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Produktinformation
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Interessant ist dabei, daß mich ein befreundeter Philosoph und Historiker (!) auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat. Er war von diesem Buch so beeindruckt, daß ich es mehr oder weniger lesen mußte, um mit ihm diskutieren zu können. Dieser Philosoph hat auch noch einen landwirtschaftlichen Betrieb, den er kurz danach mit einem Internetanschluß ausstattete, was für das Jahr 1995 noch eine außergewöhnliche Sache war.
Bill Gates, geb. 1955 in Seattle, war damals noch Chairman und Chief Executive Officer (CEO) der Mircosoft Corporation. Bei der Erstellung des Buches wurde er von zwei Personen "unterstützt". Nathan Myhrvold, promovierte Physiker und seit 1986 bei Microsoft, war damals Vice President und leitete die Abteilung für die Entwicklung moderner Technologien. Der Journalist und Pulitzer-Preisträger Peter Rinearson kennt Gates seit 1982. Damals verfaßte er das erste umfangreiche Zeitungsportrait über Gates und Microsoft. Er sorgte sicherlich dafür, daß das Buch auch für Laien lesbar wurde.
Für mich war damals vor allem die Auseinandersetzung mit IBM, die in diesem Buch einen breiten Bereich einnimmt von Ineteresse, weil ich damals mit diesem Unternehmen und über dieses Unternehmen eine Studie machen durfte. Zugleich war damals der Führungswechsel bei IBM. Lou Gerstner hat damals einen weit- und tiefgehenden Veränderungsprozeß begonnen. Gates setzte sich mit der Geschichte IBMs auseinander und versuchte sicherlich aus den Fehlern IBMs zu lernen. Er beschreibt auch in dem Buch, warum er bewußt Mitarbeiter von gescheiterten und krisengeschüttelten Unternehmen zu Microsoft holte. Es ging ihm darum, daß er auch Leute mir dieser Erfahrung in seinem blühenden Unternehmen hatte.
Weiteres beschäftigt sich das Buch mit der Informationsgesellschaft und deren Ausiwrkungen auf die Wirtschaft und den Alltag. Es werden aber auch die Risiken eines solchen strukturellen Wandels für die einzelnen betroffenen Unternehmen aufgezeigt. Dazu findet man auf Seite 101 aber ein aussagekräftiges Zitat:"Ich möchte beweisen, daß ein erfolgreiches Unternehmen sich selbst erneuern und seinen Platz an der vordersten Front behaupten kann."
Der Information Highway wird laut Gates unentbehrlich, "weil er eine Kombination aus Information, Bildung, Unterhaltung, Einkauf und privater Kommunikation bieten wird." Diese Aussage war 1995 noch ziemlich revolutionär, weil vor allem in Europa das Internet noch in den Kinderschuhen steckte und weitgehende noch im rein akademischen Bereich bzw. in größeren Unternehmen genutzt worden ist. Die meisten privaten Haushalte hatten für das Internet noch gar kein Bewußtsein.
Die Behandlung des Themas Informationsgesellschaft war nicht nur Stoff für einen Bestseller, sondern ein zentrales Thema in der Unternehmensentwicklung von Microsoft. Im Nachwort sieht man deutlich die Unsicherheit und Ängste, die es bei Microsoft damals gab: "Es ist ein bißchen beängstigend, daß im Zuge der Weiterentwicklung der Computertechnik kein Unternehmen imstande war, den führenden Rang, den es in einer Epoche besaß, in der folgenden Epoche zu behaupten." Nach dieser Regel hätte auch für Microsoft, das in der PC-Epoche führend war, die Stunde geschlagen. "Ich möchte diese Regel durchbrechen", meinte Gates als Antwort auf diese Bedrohung.
Das Buch war 1995 sicherlich revolutionär. Für "Laien" ist es manchmal nicht ersichtlich, warum die Autoren sich so intensiv mit Fragen der Unternehmensentwicklung und insbesonders mit IBM auseinandersetzen. Somit kann ich verstehen, wenn einige Leute das Buch nicht so gut finden. Mittlerweile gibt es davon auch ein Taschenbuch, das ich zum Nachlesen doch noch empfehlen kann. Ich denke, daß man im Jahr 2003 nun schon etwas mehr darüber sagen kann, wo und wie weit Gates recht hatte und wo er sich getäuscht hat.
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