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Der nackte Berg: Nanga Parbat - Bruder, Tod und Einsamkeit
 
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Der nackte Berg: Nanga Parbat - Bruder, Tod und Einsamkeit [Gebundene Ausgabe]

Reinhold Messner
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 319 Seiten
  • Verlag: Malik Verlag; Auflage: 5 (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3890292119
  • ISBN-13: 978-3890292113
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,9 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 354.941 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Reinhold Messner
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Viele spannende Bergsteiger-Bücher hat der Südtiroler Reinhold Messner bereits veröffentlicht, von der Mount-Everest-Besteigung über das Annapurna-Abenteuer bis hin zu seiner Antarktis-Tour. Das Werk Nanga Parbat -- Bruder, Tod und Einsamkeit fällt, wie der Titel erahnen lässt, aus der Reihe. Denn hierbei geht es weniger um die Auseinandersetzung mit dem Berg als um die mit dem Tod.

Aber von vorne. Da wäre also zum einen der mächtige Nanga Parbat, der seit mehr als 100 Jahren die besten Alpinisten aus aller Welt magisch anzieht -- vor allem wegen der 4.500 Meter hohen Rupalwand, die als höchste Eis- und Felswand der Erde gilt. Vom nackten Berg -- so die deutsche Übersetzung von Nanga Parbat -- fühlten sich im Jahr 1970 auch die Brüder Reinhold und Günther Messner angezogen. Wobei wir schon beim zweiten Punkt sind: dem geliebten Bruder, der beim Gipfelabstieg von einer Lawine verschüttet wird und stirbt.

Obwohl dieses tragische Ereignis bereits über 30 Jahre zurück liegt, erzählt Reinhold Messner davon, als ob es erst gestern geschehen wäre. Eher noch: als ob es gerade geschehen würde. Die exakte Wiedergabe der Route, die diversen Dialoge, vielmehr noch die offene und detaillierte Darlegung seiner Gefühle und Gedanken (Stichwort Einsamkeit) sind angesichts dieser Zeitspanne erstaunlich und verdeutlichen umso mehr, wie präsent der Verlust des Bruders bis heute geblieben ist.

Im Prolog ist sogar vom "Schlüsselerlebnis meines Lebens" die Rede -- und von einer "Grenzüberschreitung vom Diesseits zum Jenseits, vom Leben zum Tod, vom Tod zum Leben" und "vom schwierigsten Weg meines Lebens". Bei all den nachdenklichen Zeilen tritt die Tatsache, dass Reinhold Messner als erster Bergsteiger die mächtige Rupalwand durchstieg, fast in den Hintergrund. Das macht das Buch allerdings keineswegs weniger spannend. --Christian Haas

Kurzbeschreibung

Sein Gipfel ist bedeckt von glitzerndem Firn, eisüberströmt sind seine Grate und Flanken – der Nanga Parbat ist seit 100 Jahren der Gral der besten Bergsteiger. In den dreißiger Jahren versucht sich der berühmte Willy Merkl als einer der ersten an diesem Schicksalsberg – und kommt dabei um; seinem Halbbruder Karl Herrligkoffer wird es zur Obsession, den »Nanga« für ihn zu bezwingen. Immer wieder rüstet er Expeditionen dorthin aus. 1970 dann plant er mit den Brüdern Messner die schier unmögliche Besteigung über die 4500 Meter hohe Rupalwand, die höchste Eis- und Felswand der Erde. Und auf beklemmende Weise wiederholt sich die Geschichte: Beim Abstieg wird Reinhold Messners Bruder Günther von einer Lawine verschüttet. Die tragische Erinnerung an die Ereignisse läßt Reinhold Messner bis heute nicht los. »Der nackte Berg« ist die Geschichte des Sterbens und Überlebens, in der Messner zum Beobachter seiner eigenen Tragödie wird.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
81 von 92 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Jolimo
Format:Gebundene Ausgabe
Vorab: Vieles gibt es zu bewundern an Reinhold Messner, dem großartigen Bergsteiger, intelligenten Abenteurer, Verfasser von etlichen faszinierenden Büchern, dem Mann, der mit einer unerschöpflichen Energie so viele Pläne und Projekte verwirklichte, dass sie fünf Leben füllen könnten. Aber Reinhold Messner ist auch, anders hätte er sicher nicht so viele Erfolge gehabt, ein grandioser, oft auch rücksichtsloser Egomane. Er ist ein Mann, der es fertig brachte, den viel schlichteren Peter Habeler, seinen Gefährten nicht nur am Mount Everest, einen 'Kasperl' zu nennen, nachdem ihm eine Unternehmung missglückt war.(Ich habe es selbst gelesen) Und das, obwohl - oder weil - Habeler dem schneeblinden Messner am Everest das Leben gerettet hatte. Habelers Verbrechen war gewesen, von Messners Schwäche zu berichten.

