Amazon.de-Hörbuchrezension
Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom einfachen Bauernjungen, der durch seine Heldentaten die Hand der schönen Prinzessin gewinnt -- Happy End vorprogrammiert? Wenn es doch immer so einfach wäre! Dort, wo die meisten Märchen enden, wird es bei Sean Stewart erst richtig interessant.
Schützer Mark, einem Tagelöhner vom Dorf, gelingt es mit Mut und Verstand, den Bann des gefürchteten Gespensterwaldes zu brechen. Seit Jahrhunderten winkt demjenigen eine reiche Belohnung, der das Land von diesem Fluch befreit. Mark wird vom König auch mit Ländereien beschenkt und mit seiner Tochter vermählt -- so weit, so gut. Doch von nun an ändert sich sein Leben grundlegend.
Seine Braut, Prinzessin Gail, ist ein richtiger Wildfang, die ihre Ballkleider bei jeder Gelegenheit gegen einen Jagdanzug eintauscht und wenig Sinn für Romantik zu haben scheint. Bei Hofe findet sich Mark in einem schwer durchschaubaren Netz aus schönem Schein und Intrigen gefangen. Zudem mehren sich überall im Land seltsame Vorkommnisse und Erscheinungen, die ihn ahnen lassen, dass die Macht des Gespensterwaldes noch lange nicht gebrochen ist. So macht er sich erneut auf den Weg zur Roten Festung und stellt sich den bösen Mächten des Landes entgegen, die sich dieses Mal nicht so leicht besiegen lassen.
Mit viel derbem Humor und einem liebevollen Gespür für seine Hauptfiguren führt Stewart seine Leser auf wenig ausgetretene magische Pfade. Schützer Mark entwickelt sich vom trampeligen Jungen zum raffinierten Krieger, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Er sieht sich oft mit den Abgründen seiner Seele konfrontiert und lernt dabei, wie wichtig es ist, nicht nur anderen zu helfen, sondern auch Hilfe annehmen zu können.
Von der ersten Seite an fällt es schwer, sich dem Zauber von Sean Stewarts Erzählkunst zu entziehen. Geschickt wechselt er von abenteuerlichen Szenen zu ruhigeren Passagen, und bei seinen Dialogen hat man oft das Gefühl, die Figuren neben sich stehen zu sehen. Der schwarze Dolch entführt uns in eine faszinierende Welt, die von der unseren weit entfernt ist -- und doch so nah. --Sara Schade
Kurzbeschreibung
Es beginnt, wo alle Märchen enden.
Der Provinzjunge Mark bricht den Bann der Roten Festung, erwirbt die Hand einer toughen Prinzessin und muss mit den Dämonen der Vergangenheit kämpfen. "Und sie lebten glücklich und zufrieden ..." ist nur der Anfang dieses brillant erzählten Fantasy-Märchens.Marks Leben gleicht einem Märchen. Er ist nur ein einfacher Junge vom Dorf, doch ihm gelingt, woran vor ihm die tapfersten Edelmänner scheiterten: Er bricht den Bann der Roten Festung, mit dem sein Land über tausend Jahre belegt war. Jetzt ist er der größte Held des Königreichs und darf seine Belohnung frei wählen.
Von wegen! Die erste Hürde bilden die Wachen, die den dreckstarrenden Wanderer gar nicht erst ins Schloss lassen wollen. Auch sonst ist das Leben bei Hofe für den jungen Provinzler voller Fallstricke. Und die schöne Prinzessin, die er zur Frau fordert, hat ihren eigenen Dickkopf.
Damit nicht genug, scheint die Aufhebung des Fluchs kein reiner Segen zu sein. Durch seine Heldentat hat Mark uralte Gespenster zum Leben erweckt, die in einem blutigen Plünderzug das Land durchqueren ..."Es gibt Dinge, die ein junger Mann über seine Hochzeitsnacht nur ungern hört.
"Was!"
"Tut mir Leid", sagte Gail mit Nachdruck, "aber das kommt nicht in Frage."
Mark verschluckte einen Fluch. "Können wir nicht wenigstens unter vier Augen darüber streiten?"
"Ihr meint Lissa?" Gail legte den Kopf in den Nacken und ihre Ohrringe zogen wütende Kreise. "Glaubt Ihr, ich gehöre zu der Sorte Frauen, die sich vor ihrem Hochzeitstag allein mit einem Mann abgeben?"
Mark starrte sie verblüfft an. Ihre Frechheit raubte ihm die Sprache. "Als ob es darauf ankäme!", stieß er schließlich hervor.
"Lissa ist meine älteste Freundin und engste Gefährtin. Ich schlage vor, Ihr gewöhnt Euch an sie. Sie kommt mit mir, wohin ich auch gehe."
"Sogar wenn Ihr kommt, geht sie nicht", murmelte Mark.
"Eine solche Äußerung steht einem Edelmann schlecht zu Gesicht", fauchte Lissa.
Großartig. Jetzt hatte er sogar das Standbild gegen sich aufgebracht. "Ziemen sich ihre Äußerungen vielleicht für eine verdammte Dame?"