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Der moralische Status der Tiere: Henry Salt, Peter Singer und Tom Regan (Praktische Philosophie)
 
 
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Der moralische Status der Tiere: Henry Salt, Peter Singer und Tom Regan (Praktische Philosophie) [Gebundene Ausgabe]

Andreas Flury
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 316 Seiten
  • Verlag: Verlag Karl Alber; Auflage: 1 (13. Januar 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3495478795
  • ISBN-13: 978-3495478790
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 621.598 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das Erscheinen von Peter Singers Animal Liberation (1975) hat eine heftige Debatte um den moralischen Status der Tiere entfacht. Der vorliegende Band bietet eine detaillierte Darstellung und Kritik der drei wichtigsten philosophischen Argumentationen zugunsten eines radikal aufgewerteten moralischen Status für Tiere. Schließlich legt der Autor dar, welche Eigenschaften einem Lebewesen das Recht auf moralische Berücksichtigung verleihen. Angelsächsische Philosophen haben in die hier behandelte Problematik ganz neue Argumente eingebracht, die gerade jetzt in der Praktischen Philosophie lebhaft diskutiert werden.

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Format:Gebundene Ausgabe
Für Tierrechtler erfreulich: in den letzten Jahren beschäftigen sich immer mehr Fachphilosophen mit ethischen Fragen in bezug auf Tiere, anders gesagt dem moralischen Status der Tiere, und nicht nur ein paar spinnerte Außenseiter. So ist denn auch das vorliegende Buch als philosophisches Fachbuch geschrieben und nicht in erster Linie für die „breite Masse“. Das merkt man u.a. an zwei Dingen: erstens ist es recht teuer und zweitens ist es teilweise in einer Sprache und einem Stil geschrieben, der Nicht-Philosophen das Lesen etwas erschwert. Ein zentraler Begriff des Buches ist „Axiologie“, was soviel wie „Wertlehre“ oder „Wissenschaft vom Wert“ bedeutet. Flury kritisiert im 1. Kapitel die „traditionelle Axiologie“, die Axiologie der „Menschlichen Würde“, die sich auf zwei Traditionen stützt: die Gott-Ebenbildlichkeit des Menschen und die Behauptung, daß der Mensch das einzige Lebewesen ist, das Vernunft besitzt. Seine Kritik gründet er hauptsächlich auf die Auswirkung der Evolutionstheorie von Charles Darwin und seinen Nachfolgern auf die Axiologie der menschlichen Würde. Hier finden sich einige neue, sehr interessante Argumente. Im 2. Kapitel beschäftigt er sich mit Henry Salt. Bereits 1892 erschien dessen Werk „Animals’ Rights“, das zu erstaunlich aktuellen Folgerungen und Forderungen in zahlreichen Bereichen der Tierrechte kommt. Peter Singer hat geschrieben, „daß die Verteidiger der Tierrechte dem Gedankengang von Sault kaum Neues beigefügt haben“. Die Begründung von Saults Tierrechtsethik allerdings ist eine rein spiritualistische: eine Tieren und Menschen gleichermaßen innenwohnende „anima“. Das 3. Kapitel behandelt Peter Singer und dessen Präferenz-Utilitaristischen Ansatz. Da er vielen Lesern bekannt sein dürfte, will ich ihn nicht näher ausführen (sonst: erst mal Singer lesen!). Flurys hauptsächlicher Kritikpunkt ist ebenfalls geläufig: Singer kann mit seiner Theorie das grundsätzliche Verbot, andere Lebewesen zu töten, nicht wirklich begründen. Das 4. Kapitel wendet sich der Axiologie Tom Regans in „The Case for Animal Rights“ zu (das übrigens Ende des Jahres endlich in deutscher Übersetzung erscheinen soll!). Ich unternehme den unmöglichen Versuch, Regans Theorie ganz kurz zusammenzufassen. Er unterscheidet „moral patients“ und „moral agents“. Moral patients verfügen über: Überzeugungen und Wünsche, Wahrnehmung, Erinnerung und Zukunftssinn, Wohlergehens- und Präferenzinteressen, ein individuelles Wohlergehen und weitere Eigenschaften. Für diese moral patients begründet Regan einen „inhärenten Wert“, d.h. einen Wert aus sich selbst und nicht in bezug auf die Nützlichkeit für andere Wesen. Als moral patients sieht Regan insbesondere ausgewachsene Säugetiere an (ohne damit eine Grenze zu anderen Tieren zu ziehen), aber auch Menschen, z.B. gewisse geistig Behinderte und Neugeborene. Moral agents verfügen darüber hinaus über eine Vielzahl von hochentwickelten Fähigkeiten, darunter die, moralische Abwägungen vornehmen und danach handeln zu können. Zu ihnen zählen Menschen, die über alle geistigen Fähigkeiten verfügen; möglicherweise aber auch gewisse Tierarten, z.B. Menschenaffen und Delfine. Die Hauptkritik Flurys ist, daß Regan die Zuweisung eines inhärenten Wertes gleichermaßen an moral agents und moral patients nicht ausreichend argumentativ begründet. Im 5. Kapitel nun stellt Flury den Entwurf seiner eigenen Axiologie vor. Dieser Entwurf ist sehr umfangreich und argumentiert derart vorsichtig, daß man ihm kaum widersprechen kann. Moralisch zu berücksichtigen sind danach - stark verkürzt wie alles in diesem Artikel - Wesen, die in der Lage sind, den Zustand, der durch mein Handeln eingetreten ist, von demjenigen ohne meine Beeinflussung zu unterscheiden. Die Theorie wird auf mehr als 50 Seiten herausgearbeitet und hat m.E. einen ganz entscheidenden Fehler: sie bleibt absolut allgemein und sagt überhaupt nichts dazu aus, welche Wesen denn konkret in die genannte Kategorie oder andere fallen. Als Quintessenz bleibt festzuhalten: Dieses Buch enthält eine Vielzahl von hoch-interessanten tierethischen Theorien und Argumentationen. Für alle, die sich ernsthaft mit Tierethik beschäftigen wollen, ist es unersetzlich. Sie sollten aber auf jeden Fall gegen Ende des Jahres nach der Übersetzung von „The Case for Animal Rights“ Ausschau halten!
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