Warum das hier? Nun, weil mir Messners 'Der nackte Berg' auch eher den nicht so sympathischen Messner zu zeigen scheint, wenn auch nicht so krass wie im Falle Habeler. Ich zweifle nicht, dass das Buch für viele eine spannende Lektüre sein kann, und ich will auch gar nicht vom Lesen abraten. Wieso dann mein Urteil?

Weil mir das Buch, absichtlich oder unabsichtlich, nicht wirklich aufrichtig zu sein scheint. Ein Buch über Messners Bruder? Auch, und was Messner über seinen Bruder schreibt, macht beiden Ehre. Aber daneben und vor allem empfinde ich das Buch als eine Abrechnung mit dem toten Karl Herrligkoffer. Es scheint mir der Versuch, mehr als 30 Jahre nach den Ereignissen und nach den hässlichen Streitigkeiten, aus denen Messner einmal nicht als strahlender Sieger hervorging, das letzte Wort zu behalten. Antworten kann ihm ja niemand mehr. Ich glaube zwar keineswegs, dass Herrligkoffer eindeutig im Recht war, auch wenn er juristisch Recht bekam. Aber es ist nicht absolut redlich, heutigen Lesern, die häufig nichts von damals wissen, die Ereignisse einseitig zu erzählen. (Von dem berüchtigten Streit um die rote Rakete erfährt der Unkundige nur Messners Deutung des Signals. Er verschweigt, dass ihm heftig widersprochen wurde. Er erwähnt auch nirgends den von ihm verlorenen Prozess und worum es dabei ging.)

Nicht ganz aufrichtig auch in den Mitteln. Zu selten und fast immer nebenbei sagt Messner, was man ihm und was er Herrligkoffer vorgeworfen hat. Vielleicht musste er sich an juristische Vorgaben oder an Absprachen mit Herrligkoffers Erben halten, um überhaupt das Buch veröffentlichen zu können. Aber er arbeitet mir zu oft mit Andeutungen, mit suggestiven Formulierungen und Fragen, ja mit Sticheleien. (Es reizt mich, all das zu belegen, aber dazu reicht der Platz nicht). Häufiger ist seine Darstellung in sich widersprüchlich. So stellt er, ein Beispiel, Herrligkoffer als verschlossen, abweisend, andere ausnutzend dar. Lässt er sich dann aber beraten, spricht Messner von 'Einsagern', ohne deren Namen zu nennen. Als jedoch Herrligkoffer zuletzt, vor dem entscheidenden Besteigungsversuch, Messner selbst Pläne entwerfen lässt und sie akzeptiert, ohne andere zu befragen, da ist Messner sehr angetan und lobt Herrligkoffer. Nicht selten auch wirft Messner anderen (Herrligkoffer, Felix von Kuen, seinem damals wohl härtesten Konkurrenten in der Bergsteiger-Hackordnung) genau das vor, was er selbst tut.
An entscheidender Stelle wird das Buch verwirrend unklar. Nämlich dort, wo es um die berühmten Hilferufe nach Gipfelabstieg und Biwak geht, um die Rufverbindung zu den aufsteigenden Scholz und von Kuen. Wer nicht schon früher Messner oder andere Berichte gelesen hat, kann sich hier kein klares Bild machen oder muss notgedrungen Messners Sichtweise übernehmen. Aber die schon von Herrligkoffer monierten 'Ungereimtheiten' bleiben für mich.

