Dieser Film ist (zumindest aus heutiger Sicht) kein Film, der, wie auf der DVD-Hülle geschrieben steht, nie dagewesene nackte Tatsachen enthüllt. Für pornografisch unerfahrene Filmliebhaber werden dennoch Grenzen in der Darstellung überschritten, ohne jedoch ständig Fleisch zu enthüllen. Für Erotik-Fans ist er sicher nichts, für Brando-Fans dafür ein absolutes Muss!
Gezeigt wird der psychische Zerfall eines Menschen, der nach dem Tod seiner Frau den Boden unter den Füßen verloren hat. Die Rollenverteilung der Protagonisten scheint zunächst klar zu sein, doch im Laufe des Films werden unerwartete Charaktere aufgedeckt, bis zu dem Punkt, an dem einem klar wird, dass der Film nur auf eine Weise enden kann.
In diesem Film schuf Marlon Brando eine Hommage an sich selbst, vom ersten Moment an ist man von seiner Rolle mehr mitgerissen, als man es je bei einem anderen Film erlebt hat. Ich bezweifle, dass es eine Frau gibt, die sich diesen Film ansehen kann, ohne in die Rolle von Jeanne (Maria Schneider) zu schlüpfen und jedes Gefühl, dass Brando in ihr auslöst, mitzufühlen.
Die äußere Handlung ist schnell erzählt: Ein Mann versucht, dem Gefühl der Leere, das er nach dem Tod seiner Frau empfindet, durch eine anonyme, sexuelle und scheinbar leicht kontollierbare Beziehung zu einer wesentlich jüngeren Frau zu ersticken.
Was den Film auszeichnet, ist die z.T. erschütternde Darstellung der psychischen Entwicklung der beiden Menschen, die in einem dramatischen Ende kulminiert.
Ein Must für alle Brando-Fans und jede vollständige Filmesammlung, wer ihn jedoch nur mal anschauen möchte, sollte ihn lieber ausleihen, denn es ist kein Film, den man sich immer und immer wieder ansehen kann.