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Der perfekte Frieden: Roman (suhrkamp taschenbuch)
 
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Der perfekte Frieden: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Amos Oz , Ruth Achlama
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 9 (27. Mai 1990)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518382470
  • ISBN-13: 978-3518382479
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,9 x 2,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 634.331 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

"Amos Oz erzählt die Geschichte eines Kibbuz, eine Geschichte, die er kennt; denn er hat selbst über 30 Jahre lang in einer dieser Keimzellen des israelischen Staatswesens gelebt. Er kennt sie, diese Jonathans, Asarjas, Sruliks, Joleks, Chawas und Rimonas, er kennt sie in ihrem Bedürfnis, irgendwo zuhause zu sein. Das Gefühl, das sie alle umtreibt, heißt Sehnsucht. Sehnsucht nach einem Staat, in dem sie frei und sicher leben können bei den Zionisten alten Schlages, Sehnsucht nach Abenteuer und einer weiten, einer grenzenlosen Welt bei der Jugend, die bereits in der Geborgenheit und der Zucht eines Kibbuz aufgewachsen ist, Sehnsucht nach dem perfekten Frieden bei einem wie Jonathan Lifschitz, der eines Tages beschließt, seine Frau, seine Eltern und die Gemeinschaft der ändern Kibbuzniks zu verlassen, um jenen Ort auf der Welt zu suchen, an dem er wirklich ,zuhause und bei sich selbst wäre." Klara Obermüller, Die Weltwoche

Über den Autor

Amos Oz wurde am 4. Mai 1939 als Amos Klausner in Jerusalem geboren und wuchs auch dort auf. Seine Eltern waren 1917 von Odessa nach Wilna (damals Polen) geflüchtet und wanderten von dort nach Palästina aus. 1954 trat er dem Kibbuz Chulda bei und nahm den Namen Oz an, der auf hebräisch Kraft, Stärke bedeutet. Von 1960 bis 1963 studierte er Literatur und Philosophie an der hebräischen Universität in Jerusalem und kehrte nach seinem Bachelor-Abschluss in den Kibbuz zurück und lehrte bis 1986 Literatur und Philosophie an der Oberschule Hulda. Seit dem 6-Tage-Krieg war er in der israelischen Friedensbewegung aktiv und befürwortete eine Zwei-Staaten-Bildung im israelisch-palästinensichen Konflikt. Er ist Mitbegründer und herausragender Vertreter der seit 1977 bestehenden Friedensbewegung Schalom achschaw (Peace now). Seit 1987 lehrt er Hebräische Literatur an der Ben-Gurion Universität von Negev, Beesheba. Die Werke von Amos Oz wurden in 37 Sprachen übersetzt. Er hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten.

 

Zeittafel

04.05.1939
geboren in Jerusalem als Amos Klausner, aufgewachsen in einer gebildeten rechts- zionistischen Gelehrtenfamilie, die 1917 von Odessa nach Wilna (damals Polen) geflüchtet war und von dort 1933 nach Palästina auswanderte.

1954
trat er - zwei Jahre nach dem Tod seiner Mutter - dem Kibbuz Chulda bei; Abschluß der Schule (religiöse Grundschule, weltliche Oberschule). Dort nahm er den Namen »Oz« (hebr. Kraft, Stärke) an.

1957-1960
Wehrdienst

1960-1963
Studium der Literatur und Philosophie an der hebräischen Universität in Jerusalem. Abschluß mit dem B.A., danach Rückkehr in den Kibbuz.

ab 1961
erste literarische Veröffentlichung

1963-1986
unterrichtete Amos Oz Literatur und Philosophie u. a. als Lehrer an der Oberschule Hulda.

1967
während des 6-Tage-Krieges kämpfte Amos Oz in einer Panzereinheit auf dem Sinai und

1973
während des Jom-Kippur-Krieges auf den Golan-Höhen. Seit dem 6-Tage-Krieg war er in der israelischen Friedensbewegung aktiv und befürwortete eine Zwei-Staaten-Bildung im israelisch-palästinensichen Konflikt Er ist Mitbegründer und herausragender Vertreter der seit 1977 bestehenden Friedensbewegung Schalom achschaw (Peace now).
Amos Oz hat ein Jahr in Oxford studiert und wurde später wiederholt zu Vorträgen und Lesungen in die Vereinigten Staaten eingeladen.

1986
verließ Amos Oz mit seiner Familie den Kibbuz und lebt seitdem in Arad in der Negev-Wüste.


Seit 1987 lehrt er Hebräische Literatur an der Ben-Gurion Universität von Negev, Beesheba Die Werke von Amos Oz wurden in 37 Sprachen übersetzt. Er hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten.


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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Leider zu langatmig 10. Oktober 2000
Von McJ
Format:Taschenbuch
Amos Oz ist sicherlich einer der wichtigsten Stimmen aus Israel, einer, bei dem sich das Zuhören respektive Lesen lohnt. Seine Reportagen (in Buchform) und auch die des öfteren in Deutschland erscheinenden Interviews und Zeitungsartikel geben ein eindrucksvolles und informatives Bild vom heutigen Israel. Zudem ist Oz auch (literarischer) Kosmopolit, was es ihm ermöglicht, Israel ein Stück weit 'von außen' zu betrachten.

