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Der letzte König von Schottland
 
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Der letzte König von Schottland [Gebundene Ausgabe]

Giles Foden
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Aufbau-Verlag (2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3351029160
  • ISBN-13: 978-3351029166
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 719.367 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Giles Foden
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Ein Argloser im Reich des Bösen
Giles Fodens erster Roman verunsichert die Leser
Der Kritiker des «Boston Globe» klang gereizt. «Überlang und ermüdend», so klagte er, wirke der Débutroman seines Kollegen Giles Foden vom britischen «Guardian». Umgekehrt hatte die Themenwahl dem Buch 1998 viel Lob eingetragen: Schwarz und schaurig sei die Story, hiess es damals, der Stoff eine historische Tragödie. Vermutlich hatten beide Recht, Verächter wie Bewunderer. Deutschsprachige Leser können sich nun überzeugen: Dieses Buch verunsichert. Kühn? Misslungen? Zwiespältig bleibt der Eindruck. Und unheimlich die Geschichte eines Arglosen im Reich des Bösen. Nicholas Garrigan, ein junger schottischer Arzt und Sohn eines Predigers, geht 1971 im Dienst Ihrer Majestät nach Uganda. Er will helfen, und er will frei sein. Aber Zeitpunkt und Richtung für die Flucht aus Vaters Dunstkreis waren schlecht gewählt. Am Tag von Garrigans Ankunft in Kampala putscht das Militär einen Mann an die Macht, dessen Name später zum Synonym wird für Grössenwahn und Grausamkeit schwarzer Tyrannen: Idi Amin. Untätiger Mittäter Garrigan bleibt in Uganda, in einer Buschklinik. Der Diktator holt ihn bald nach Kampala. Denn «Seine Exzellenz, Präsident auf Lebenszeit, Feldmarschall Al Hadj Doktor Idi Amin Dada, Herr der Tiere des Erdkreises und Eroberer des britischen Empire in Afrika» besitzt ein Faible für alles Schottische. Sohn Campbell trägt Kilt, schwarze Soldaten marschieren zu Dudelsackmusik. Die unterdrückten Schotten, glaubt Amin, seien Verbündete im Kampf gegen England. «An meinem ersten Tag als Idi Amins Leibarzt tat ich praktisch nichts.» So beginnt der Bericht des Mediziners, und beim Nichtstun wird es bleiben: Garrigan schaut – und schweigt, acht mörderische Jahre lang. Er sei, glaubt er, nur Betrachter des grausigen Spektakels, anfangs auf der Empore, dann am Bühnenrand; Souffleur des Protagonisten wird er, Amins weisses Spielzeug, ein oft belohnter, oftmals bedrohter Narr. Der Schotte ekelt sich, er fürchtet sich – und flieht doch nicht. Denn Idi Amin («Ich bin ein Bote Gottes») ist nicht nur ein Mörder mit messianischen Anfällen, erst recht kein Operetten-Vampir, sondern auch Machtmensch mit faszinierender Aura, ein Widerbild des Vaters. Und, ja, Garrigan mag ihn. Den Massakern fallen 300 000 Menschen zum Opfer. 1979 erobern tansanische Truppen Uganda. Idi Amin flieht zu arabischen Freunden, Garrigan zurück auf die heimischen Inseln. Von den Medien als Verräter geschmäht, beginnt der Arzt zu schreiben: «Ich habe schliesslich bloss meinen Job gemacht.» Natürlich, es wird ein Buch der Rechtfertigungen – von Giles Foden verkauft als Roman. Erklärungsbedürftig Und hier beginnen die Fragen: Wer ist der Autor? Und ist dies überhaupt ein Roman? Oder doch ein Tagebuch? Gibt es jenen Garrigan überhaupt? Sind die Details über Idi Amins Alltag verbürgt? Und die verrückten Telegramme? (Botschaft an die Queen, Kopien an Waldheim, Breschnew, Mao: «Wenn die Schotten mich zu ihrem König krönen wollen, so werde ich mich ihrem Willen fügen.») – Selten bedarf ein fiktionaler Text so sehr der Erklärung, Aufklärung, einer «Lesehilfe». Man bekommt sie nicht. Nicht im Buch. Aber im Internet. Giles Foden, geboren 1967 als Bauernsohn in England, verlebte Kindheit und Jugend in Afrika, unter anderem in Uganda. 1993 ging er zurück nach England. Auf dem Papier – so Foden in einem Interview – habe er versucht, seine Eindrücke wiederzubeleben, «auch die schrecklichen, etwa den Anblick toter Menschen». Und er recherchierte gründlich. «Die sonderbarsten Dinge im Buch sind alle faktengetreu, auch wenn sie erfunden scheinen.» Und Nicholas Garrigan? Hat es nie gegeben. Aber vier andere britische Ärzte im Uganda des Idi Amin. Der Autor befragte sie. Warum sind sie geblieben? «Das Leben ging schliesslich weiter; das tut es ja immer», sagt Garrigan im Buch. «Das Leben ging normal weiter», sagten die vier Ärzte zu Giles Foden. Dieser Garrigan sei schwach, ein Sonderling, Versager, urteilen Kritiker. Darauf der Autor, kurz und bündig: «Ich glaube nicht, dass er schwächer ist als wir alle.» Dies ist Fodens Verdienst: Dass er die Unschlüssigkeit des Individuums in einem Terrorregime zum Thema machte. Dass er für dichte Atmosphäre sorgt. Dass er den schwarzen Despoten als Kreatur einer verfehlten «weissen» Afrika-Politik beschreibt. (Garrigan zu britischen Geheimdienstlern: «Wenn Sie ihn nicht an die Macht gebracht hätten, wäre das alles nicht passiert.») Zu loben ist auch der Tonfall – klinisch kalt. Unübersehbar bleiben andererseits die Mängel des Romans. Die Garrigan-Figur wirkt partiell unglaubwürdig. Viel zu spät erwähnt der Arzt die alltäglichen Verbrechen. Und peinlich melodramatisch wirkt am Ende seine mit Reue gemischte Selbsterkenntnis, zu der Garrigans reale Vorbilder gewiss nicht in der Lage waren: «Korrumpiert von der Erinnerung an Handlungen, die ich nicht ungeschehen machen kann (und ohne das ganze Ausmass meiner Mitschuld zu begreifen), habe ich meinen Körper vernachlässigt. Ich bin eine eiternde Bestie geworden, jemand, der den Gestank des Bösen abgibt. Ja, ich habe mich in ihn verwandelt. O mein Gott –». Unsinn! Sofort streichen!, möchte man dem Lektor noch nachträglich zurufen. Überhaupt hätte viel gestrichen werden müssen – Passagen von ermüdender Weitschweifigkeit, hausbackene Szenen, grosse Mengen redundanter Floskeln und so manch stilistischer Nonsens. Sprache? Drei minus. Man ärgert sich – und kommt nicht los. Und dies ist der wahre Wert des Buchs: Dass es den Leser zurückwirft auf sich selbst. Dass es ihn mit einer letzten Frage allein lässt: Was hätte ich getan? Uwe Stolzmann

Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 08.12.2001
Giles Foden, britischer Schriftsteller und Journalist, lässt in seinem Debütroman "Der letzte König von Schottland" einen schottischen Arzt, Nicholas Garrigan, eine abstruse Geschichte erzählen, berichtet Karsten Kredel. In dieser geht es um das Verhältnis zwischen dem berühmt-berüchtigten ugandischen Diktator und Menschenschlächter Idi Amin und dem jungen Mediziner, der aus der Enge seiner heimatlichen Umgebung nach Afrika flüchtet und von Idi Amin zu seinem Leibarzt und Geliebten gemacht wird. Sein Bericht, so der Rezensent, gehe dabei so nahe an das Beschriebene heran, dass sich kein Gesamtbild ergebe, sondern zur schrulligen Impression gerate. Kredel hat die Sprache des Autors, die zwischen klinischer Sachlichkeit und emotionalem Stillleben oszilliere, deutliches Unbehagen bereitet. Sein Protogonist, schreibt der Rezensent, nehme einen grausigen Logenplatz beim enigmatischen Star Amin ein. Die Welt, die Foden hier destilliert, sei "morbid-komisch", ihr Erzähler moralisch anspruchslos. Das fordert, lässt Kredel durchblicken, vom Leser starke Nerven.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Schili
Format:Taschenbuch
Nachdem ich vor längerer Zeit den phantastischen Roman 'Die Schlangengrube' des Uganders Moses Isegawa gelesen hatte, war ich auf Giles Fodens' Abrechnung mit der Terrorherrschaft des Despoten Idi Amin ganz besonders gespannt.

Um es kurz zu machen: Dem Buch fehlen meiner Ansicht nach einige wichtige Dinge, um einen fesselnden Roman vorzulegen. Die (fiktive) Hauptfigur des Arztes bleibt einfach zu blass - ist weder starker Protagonist noch Antagonist. Der schottische Arzt im Dienst der ugandischen Regierung konnte in mir keine Gefühle des Mitfieberns, Verteufelns, Bewunderns, Verständnisses oder Ähnliches erwecken. Die Figur war mir schlicht egal. Für einen Roman meiner Ansicht nach ein schlechtes Stilmittel. Wer dann als Ausgleich erwartet, politisch oder menschlich in Hinsicht auf Idi Amin oder den Staat Uganda weitergebildet zu werden, wird wohl auch auf Grund einer sehr oberflächlichen Abhandlung enttäuscht werden. Für mich leider nur ein sehr durchschnittlicher Roman mit z.T. unglaubwürdig agierenden Personen und Schwächen in der Dramaturgie.

