Auf drei CDs liest Ludwig Trepte die Geschichte des Jungen Finn auf treffende und sensible Weise. Seine Stimme bleibt immer ein bisschen fröhlich, auch wenn Finn gerade von den ernsten Tagen erzählt, die er durchmacht. Das liegt unter anderem daran, dass das Buch selbst nie vollkommen im Trübsal versinkt. Das macht es so wertvoll. Zwar verliert Finn ganz plötzlich seinen Vater und in der Folge seine farbige Haar- und Hautfarbe, aber sein Blick ist trotzdem auch nach vorn gerichtet. Er hat es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, dass sein Vater nicht vergessen werden darf. Darum erzählt er von all den schönen Erlebnissen mit ihm, auch wenn sie damals vielleicht gar nicht als diese registriert wurden. Im Nachhinein ist alles wichtig, um ein angemessenes Bild zu formen. Gleichzeitig weiß er, dass sein Vater nicht gewollt hätte, dass er nur noch traurig ist. So bedauert Finn zwar, dass die Bonbons, die der Vater ihm mitgebracht hat, langsam zur Neige gehen, aber er will sie auch genießen und so an den Vater denken. Klar hat Finn auch Angst, denn seine "Entfärbung" beunruhigt ihn schon sehr. Wird er vielleicht unsichtbar? Ein Geist? Aber er hat auch Freunde und eine Familie, die zu ihm halten und ihn aufmuntern. Er muss nicht denselben Weg wie sein Vater gehen. Wenn er seine Aufgabe erst einmal zufriedenstellend erfüllt hat, die Vergangenheit aufgearbeitet und ein angemessenes Bild seines Vaters in sich und den andren etabliert hat, kann er wieder an Farbe gewinnen und einer lebendigen Zukunft in die Augen schauen.
Wirklich schön zu hören oder zu lesen für Kinder ab 10.