'Der perfekte Frieden' ist jedoch der erste Roman, den ich von ihm gelesen habe und ich bin etwas enttäuscht. Er entwirft ein Panoptikum der verschiedenen Bewohner eines Kibbuz Mitte der 60er Jahre, meist in einem liebevoll-ironischen Ton. Mir fällt das Wort 'Menschenfreund' ein - Oz beschreibt die Macken und Eigenheiten seiner Protagonisten so, daß man sie nie ganz ernst nehmen kann, aber dennoch gerne hat. Eingebettet ist die Geschichte in eine Zeit 'zwischen zwei Kriegen'. Dies war für mich der vielleicht interessanteste Aspekt. Man kann sich in Israel 'einfühlen', versteht dieses Land etwas besser, wenn man sich bewußt wird, daß Krieg oder die Bedrohung von Krieg, der Überlebenskampf des Landes einen ständigen Kontext des dortigen Lebens bildet. Jeder hat seine Kriegserinnerungen und trotzdem stellen sich die Leute Überbleibsel aus bombardierten arabischen Dörfern als ironisches Kunstwert in ihren Vorgarten - Krieg und Zerstörung als Normalität.

Doch bildet dies nur den Hintergrund. Im Zentrum steht dagegen eine Dreiecksgeschichte, ein Dreieck das von drei sehr unterschiedlichen, nicht ganz 'normalen', d.h. durchschnittlichen Menschen gebildet wird. Einer will weg, einer will ankommen und eine will eigentlich nur Liebe. Trotzdem passen diese Menschen letztlich zusammen. Leider kann die Beschreibung der menschlichen kleinen und großen Sorgen und Hoffnungen nicht den ganzen Roman zusammenhalten. Oz versucht seitenlange Einblicke in das Innenleben der Protagonisten zu finden, ihre Wünsche auszuloten. Auf Dauer ermüdet das doch, denn eine eigentliche Handlung setzt erst im letzten Drittel des Buches ein. Es wäre übertrieben, zu behaupten, man müsse sich durch das Buch quälen - dazu schreibt Oz zu amüsant und zu interessant. Aber vieles hätte doch etwas Straffung vertragen können. Nur bedingt zu empfehlen!

War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ausbruch aus dem Kibbuz 16. Juni 2008
Von Diethelm Thom VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Oz, Amos, Der perfekte Frieden, 1982, (Suhrkamp Taschenbuch 1990)

Dieser Roman ist als erzählerisches Werk fesselnd und interessant, er bietet gleichzeitig eine hervorragende Möglichkeit, die Probleme der Menschen in Israel von innen heraus zu verstehen. Dargestellt wird der Generationenkonflikt zwischen der ersten Vätergeneration der zionistischen Siedler und Staatsgründer und der zweiten Generation der Söhne, die im Kibbuz leben, das Land kultivieren und verteidigen. Gleichzeitig - und das macht das Buch bedeutend - geht es um eine Ausweitung dieses Konflikts ins Philosophische und Universale.