Der von mir Eingangs erwähnte Roman 'Die Schlangengrube' mit ähnlicher Thematik ist meiner Ansicht nach mindestens zwei Klassen besser. In jeder Hinsicht.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
zwiespältig... 10. August 2008
Von Sista
Format:Taschenbuch
Zum Inhalt: Foden zeichnet ein schillerndes, lebendiges Portrait Idi Amins, schwankend in seiner Selbstüberschätzung, seiner Grausamkeit und seinem Hass und seiner "Liebe", nach "normalen" Maßstäben wohl ein Geistesgestörter, vielleicht auch "nur" ein "ganz normaler Diktator. Ob dies historisch treffend ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Auf der anderen Seite ist da der junge schottische Arzt Nicolas Garrigan, aus dessen Ich-Perpektive der Autor die Geschichte erzählt - ignorant, egoistisch und kaltschnäuzig. Beinahe ungerührt genießt er seine Privilegien als Leibarzt des Diktators, bis es ihn selbst beinahe das Leben kostet.

Zur Bewertung: Der Autor wagt sich an ein zugegebenermaßen ungemein schwieriges Thema: Wie ist es möglich, dass sich ein in jeder Hinsicht durchschnittlicher, "normaler" Mensch von einem Menschen wie Idi Amin korrumpieren lässt? Wie gerät er in seinen Einfluss, warum kann er sich nicht entziehen, wann verschwimmen "gut" und "böse"? Kommt die Einsicht, und wenn ja, an welchem Punkt? Ist es möglich, das jemand im Umfeld eines monströsen Massenmörders einfach nur "seine Arbeit tut"? Wohl kaum... Foden gelingt es, ein spannendes Buch zu schreiben, aber auf die brennenden Fragen weiß er leider keine Antworten. Einfache Antworten sind hier nicht zu erwarten, aber gewisse Innenansichten hätte ich mir schon gewünscht. Leider gelingt es dem Autoren nicht einmal ansatzweise, diese Person, sein Verhalten, seine Motivation zu ergründen, die Analyse bleibt absolut oberflächlich. Möglicherweise wäre diese Oberflächlichkeit aus einer anderen, neutraleren Erzählperspektive besser zu ertragen gewesen?

Und schließlich hätte ich mir wenn nicht vom Autor, so doch zumindest vom Verlag, ein paar erläuternde Worte zum historischen Hintergrund gewünscht, zB zu der Frage zum Wahrheitsgehalt der einzelnden Ereignisse... Insgesamt bleibt ein sehr zwiespältiger Eindruck zurück.
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Fesselnd... 11. Januar 2011
Format:Audio CD
Erstmal: ich bin ein riesen Fan von Hörbüchern und Hörspielen. An das geschriebene Wort kann ich mich im ggs. zum gesprochenen nur schwer erinnern. Auch schweife ich beil lesen gerne ab, so dass Hörbücher für mich die Erste Wahl sind.

Zu dem Buch an sich: Ich mag es. Sehr sogar. Die Geschichte eines fiktiven Arztes der mit dem doch leider sehr realen Idi Amin Dada zusammentraf und seine Erlebnisse schildert. Nicht heldenhaft, heroisch oder mahnend. Einigen Rezensenten ist der Held wohl zu sehr ein Antiheld, ein Zuschauer und zu farblos. Aber da könnte man sich fragen wer denn nun der eigentliche Hauptdarsteller ist, Amin oder der Ich-Erzähler Garrigan. Garrigen ist nicht der Retter Ugandas zu dem er (im Buch) vielleicht hätte werden können, kein Spion oder subversiv agierender "Musungu" in Ugandischen Staatsdiensten, gelenkt durch das "Britische Empire". Nein. Garrigan ist ein ganz normaler Arzt, ein normaler Mensch. Er ist ein Zivilist. Blass, farblos und unentschlossen was er eigentlich wirklich will stolpert er durch seine Arbeit und sein Leben in Uganda wie es wohl die meisten Zivilisten tun, und gerade wenn sie eine so imposante Persönlichkeit wie Amin neben sich haben.
Die Grenzen sind fliessend und wer kann schon sagen, wo man die Reissleine hätte ziehen sollen? Wer von uns hätte anders gehandelt?

Der "Antiheld" macht auf mich einen sehr sympathischen Eindruck, da er eben ist und handelt wie fast alle es wohl an seiner statt tun würden. Wie lässt es sich sonst erklären, dass so viele Diktatoren nicht (schon viel früher) von der Bildfläche verschwanden?

Gerne werden sie als "bestialisch" oder "unmenschlich" tituliert, damit wir uns von ihnen distanzieren können, aber leider sind sie Menschen und jeder Mensch hat auch irgendwo seine guten Seiten, die manchmal die direkten Beobachter über die schlechten (eine Zeit lang) hinwegtäuschen. Das würde wohl vielen von uns so gehen und wenn man einige Dekaden zurückdenkt ist es auch leider vielen Deutschen so gegangen.

Das einziges Manko an diesem Buch ist m.M.n. wie bereits angesprochen der Umstand, dass man nicht wirklich erfährt was Fakt und was Fiktion ist. Wer sich detaillierter dafür interessiert sollte sich mal duch die youtube-Videos von Amin klicken und ist wird erstaunt sein, was einem alles "bekannt" vorkommt.

Auf Grund des letzten Minuspunktes würde ich eigentlich einen halben Stern abziehen.. geht aber nicht, daher: 5 Stars!
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