Dieser Roman hat alle Bestandteile, die auch die Romane von Anne Rice auszeichnen. Er ist historisch angehaucht, hat jedoch eine zeitgemäße Sprache. Er ist kurzweilig und zu keinem Zeitpunkt oberflächlich. Er unterhält auf einem gehobenen Niveau und hat gut herausgearbeitete Charaktere. Die Beschreibung von Ländern und Städten ist so plastisch, daß der Leser meint, körperlich an den Ort des Geschehens versetzt zu sein. Hinzu kommt noch eine gehörige Portion Erotik.
Der Leser erhält einen ungefähren Eindruck davon, wie die Gebräuche und Sitten um 1773 in Amerika und, was ich als Kontrast sehr interessant finde, in England waren. Auch die Geringschätzung der Engländer gegenüber der Kolonie wird sehr schön herausgearbeitet, so daß die Unabhängigkeitsbestrebungen für den Leser um so verständlicher werden. Die Ironie liegt vor allem darin, daß der Titelheld ein glühender Verfechter der Monarchie ist.
Wie ich dem Anhang des Buches entnommen habe, gibt es noch vier weitere Romane, welche Jonathan Barret als Titelhelden haben. Da der erste Roman so vielversprechend war, hoffe ich, daß die Fortsetzungen recht schnell von FESTA aufgelegt werden.
Allen Lesern, die von den Vampirchroniken von Anne Rice begeistert waren, kann ich DER ROTE TOD nur wärmstens empfehlen. Wohlgemerkt, es ist keine Abkupferei, die P.N. Elrod da betreibt, sondern ein eigenständiger Roman, der mit dem Werk von Anne Rice auf einer Stufe steht.