16 Jahre sind seit der Rückkehr Hawkwoods aus dem fernen und fremden Westen vergangen. 16 Jahre, in denen sich die Königreiche Hebrion, Astarak und die östliche Allianz aus Torunna und Ostrabar auf die Ankunft der "Schiffe aus dem Westen" (so auch der Originaltitel) vorbereiten konnten. Nun ist es soweit: eine Armee fremder Magier landet an der Küste. Die Kirche ist gespalten, die anderen westlichen Reiche bereits an den gestaltwandelnden Magier Aruan verloren gegangen. Es zeigt sich, dass alle Vorbereitungen umsonst waren. Die Flotte der Allianz wird von den Magiern vernichtet und Stück für Stück fallen die freien Reiche Normannias. Nun ist es an Torunna und dessen König Corfe, dem genialen Strategen aus dem Merduk-Kriegen, das Blatt zu wenden. Doch im Hintergrund wartet das alte Fimbria, bereit, die Welt Normannias erneut zu erobern, wie bereits 400 Jahre zuvor. Und als sich das alte, vorhergesagte Grauen erhebt, ist es an Fimbria, sich für eine Seite zu entscheiden.....
Ich lese Kearney seit etwa drei Jahren und muss sagen, dass er ist ein guter Autor ist, der tatsächlich aus der Masse heraussticht. Nun sollte man sich davor hüten, ihn mit Robin Hobbs, G G Kay, George R R Martin oder Steven Erikson direkt zu vergleichen. Das kann nicht funktionieren, denn a) schreibt Kearney anders (so wie es sich für einen selbständigen Autor auch gehört) und b) erhebt er keinen Anspruch auf eine epische Storyline. Nicht falsch verstehen: sein Stil finde ich persönlich sehr gut. Es gelingt ihm, eine glaubhafte Welt aufzubauen, mit allem was dazu gehört. Und die Storyline ist ebenfalls hervorragend. Tatsächlich ist sie eher eine Mischung aus Fantasy und Horror, sie kann, wenn überhaupt, am Besten mit Glen Cook und teilweise mit Erikson verglichen werden, auch wenn Eriksons Welt ungleich komplexer (und daher auch verwirrender) ist als Kearneys. Kurz: wenn sie gute Fantasy mögen, die unterhalten kann und die es versteht, eine glaubhafte Welt zu erschaffen, dann Lesen sie ihn. Aber bitte, erwarten sie keine Welt, in der es ähnlich zugeht wie bei Martin, Erikson und Co. Aber dafür eine Welt, die ebenfalls faszinierend ist.