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Der religiöse Fundamentalismus: Christentum, Judentum, Islam
 
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Der religiöse Fundamentalismus: Christentum, Judentum, Islam [Taschenbuch]

Klaus Kienzler
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Seit geraumer Zeit ist die Rede von Fundamentalismus" und von "fundamentalistischen" Tendenzen inflationär. Und das in allen Bereichen des gesellschaftlichen, politischen, aber auch kulturellen und religiösen Lebens. Die dramatischen Veränderungen im Iran durch die islamische Revolution in den 80er Jahren haben die Weltöffentlichkeit auf die Brisanz eines Phänomens aufmerksam gemacht, das als "Fundamentalismus" die Grenzen der islamischen Religion bei weitem überschreitet. So macht sich heute auch im Judentum religiöser Fundamentalismus durch massive Einflußnahme ultraorthodoxer religiöser Kreise auf das Staatsleben in Israel bemerkbar. Auch im christlichen Bereich formieren sich Kräfte, die etwa den ausschließlichen Wahrheitsanspruch eines buchstabengetreuen Bibelverständnisses vertreten, absoluten Gehorsam gegenüber den tradierten und aktuellen Weisungen der Amtsträger selbst in Detailfragen der Lebensführung fordern und jede Toleranz des Glaubens gegenüber dem Pluralismus unserer Welt als modernistischen Irrweg bekämpfen."

Über den Autor

Kienzler

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Der Autor gibt kurz und präzise einen Überblick über den Fundamentalismus in den genannten großen Religionen. Er zeigt auf, daß alle diese Religionen, bedingt durch ihre Geschichte oder bestimmte Aspekte ihres Glaubens, fundamentalistische Züge annehmen können. Insofern ist keine Religion sicher vor fundamantalistischen Strömungen. Ein sehr guter Überblick für den "eiligen", insbesondere aber auch jungen Leser, der sich orientieren möchte. M.E. sehr empfehlenswert.
MJA
War diese Rezension für Sie hilfreich?
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Das Buch orientiert gut verständlich über den religiösen Fundamentalismus im Christentum, Islam und Judentum.
Kienzler schreibt: "Fundamentalistische Gefahren tun sich in der Kirche auf, wenn das Gleichgewicht der Momente zugunsten eines Momentes verschoben wird".

Es bleibt jedoch die Frage:
Kann man den Fundamentalismus hinreichend beschreiben, ohne seine Feindbilder zu beschreiben?

Auch die Fragen von Hans G. Kippenberg bleiben offen:
Ist der Fundamentalismus ein pathologisches Symptom oder ein soziales Phänomen?
Ist er Ausdruck einer Flucht aus der modernen Lebenswelt oder ein begründeter Widerstand gegen sie?
Ist er eine Abkehr von der modernen Welt oder eine Abrechnung mit ihr?"

War diese Rezension für Sie hilfreich?
24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Die moderne Theologie kann einiges bieten, aber, so weit sie ehrlich und redlich ist, keine verbindliche, unbezweifelbare "Botschaft" mehr. Sofern's ums Eingemachte, ums große und ganze geht, ist sie heillos zerstritten.

Andererseits haben Theologen zumindest aller westlichen Religionen ihren Anhänger über Jahrhunderte eingetrichtert, man könne nicht ohne absolute Wahrheiten und unhinterfragbare Anweisungen leben. Dieses so lang beworbene Produkt können die Großkirchen heute, sofern sie redlich sind, nicht mehr liefern.

Es sind daher gerade die Frommen, diejenigen, die nach absoluten Lehren gieren, die sich von den Kirchen ab- und dem Fundamentalismus zuwenden.

Hier ist die Welt noch in Ordnung: Der heilige Text und dem heiligen Vorbeter darf geglaubt werden, "belastende" Zweifel und Hinterfragungen werden hinweggefegt. "Luja, sog I", und damit aus.

Oder besser: nicht aus. Von Fundamentalisten kommen Reden, Ansprüche, Handlungen. Je fundamentalistischer die Person eingestellt ist, desto mehr sind diese Ausgaben direkte Produkte der eingetrichterten Heiligen Lehre.

Das muß nicht immer in Gewalt enden. Da aber die religiösen Schriften von Christen, Juden und Muslimen mit Gewaltaufforderungen und Hetzen gespickt sind, kommt es oft genug dazu.

Der skizzierten Analyse nach bilden Fundamentalismus und Religiösität keinen Widerspruch, im Gegenteil: Fundamentalismus ist die Bezeichnung dafür, wenn jemand es mit der Religion in Wort und Tat ernst meint.

Genau da liegt Klaus Kienzlers Dilemma: Als Theologe, Fundamentaltheologe zudem, kann er kaum dagegen reden, daß es jemand mit der Religion ernst meint. Und so gerät sein Buch zu einem wackeligen Eiertanz zwischen der Verurteilung des Fundamentalismus als religiöser Verirrung einerseits und der richtigen, historisch-kritisch geläuterten, Wahren Lehre andererseits.

Über weite Strecken bleibt er daher an der Oberfläche des Phänomens, betreibt Wortspiele statt Begriffsanalyse, und geht den Wurzeln historischer Entwicklungen nicht nach. Zwar erhält man einen Einblick in den protestantischen Fundamentalismus, der dem Wort nach im 19. Jahrhundert in den USA entstand, später auch nach Europa kam und hier unter verschiedenen Namen sein Wesen trieb und treibt. Auch auf katholische Spielarten geht Kienzler ein.

Fundamentalismus ist kein allein christliches Phänomen: Gut ein Sechstel der insgesamt knapp hundertzwanzig Seiten des Buches widmet Kienzler des Islam und seinen fundamentalistischen Ausprägungen. Die Bedeutung von Koran und Sharia wird beleuchtet, ebenso der Islamismus als Gegenbewegung zur "Verwestlichung". Das alles ist knapp und etwas oberflächlich, zeugt aber durchaus von einigen Kenntnissen.

Auch der jüdische Fundamentalismus als eine relativ junge, besonders unter den "Siedlern" Israels und den Großisrael-Verfechtern verbreitete Bewegung, bekam ihr eigenes Kapitel.

Kienzlers Nachwort bleibt zwar gewohnt wolkig, verdeutlicht aber das Dilemma, in dem er steckt: Eine scharfe Trennung zwischen Fundamentalismus und "wahrer" Gläubigkeit ist zumindest für die westlichen Religionen gar nicht möglich, eine scharfe, an die Wurzeln des Fundamentalismus gehende Kritik wäre für die Religionen letztlich Selbstmord.

Aus dieser Einsicht, daß eine Kritik des Fundamentalismus mit seinen bekannten Folgeerscheinungen letztlich auf eine Kritik der Religion schlechthin hinausläuft, ziehen er und ich andere Folgen. Kurzum, ich halte seine Haltung für halbherzig und intellektuell unredlich.

Sein Buch ist mehr Botanik als Biologie, es beschreibt die bunten Gewächse im Garten des Fundmentalismus', ohne mehr als eine oberflächliche Systematik oder Analyse zu bieten.

Wer in das Thema einsteigen möchte, kann das mit diesem Buch tun - er wird dadurch nicht dümmer.

Wer dagegen an den intellektuellen und psychologischen Grundlagen des Fundamentalismus im allgemeinen interessiert ist, wird mit Hubert Schleicherts "Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren" um Klassen besser und tiefgründiger bedient.

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