Am meisten bedauere ich, dass Messner nicht die Gelegenheit genutzt hat, einmal ganz offen die psychologische Gemengelage bei einer solchen Expedition zu schildern. (Vielleicht hätte er dann einen Roman schreiben können oder sollen? Teile des Buches lesen sich ja schon romanhaft, etwa nach 30 Jahren wörtlich wiedergegebene Dialoge.) Also die Geschichte eines Mannes (Messner), der sich aus einem ehrgeizigen Traum heraus einer Expedition anschließt, deren Führer und deren Grundidee, vielleicht zu Recht, er nicht anerkennt. Eines Mannes, der von Natur aus unfähig ist, irgendeinen über sich (oder auch nur neben sich) anzuerkennen. Der für den - zugegebenermaßen nicht gerade von Menschenkenntnis und Wissen um Bergsteigerpsychologie zeugenden - Leitgedanken der früheren Bergexpeditionen, dass Teamarbeit schließlich zu einem 'Gipfelsieg' führen soll, wobei es gar nicht so wichtig ist, wer nun auf dem Gipfel steht, eher Spott als Verständnis hat. Die Geschichte der unausweichlichen Argwöhnerei oder auch nur Eifersüchtelei, der unausgesprochenen Sehnsüchte und Befürchtungen. Aber dazu hätte Messner meiner Einschätzung nach dem Leser (und vielleicht auch sich) eingestehen müssen, dass sein Ziel eben nicht war, unter irgendeiner Führung als Teammitglied den Gipfel zu erreichen, sondern dass er als *erster* die Rupalwand durchsteigen wollte, und wenn möglich - fest planen konnte er das nicht - als einziger, allein wie der glühend verehrte Buhl bei der Erstbesteigung. Und womöglich zugeben müssen, dass in einem allergeheimsten Winkel die Idee, der kaum eingestande Traum sich versteckte, den Nanga Parbat zu überschreiten. Nicht als Plan, aber doch vorhanden.

Fazit: für Kenner der Materie nicht allzu viel Neues (die Geschichte des Abstiegs über die Diamir-Flanke hat man so ausführlich bei Messner noch nicht gelesen!); für alle anderen an Bergen Interessierte eine interessante Lektüre - aber auch lesen, was andere Beteiligte geschrieben haben (wenn noch auftreibbar).
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Viele Leute haben Reinhold Messner am Tod seines Bruders die Schuld zugeschoben, dies mag vor allem am Charakter Reinhold Messners liegen, dieser wird oft als rücksichtsloser Egomane beschrieben. Aber er wird verkannt, um alle 14 Achttausender ohne Sauerstoff zu besteigen und dabei nicht umzukommen benötigt man einen Charakter der keine Kompromisse zulässt, eben diesen hat Reinhold Messner, daraus erkärt sich auch die Haltung die er hat wenn er kritisiert wird, er hat es einfach als Einziger geschafft, also kann er auch mal "von oben herab" reden.

Reinhold Messner redet und schreibt "ungefiltert", das passt vielen Leuten nicht, er sagt gerade heraus was er denkt, dies sagte schon Peter Habeler der mit ihm zusammen als erster Mensch den Everest ohne Sauerstoff bestieg.

Hätte Reinhold Messner es geplant gehabt den Nanga Parbat zu überschreiten hätte er, wie er plausibel darlegt, zumindestens einen Pass, Geld und einen Schlaf- und einen Biwaksack mitgenommen. Er konnte nicht ahnen das sein Bruder Günther ihm nachsteigt. In über 8000 Metern Höhe ist das Urteilsvermögen stark herabgesetzt, kein Wunder das die Messner-Brüder, noch relativ unerfahren in diesen Höhen, sich zu dem gefährlichen Not-Abstieg über eine noch unbekannte Wand hinreissen liessen.

Den Brüdern fehlte ein Seil um sich über die übliche Route abzuseilen, dies nur deswegen weil Reinhold einen Alleingang geplant hatte, für den man kein Seil braucht, und Günther später dazugestossen ist.