Im Mittelpunkt steht Jonatan, der seit seiner Geburt im Kibbuz lebt, ihn aber verlassen will, weil er es nicht mehr erträgt, nur im Kollektiv zu existieren und zu funktionieren, weil er endlich sein eigener Herr sein, das Leben in der großen Welt wagen will, statt nur im deprimierenden täglichen Einerlei zu verkommen. Entsprechend herrscht im ersten Teil des Romans Winter (1965), es ist ein ungewöhnlich langer, kalter, verregneter Winter, der gleichzeitig die politische Depression in Israel vor dem Sechs-Tage-Krieg widerspiegelt - von Amos Oz eindringlich geschildert. Jonatan fühlt sich an Rimona, seine zwar schöne, aber frigide Frau gefesselt, die von anderen gar als geistesschwach bezeichnet wird. Den ganzen Roman hindurch besteht die Spannung, ob Jonatan der Ausbruch und eine glaubwürdige Lebensgestaltung gelingen wird.
Ein ganz gegensätzlicher Typ zu Jonatan ist der gleichaltrige Asarja, den es aber in den Kibbuz hineinzieht. Er glaubt, "dass der Kibbuz etwas Wunderbares ist, das den Juden nach allen Leiden und Verfolgungen widerfahren ist" (265). Während Jonatan verschlossen, eigenbrötlerisch erscheint, wirkt Asarja in einer geradezu lächerlichen Weise redselig, zwar scharfsichtig, aber um Anerkennung und Liebe buhlend, die ihm als Einwanderer aus der Diaspora bisher versagt war. Rimona akzeptiert diesen Asarja als Freund, ebenso wie Jonatan es tut, bis er sich bei ihnen einnistet und die drei fortan trotz des Unverständnisses der Älteren zusammen leben - Rimona schläft eben mit beiden. Am Ende des 1.Teils lesen wir, wie Jonatan Asarja gewissermaßen als Statthalter bei Rimona zurücklässt, er macht sich nämlich wirklich heimlich davon, ohne irgend jemand ein Wörtchen zu sagen.
Der zweite Teil ist mit "Frühling" überschrieben, (obwohl gegen Ende hin auch die Ereignisse im Sommer 1966 geschildert werden und schließlich noch ein Ausblick nach Ausbruch und Abschluss des Sechs-Tage-Krieges im Mai 1967 gegeben wird): Jonatan zieht es nach Süden in die Toten- und Felsenstadt Petra, wobei er per Anhalter die Wüste Negev durchqueren muss. Besonders in diesem Zusammenhang erfolgt die Ausweitung des Geschehens ins Universale und allgemein Menschliche: Die Natur spiegelt nun in ihrer Großartigkeit zunächst scheinbar Jonatans Befreiung wider, gleichzeitig werden aber seine inneren Qualen deutlich: "Mit geschlossenen Augen sehnte Jonatan sich nach diesem leidensfreien Tod, der ihn zu einem weiteren Stein in der steinigen Wüste machen würde - endlich ohne Gedanken, ohne Sehnsucht, kalt und ruhig dazuliegen. Kalt und vorhanden. In ewigem Frieden" (419f.). In diesem Sinne ist auch der Titel zu verstehen. In einer surrealistisch anmutenden Schilderung einer Nacht in der Wüste brechen schließlich die Erkenntnisse in Jonatan durch, die ihm Klarheit über sich bringen und sein weiteres Verhalten bestimmen.
Im Kibbuz ist inzwischen sein Vater Jolek (dessen Vaterschaft übrigens nicht eindeutig geklärt ist), die übermächtige Führerfigur, in die Demenz abgedriftet, während die mit Jolek überworfene Mutter sich zu dem neuen Kibbuzsekretär Srulik hingezogen fühlt und einen neuen Sinn darin findet, sich um das Baby zu kümmern, das Rimona erwartet. Wir haben bis hier das Geschehen teils von einem allwissenden Erzähler, teils aus der Perspektive der einzelnen Gestalten geschildert bekommen, und das bedeutete eine abgehobene und überlegene Sichtweise des Lesers. Der zweite Teil besteht nun zunehmend aus den Tagebucheintragungen dieses Srulik. Srulik eignet sich für die große Perspektive, ihm fehlt zwar die tiefere menschliche Einsicht, aber er ist ein redlicher, anständiger Typ, der das Leben bisher verpasst hat und nun aus abgeklärter Sicht nach dem Sinn seines und des Lebens schlechthin fragt und gegen Ende bekommen wir auch etwas, das einer Sinndeutung nahe kommt und sich auf alle Beteiligten bezieht: "Die Liebe ist mir immer noch unbegreiflich... Der Schmerz ist eine Tatsache. Aber trotz allem ist mir klar, dass wir hier zwei, drei Dinge tun können und damit auch tun müssen. ... Welchen Sinn das hat? Ich weiß es nicht" (480). So endet der Roman. Dazu noch einige erklärende Worte: Der Schmerz erscheint Srulik (und damit wohl dem Autor) als eine Grundgegebenheit, er zeigt sich im Kampf und im Streben nach Macht, z.B. in Jonatans Wunsch die Welt gewaltsam zu erobern ebenso wie in den gedankenlosen Grausamkeiten, die Menschen sich gegenseitig zufügen (vgl. S. 468) . Srulik weiß nicht, wie man diesen Schmerz aufheben kann: "Durch Einsamkeit? Durch Askese? Mit Worten? Oder umgekehrt durch rasende Ekstase..?" (472). Er weiß es nicht, aber: "In diesem Punkt weigere ich mich zu verzichten. Ich werde weiterhin auf Antwort warten." (472). Der Liebe traut Srulik nicht, er sieht, wie sie vergehen und korrumpiert werden kann. Er glaubt nur an seine konkrete Tätigkeit als Führer des Kibbuz und daran, die notwendigen Dinge zu tun - wie Jonatan sie dann auch tut.

So weit der Roman in Umrissen. Was nur in der Lektüre erlebbar wird: die eindringlichen Schilderungen der Natur und des Alltags im Kibbuz sowie die Darstellung der ungewöhnlichen, z.T. bizarren Menschen, die immer wieder auch mit groteskem Humor geschildert werden und sich unvergesslich einprägen. Man wird den Roman besser verstehen, wenn man den Zusammenhang mit Amos Oz' Autobiografie sieht, die er 2004 mit "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" vorgelegt hat. Er selbst war im Kibbuz und hat ihn wieder verlassen, auch bei ihm gibt es einen fundamentalen Vater-Sohn-Konflikt und den Dostojewskischen Typ des Asarja dürfte er in sich selbst vorgefunden haben. Amos Oz hat mit diesem Roman ein vitales und menschliches Buch geschrieben.
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