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Der Weg nach Oxiana [Gebundene Ausgabe]

Robert Byron , Bruce Chatwin , Matthias Fienbork
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

20. August 2004
Unübertroffen, the best travel book ever, der Ulysses der Reiseliteratur:mit solchen Superlativen der englischen Kritik brauchen wir uns nicht aufzuhalten. Wer weiß schon, wo Oxiana liegt? Diese Region ist nach dem mächtigen Grenzfluß Oxus benannt, den Alexander der Große 328 vor Christus überquerte; heute heißt er Amu Darya, und die Sowjets mußten ihn überwinden, als sie in Afghanistan einmarschierten. Als von den Taliban noch keine Rede war, machte sich ein 28jähriger Nachkomme Lord Byrons auf den Weg dorthin. Man schrieb das Jahr 1933. Venedig, Zypern, Beirut, Jerusalem, Bagdad, Teheran, Kabul - das waren die Stationen seiner Forschungsreise. Die europäischen Klassiker langweilten diesen gelehrten Dandy; verliebt war er in die byzantinische und islamische Kultur. Verglichen damit ist New York nur ein Ameisenhaufen, sagte er. Weder Wolkenbrüche noch Zöllner und Flöhe konnten ihn aufhalten. Aus seinen scheinbar hingeworfenen Notizen spricht eine beinah unheimliche politische Hellsicht, und seine enorme Kennerschaft trägt dieser Autor mit sardonischem Witz. Von solchen Reisen kann die Gegenwart nur noch träumen.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 330 Seiten
  • Verlag: Eichborn AG; Auflage: 1., Aufl. (20. August 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821845201
  • ISBN-13: 978-3821845203
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 12,6 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 901.809 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

"Wer sich in der Reiseliteratur der dreißiger Jahre umschaut, wird am Ende feststellen müssen, daß Robert Byrons 'Der Weg nach Oxiana' das Meisterwerk ist. Byron, Gentleman, Gelehrter und Dandy, ertrank 1941, als sein Schiff auf dem Weg ins Mittelmeer von einem Torpedo getroffen wurde. In seinem kurzen Leben reiste er bis nach China und Tibet und in die meisten Länder im näheren Umkreis seiner Heimat. 1928 veröffentlichte er The Station, einen Reisebericht vom Berg Athos, und anschließend zwei bahnbrechende Studien über die byzantinische Kultur, die in den akademischen Kreisen seiner Zeit kaum beachtet wurden. Byron hatte handfeste Vorurteile. Abfällig äußerte er sich, unter anderem, über die katholische Kirche (nicht die orthodoxe), die Kunst des klassischen Griechenlands, über Rembrandt und Shakespeare. Auf den Einwand eines Intourist-Führers, daß ein Krämer aus Stratford-upon-Avon nie und nimmer solche Stücke habe schreiben können, meinte er nur: 'Genau solche Stücke erwarte ich von einem Krämer.' 1932 beschloß er, fasziniert von der Fotografie eines seldschukischen Grabturms in der turkmenischen Steppe, sich auf die Suche nach den Ursprüngen der islamischen Architektur zu machen. Und wenn man Byrons frühe Werke als Arbeiten eines erstaunlich begabten jungen Amateurs ansehen kann, so darf Der Weg nach Oxiana als das Werk eines Genies bezeichnet werden. Ich schreibe als Bewunderer, nicht als Kritiker. Vor langer Zeit habe ich das Buch zu einem 'heiligen Text' erklärt und damit über jede Kritik erhoben. Mein eigenes Exemplar, nach vier Reisen nach Zentralasien zerfleddert und fleckig, begleitet mich seit meinem fünfzehnten Lebensjahr. Ich verstehe daher nicht ganz, wenn behauptet wird, das Buch sei 'in Vergessenheit geraten' oder müsse 'den Bibliotheken entrissen' werden ..."

