Eine Fantastische Kurzgeschichte, dieser Abschiedsbrief. Der aller-letzte Brief überhaupt in der Geschichte der Menschheit.
The Last Stand oder I Am Legend lassen grüßen?! So ungefähr fühlt sich DER LETZTE BRIEF am Ende an.
Die Kurzgeschichte könnte auch von Stephen King sein. Hatte ich es schon erwähnt? Ich finde sie fantastisch! Erinnert mich so ein bisschen an "Den Mann, der niemandem die Hand geben konnte" (erschienen im Band: IM MORGENGRAUEN von Stephen King)
Es ist eine Kunst, gute Kurzgeschichten zu verfassen. Das verstehe, begreife, erkenne ich erst nach und nach wieder, da ich in der letzten Zeit eine Menge davon lese. Die Kunst besteht darin, den Leser nicht nur kurzweilig zu unterhalten, das allein ist für manche Autoren schon schwierig genug, sondern den Leser in die Geschichte zu entführen und diese nachhaltig in sein Gedächtnis zu brennen. Dazu gehört ein Gefühl für Rhythmus, Sprache und Spannungs- oder Überraschungseffekte.
Nur weil sie angemessen kurz ist, alle Zutaten enthält und keine Fehler aufweist, muss eine Kurzgeschichte nicht zwangsläufig gut sein. Es muss beim Leser etwas passieren. Das kann sich so äußern, dass man in die Geschichte hinein gezogen wird, sich schlichtweg wohl fühlt beim Lesen oder vielleicht ein wenig Gänsehaut bekommt? Vielleicht, passiert es, dass sich vor Begeisterung und Freude die Herzfrequenz erhöht? So etwas in der Art passiert mit mir, wenn ich eine gute Geschichte lese.
Ein weiteres Indiz, dass man etwas Außergewöhnliches gelesen hat ist für mich auch: Das Gelesene bleibt regelrecht haften. Nicht in Worten, sondern in Szenen, die man beim Lesen erlebt, ja regelrecht sieht.
Genau diese Indizien sehe ich in DER LETZTE BRIEF erfüllt und bin - das bedingt sich logischer Weise aus einigen herben Enttäuschungen - überrascht, dass man in dem Sumpf an eBook-Eigenveröffentlichungen hin und wieder Perlen findet.
Die Sternevergabe wie üblich eine rein subjektive Sache. Ihre Erwartungen kenne ich nicht. Meine wurden erfüllt, ja sogar übertroffen.
Bleibt zu hoffen, dass der Autor mit dem hübschen Pseudonym "Blum" diese Gabe noch öfter zu Papier/ Bildschirm bringen kann.
PS. Dem Autor habe ich zu danken, dass er mir diese interessante Auseinandersetzung zum Thema Kurzgeschichte beschert hat.
PPS. Nicht ganz unter den Tisch zu kehren, das "übliche Gemecker" bei Selbstherausgegebenen Texten. Es kommen eine Mengen Fehler mit der Großschreibung der persönlichen Anrede (Sie) vor. Wenige andere Fehler, die abschrecken, oder sich störend auf das Lesen auswirken.