielleicht wäre das ja einmal eine Aufgabe für Interessierte.

Ich habe es sehr genossen, dieses Buch zu lesen. Keine Knalleffekte, keine Pyrotechnik - nur Geschichten über Geschichten, und ein Titelheld, der einem nach und nach ans Herz wächst. "Der schwarze Herr Bahßetup" gehört zu den Büchern, in denen man sich für einige Zeit einfach häuslich einrichten kann, auch um den Preis eines gewissen Heimwehs, wenn das Buch ausgelesen ist. Ich kenne nur wenige Bücher, die so sehr zum Wiederlesen animieren, wie dieses.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Man muss Albert Vigoleis Thelens erstes Werk "Die Insel des zweiten Gesichts" gelesen haben und auch
seine Briefe 1929-1953 "Meine Heimat bin ich selbst"(neu bei DuMont, 2010) um ihn und seine Lebens-Geschichte zu kennen.
Thelen war ein großartiger Erzähler und Fabulierer der die deutsche Sprache wie kaum einer voll ausschöpfte.
"Der schwarze Herr Bahßetup" ist der Versuch, den Erfolg seines "Insel"-Buches fortzusetzen und leider viel zu wenig
bekannt.
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