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20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Tagebuch Byrons als deatilreicher Reiseführer 13. Februar 2005
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Der Weg nach Oxiana ist nach wie vor fester Bestandteil der Reiseliteratur. Kein schnödes Standardwerk vom einsamen Planeten, sondern ein persönliches Dokument, ein Tagebuch, in dem der Autor seine Reise (im Jahr 1933) durch Persien bis nach Afghanistan erheiternd schildert. Sehr detailreich werden die (nach Meinung Byrons!) sehenswürdigen historisch-antiken Gebäude - oftmals nur in Form von Ruinen existent - beschrieben. Byron (eine Nachfahre des Lord) berichtet aus einer Zeit, in der Namen und Titel längst zerstäubter Herrscher und deren Paläste noch eben so zur Gegenwart gehören, wie aufkeimendes Konsumdenken und eine Modernisierung des Intellekts und Kriminalität in der Bevölkerung. Diese kommt in der Regel nicht allzugut bei seinen Aufzählungen weg, steht aber auch nicht grundsätzlich im Fokus. Byron legt das Gewicht was das angeht, in seinem Bericht auf Vorkommnisse, in denen meistens der unschlagbare Bürokratismus der persischen Beamten oder die örtlichen Gepflogenheiten bei Geschäfteleien im Vordergrund stehen, jedoch immer politisch korrekt, charmant und ohne bloßzustellen.
Er selbst wird durch kurze, sehr vereinzelt eingestreute Passagen beschrieben (ich hab's absichtlich passiv formuliert), in denen er seine Reaktionen (meist in Form von Ärger) schildert. Dies stellt ein Bild dar, das ein derzeit üblichen kolonialen Denkens durchaus gewollt skizziert, aber den Autor keineswegs unsymphatisiert.
Aus meiner Sicht sehr erfreulich waren die sehr kurzen, schnörkellosen Kapitel, die sich oftmals auf eine halbe - aber nie mehr als drei - Seiten erstrecken und somit jederzeit ein Absetzen und angenehmens Wiederaufehmen ermöglichen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Robert Byron: Der Weg nach Oxiana 8. Juli 2014
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
"Wir verteidigen die Freiheit des Westens am Hindukusch" diesen Satz hätte er eindeutig mit "Nein" beantwortet. Beide Länder sind derart treffend charakterisiert, einiges ist inzwischen besser geworden ( vor allem die Straßen und die Autos ). Das Lesen des Buches mit seiner politischen Einschätzung und Charakterisierung der Bewohner, der Politiker und ihrer Beamten hätte den westli-
chen Geheimdiensten eine Menge Fehlurteile erspart und so den Staaten viel Geld und Menschenleben. "Majoribanks" ist ein Synonym von der treffendsten Sorte. Das einzig Schlimme an dem Buch, das Schmunzeln gefriert einem auf den Lippen, wenn man an die Gegenwart denkt.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viel Ruinen und Geschichte, wenig Menschen 15. August 2013
Format:Gebundene Ausgabe
Das beste Reisebuch der Dreißiger? Bruce Chatwin huldigt ihm und seinem Autor in einem wenig informativen, aber hymnischen Vorwort meiner englischen Picador-Taschenbuchausgabe. Der große Dalrymple scheint zuzustimmen. Ein Erfolg war das Buch jedoch offenbar nicht.

Byron interessiert sich kaum für die Menschen unterwegs. Das sind alles Eseltreiber, Fahrer, bestenfalls Botschaftsangehörige. Die Bewohner eines Landstrichs nennt er pauschal "seedy mongrels". Zweimal hat er mild unfreundliche Begegnungen mit zwei unterschiedlichen Arabern und folgert: "So much for Arab charm." Dieser Byron hegt wohl nicht nur ein Faible für Architektur und Geschichte Zentralasiens, er scheint auch ein Völkerkundler von Gnaden zu sein.

Stimmt, es gibt einige pfiffige Dialoge, die Byron allerdings oft mit seiner schneidend arroganten Ironie prägt. Ansonsten lesen wir lange historische, kunsthistorische und architekturgeschichtliche Betrachtungen, Ruinenbesichtigung im Überfluss, und dann wieder resignierten Spott über das nächste verlauste Übernacht-Loch. Alkohol oder dessen Mangel thematisiert Byron auch wiederholt. Selten hatte ich Hot Country Reading, bei dem Land und Leute so wenig zu Leben kamen; seine nicht-enden-wollenden deskriptiven Absätze wirken heute noch langatmiger, da man das alles mit einem Klick in Google Streetview sieht. Andere Buchausgaben zeigen offenbar Byrons eigene Fotos, nicht so jedoch mein Picador-Taschenbuch.
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