Was für eine Idee... Deutschland und fast die ganze Welt im Zeitalter einer Fleischprohibition: Alles was mit dem Verzehr von Fleisch auch nur im Entferntesten zu tun hat ist verboten. Alte Kochbücher werden zu horrenden Preisen auf dem Schwarzmarkt gehandelt und in den Geschichtsbüchern hält der Neandertaler eine Möhre anstatt einer Schweinekeule. Derweil wird mit Fleisch gedealt wie einst mit harten Drogen und eine Fleischmafia züchtet Vieh in unterirdischen Fabriken.
Düstere Science Fiction, die uns Jürgen Pomorin alias Leo P. Ard hier serviert. Der Grimmepreisträger und Co-Autor der Fernsehreihe "Balko" hat schon seit über 10 Jahren keinen neuen Kriminalroman mehr geschrieben. "Der letzte Bissen" ist überhaupt der erste Roman, den er alleine schreibt. Er landet damit einen absoluten Volltreffer.
Die beiden Polizeibeamten Sara Kutah und Bastian Bennecke werden nach Dienstvergehen in die Fleischfahndung zwangsversetzt und sollen fortan Imbissbuden überwachen, als ihnen die Leiche eines hohen Staatsbeamten vor die Füße gespült wird. Eine heiße Spur führt nämlich in ein Restaurant, das dem Paten der Fleischmafia Günther Wollweber als Tarnung dient. Hier stoßen die beiden auf ein Komplott, das in höchste politische Kreise führt.
Der Krimi hat alles, was man erwarten darf. Neben Spannung, Action und einer kleinen Portion Romantik ist es jedoch vor allem diese phantastische Idee von einer fleischlosen Welt. Mit Fleischkonsum in dieser Welt eine völlig neue Art von Verbrechen zu kreieren und dies mit einer guten Portion von Humor zu würzen, gibt dem Roman einen sehr hohen Unterhaltungswert. Knackige Dialoge und ein durch häufige Szenenwechsel hohes Erzähltempo machen die Sache rund: "Der letzte Bissen" überzeugt rundum.