Kein Poirot, keine Miss Marple, dafür Superintendent Battle als Ermittler, der sich weitgehend im Hintergrund hält - zugunsten der forschen Hobbydetektivin Eileen "Bundle" Brent. Auf dem Landsitz ihres Vaters hat der junge Gerald Wade ein trauriges Ende gefunden, und als Bundle einige Zeit später dessen Freund Ronny Devereux fast überfährt - es stellt sich heraus, dass er eigentlich einer Schussverletzung erlegen ist - ist sie mitten drin in diesem Fall. Es geht um eine Geheimorganisation, eine begehrte Erfindung, eine Reihe von Weckern und ein paar Liebeleien am Rande.
In diesem verhältnismäßig frühen AC-Krimi von 1929 irritiert die Queen of Crime ganz gewaltig: Der twist am Ende der Geschichte wirkt fast albern und unglaubwürdig dazu, ihre ganze Energie verschwendet Christie an die Porträtierung ziemlich überzeichneter Figuren und deren oft auch wenig motivierten Amouren, die Identität des Mörders ergibt sich am Ende fast folgerichtig und kaum aus raffinierten Herleitungen der Autorin. All diese Schwächen leistet sich Christie hin und wieder, hier aber geraten fast alle zusammen und das Lesevergnügen schrumpft entsprechend. Ohnehin fehlt die sorgfältig ausgetüftelte Tat, die sonst ein Kernelement des Rätselvergnügens abgibt; das Sujet "Geheimorganisation" ist auch nicht gerade das souveränste Terrain für eine Erzählerin, die sonst in kuscheliger Familienatmosphäre oder in sonstigen abgeschlossenen Systemen morden und wüten lässt.
Die Räder des Erzählwerks stottern ohnehin, weil viel geschwätzt und kaum ermittelt wird. Zwar sind die seitenfüllenden Unterhaltungen oft ganz amüsant, aber so richtig will sich das alles nicht zusammenfügen. Bestes Indiz fürs Holpernde des eigentlichen Krimiplots: Am Ende muss eine mühsame und überlange Erklärung, die fast den Charakter einer (mit den entsprechenden Kenntnissen angereicherten) Inhaltsangabe des halben Buches gewinnt, fürs Lösen herhalten. Das macht dann wirklich keinen großen Spaß mehr.
Fazit: Christie kann es viel, viel besser. Dem Krimi ergeht es so wie dem Wecker, der auf die Wiese geschmissen wird: Vielversprechend und am Ende höchst belanglos.