Ein spannender Krimi! Viele Tote, verletzte Polizisten, Brände, Explosionen, Algerien-Krieg, persönliche Verwicklungen; man meint, die Autorin hätte ein Drehbuch mit vielen Special-Effects schreiben wollen. Vielleicht wäre das besser gelungen....
Dabei ist die Story durchaus interessant. Kommissarin Marion erbt überraschend einige Kisten von einem unbekannten Verstorbenen. Das lässt sie natürlich nicht ruhen; sie muß herausfinden, warum gerade sie die Erbin sein soll. Bei der Reise in ihre Vergangenheit kommen einige ziemlich unschöne Wahrheiten ans Licht.
Leider macht die Autorin zu wenig aus diesem Stoff. Genau so wie zwischen den Orten, springt sie auch zwischen den Handlungssträngen und Personen hin und her, ohne sie wirklich tiefgründig zu durchleuchten. Alles wird der, durchaus spannenden, Handlung untergeordnet. Allerdings wird selbst diese zum Schluß unglaubwürdig und übertrieben.
Zudem wirkt die einzige genauer gezeichnete Person, die Kommissarin, auf mich sehr unsympathisch. Sie ist ehrgeizig und intelligent, dabei aber egoistisch, nachtragend und undankbar. Man wünscht sich beim Lesen direkt, daß ihr jemand einmal ihre Grenzen aufzeigt.
Die Sprache des Buches ist manchmal etwas holprig, was allerdings auch an der Übersetzung liegen kann. Gut fand ich, daß Begriffe aus der jüngeren Vergangenheit Frankreichs mit Fußnoten erläutert werden.
Insgesamt ist das Buch ein fesselnder schnell zu lesender Krimi, der aber, zumindest mir, nicht im Gedächtnis bleiben wird. Vielleicht wird ja einmal ein schöner französischer Kriminalfilm daraus.