An ihrem 12. Geburtstag erhält Paula einen Brief von ihrem Großvater, der sich in Ägypten aufhalten soll. Laut Brief soll sie einen Skarabäus erhalten, dieser ist jedoch nicht dabei.
Da Paula bislang nichts von einem Großvater weiß, glaubt sie zunächst an einen schlechten Scherz.
Doch wer soll sich diesen Scherz ausgedacht haben? Da Paula erst kürzlich mit ihrer Mutter in die Stadt gezogen ist und sie noch keine Kontakte knüpfen konnte, kann sie sich niemanden vorstellen, der das getan haben könnte.
Als Paula auch noch zum Geburtstag ein Buch über Ägypten von ihrer Mutter erhält, glaubt sie das dies kein Zufall sein kann.
In der Nacht träumt sie in der Wüste zu sein. Dort sieht sie ein Wesen in Menschengestalt mit dem Kopf eines Widders. Der Traum lässt sie auch nach Tagen nicht los.
Selbst in der Schule wird Ägypen das große Thema. Auch wenn Paula nicht mehr an den Brief denken möchte, wird sie durch die Projektwoche immer wieder daran erinnert.
Während der Herbstferien fährt Paula zu ihrer Großmutter, die ihr ein paar Informationen über ihren Großvater gibt. Dieser ging tatsächlich vor vielen Jahren nach Ägypten, offiziell gilt er aber als vermisst.
Auf dem Dachboden entdeckt Paula alte Fotos ihre Großvaters. Auch seinen Pass findet sie in einem kleinen Koffer. Doch in dem Koffer entdeckt sie noch etwas anderes: Einen Stein, der sich als Skarabäus entpuppt.
Doch wieso erzählt Paula niemand etwas davon? Was verschweigen ihre Mutter und ihre Großmutter?
Als Paula wenige Tage später für ihr Referat rechechiert, geht sie zu einem kleinen Antiquariat, um mehr über einen Skarabäus zu erfahren. Allerdings macht der Ladenbesitzer einen merkwürdigen Eindruck und schenkt ihr spontan ein Heft über ägyptische Götter, in dem auch mehrere Steine abgebildet sind.
Am gleichen Tag trifft sie sich mit ihrer Mutter im Café Zentral, mit der sie noch einmal über alles reden möchte. Auf der Toilette des Cafès entdeckt sie ein wunderschönes Gemälde, dass die Wüste abbildet. Paula fühlt sich zu diesem Bild magisch hingezogen und wünscht sich, direkt dort zu sein.
Wie durch ein Wunder findet sie sich wenige Sekunden in der Wüste wieder. Obwohl dies alles sehr irreal auf sie wirkt, will sie die Gelegenheit nutzen, um ihren Großvater zu finden. Doch auf was sie sich hierbei eingelassen hat, übertrifft alle Erwartungen.
Ein spannendes und gefährliches Abenteuer beginnt...
Puh, keine leichte Kost.
Obwohl dieses Buch mit gerade mal knapp 290 Seiten recht kurz gehalten ist, habe ich für meine Verhältnisse sehr lange für dieses Buch gebraucht.
Dabei ist dieses Buch gar nicht mal schlecht. Neben wunderschönen Kulissen, interessanten Informationen und tollen Recherchen über Ägypten glänzt dieses Buch auch mit einer sehr sympathischen und mutigen Protagonistin. Trotzdem fehlte mir etwas.
Das Buch wird aus der Sicht von Paula geschrieben. Am Anfang tat sie mir zunächst sehr leid, da sie sehr einsam rüberkam. Als Kunstlehrerin hat ihre Mutter nur sehr wenig Zeit für sie und schafft es nicht einmal richtig, den Geburtstag ihrer Tochter zu feiern.
Auch in der Schule findet sie nur sehr schwer Anschluss und gibt sich dadurch immer mehr Tagträumereien hin.
Für ihr Alter ist sie sehr reif und intelligent und geht ihr Abenteuer mutig an, ohne naiv zu wirken.
Aber auch Niko, der sie später auf ihrer Reise begleitet, ist der Autorin gelungen. Der leicht freche, aber auch neugierige Nachbarsjunge interessiert sich mindestens genauso sehr für Ägypten wie Paula.
Das Buch ist in einfachen, nicht zu langen Sätzen gestaltet und bietet einen tolles Gleichgewicht aus Gegenwart und Vergangenheit. Doch leider haben sich manche Kapitel unnötig in die Länge gezogen.
Die Covergestaltung ist wunderschön geworden. Neben einem Skarabäus findet man immer wieder leichte Goldspuren, die glänzen, wenn man sie gegen das Licht hält. Allgemein fällt mir auf, dass arsEdition sich immer sehr große Mühe bei der Covergestaltung gibt.
Die Kurzbeschreibung hält sich an das Wesentliche, ohne dabei zu viel zu verraten.
Hilfreich und interessant ist am Ende des Buches ein Glossar, dass sich noch einmal genauer mit den Göttern befasst. Aber auch die Skizze über den Amun-Tempel von Karnak hilft, sich alles genauer vorzustellen.
Aber auch der Illustrator hat ein großes Lob verdient. Seine detaillierten schwarzweiß Zeichnungen an den Kapitelanfängen sind sehr detailliert und passend.
Insgesamt konnte mich "Der magische Skarabäus" nicht komplett von sich überzeugen, weil mir die Geschichte nicht neu genug war. Während des Lesens musste ich immer wieder an "Arthur und die vergessenen Bücher" denken.
Für Fans der ägyptischen Geschichte ist dieses Buch jedoch ein absolutes Muss.