Die Schuld oder Unschuld der anderen Expeditionsteilnehmer möchte ich mal als dahingestellt erachten, wenn sich ein Mensch in einer psychischen Ausnahmesituation befunden hat - die Messner sehr gut im Buch schildert - dann kann es sicher sein das einige Wahrnehmungen des Umfeldes verfälscht werden und nicht so zutreffen wie sie im Buch zu lesen sind, allerdings denke ich das sich in den Aussagen Messners ein wahrer Kern befindet.

Reinhold Messner ist, wie gesagt, ein schwieriger aber auch faszinierender Charakter den man meiner Meinung nach gut erahnen kann wenn man erst Messners Buch "Everest" und dann das Buch von Peter Habeler "Der einsame Sieg" gelesen hat.

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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein seltsames Nirwana ... 21. Dezember 2002
Von Tom
Format:Gebundene Ausgabe
Dass Reinhold Messner spannend erzählen kann, wissen wir. Dass er aber auch auf seine mitunter breiten philosophischen Tauchgänge verzichten kann, ist neu. In vorliegendem Buch zählt nur das Ereignis an sich, kein Daneben, Darunter, Innen oder Außen. Messner schildert so unmittelbar, als wäre er noch vor Ort, der Leser wird zu seinem Begleiter zwischen die Seracs der Rupalwand, über den eiskalten Gipfel und die längste Steilflanke der Welt, die Diamirflanke, hinab. Verstärkt wird die Authentizität durch Tagebucheintragungen seines Bruders und die exakte Wiedergabe diverser Dialoge. Die Unmittelbarkeit, mit der Messner den Leser am Geschehen teilnehmen lässt, fesselt, weckt Betroffenheit.

Neu sind auch die zwei Erzählebenen: Die eine schildert die "nackte" Wirklichkeit, das Geschehen per se, die andere kommentiert die Tragödie, versucht mit manchmal gewagter Tiefenschärfe das Geheimnis der Katastrophe zu ergründen.

Damit sei auch das Hauptthema des Buches genannt: die Rekonstruktion einer Tragödie, die Günther Messner, Reinholds Bruder, das Leben kostet. Aber es ist mehr als nur eine Rückblende - es ist der Versuch, ein Trauma zu bewältigen. Messner gräbt das scheinbar Vergessene und Bewältigte von neuem aus - und damit auch seine Verletzungen, Wunden, seine, anderer Menschen Schuld. Dass er dabei wild um sich schlägt, kennt man an ihm, das Kontroversielle gehört zu seiner Natur - er löst Kontroversen aus, nimmt sie aber auch an.

Gerade aus diesen Kontroversen bezieht das Buch seine eigentliche Spannung - aus dem Grenzgang zwischen den Extremen Mensch-Berg, Messner-Herrligkoffer, Egozentrik-Empathie, individuelles-kollektives Denken, Ehrgeiz-Eifersucht, Selbst- -Mitverantwortung, Selbstzerstörung-Überlebenswillen, Leben-Tod und, und, und. Ein atemberaubendes Spiel der Extreme - die Brüder Messner balancierend nicht nur am Grat zwischen den schwierigsten Wänden der Welt, sondern auch am Grat zwischen Sein und Nichtsein - die Konsequenz dieses (selbst-)mörderischen Spiels: Günther verliert es und fällt, Reinhold überlebt gerade noch ... Diese Polarität und die aus ihr entstehende Spannung geben dem Buch eine ungeheure Zugkraft, der man sich nur schwer zu entziehen vermag. Ein Abend genügt, um das Buch zu lesen.

"Ein seltsames Nirwana" nennt Messner die Welt der Achttausender. Wer selbst Höhenbergsteiger ist, weiß, was er damit meint ...

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Die neuesten Kundenrezensionen
Sehr zufrieden
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Veröffentlicht am 18. Oktober 2009 von Reinhard Wittler
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Der Nanga Parbat hat schon immer eine große Faszination auf die Bergsteiger ausgeübt, da seine Besteigung als größte bergsteigerische Herausforderung galt. Lesen Sie weiter...
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Der nackte Berg, Nanga Parbat
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Veröffentlicht am 2. April 2002 von Angela Schosser
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