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Der lange Weg zur Freiheit: Autobiographie [Taschenbuch]

Nelson Mandela
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. November 1997
Kaum ein anderer Politiker dieses Jahrhunderts symbolisierte in solchem Maße die Friedenshoffnungen der Menschheit und den Gedanken der Aussöhnung aller Rassen auf Erden wie der ehemalige südafrikanische Präsident und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, dessen Rolle für seinen Kontinent mit der Gandhis für Indien verglichen wurde. Seine trotz langer Haft ungebrochene Charakterstärke und Menschenfreundlichkeit haben nicht nur die Bewunderung seiner Landsleute, sondern aller friedenswilligen Menschen auf der Welt gefunden. Obwohl als Häuptlingssohn, hochgebildeter und sprachenkundiger Rechtsanwalt gegenüber der schwarzen Bevölkerung privilegiert, war er doch nicht von vornherein zum Freiheitskämpfer und international geachteten Politiker prädestiniert. Erst die fast drei Jahrzehnte währende Gefängnishaft hat ihn zum Mythos der schwarzen Befreiungsbewegung werden lassen. Nelson Mandelas Lebensgeschichte ist über die politische Bedeutung hinaus ein spannend zu lesendes, kenntnis- und faktenreiches Dokument menschlicher Entwicklung unter Bedingungen und Fährnissen, vor denen die meisten Menschen innerlich wie äußerlich kapituliert haben dürften.

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„Gottes Geschenk für unser Land“

Im elften Jahr auf der Sträflingsinsel Robben Island, 1975, beginnt Nelson Mandela, seine Memoiren zu schreiben. Nach der Arbeit im Steinbruch sitzt er nächtelang über dem Manuskript. Der 57-Jährige erinnert sich an seine Kindheit als Hirtenjunge in der Transkei, beschreibt Jugendjahre in der Missionsschule; er schildert, wie er in Johannesburg zum politischen Aktivisten und schließlich in einem Hochverratsprozess zu lebenslanger Haft ver¬urteilt wird. „Es war wie ein Wachtraum“, notiert Mandela, „und ich versuchte, ihn so einfach und ehrlich wie möglich zu Papier zu bringen.“ Der Häftling mit der Nummer 466/64 darf Bleistifte und Papier besitzen, und auf Wunsch knipst man ihm nachts das Zellenlicht an. Denn in jener Zeit hat ihm die Gefängnisleitung ein Fernstudium genehmigt. Doch persönliche Aufzeichnungen und politische Texte sind streng verboten.

Deshalb steckt Mandela die beschriebenen Seiten in Kakaodosen und vergräbt sie in Gemüsebeeten auf dem Gefängnishof. Nach einem Jahr kann ein Mithäftling bei seiner Entlassung das illegale Manuskript nach draußen schmuggeln. Aber eine Kopie der Aufzeichnungen wird gefunden – Mandela verliert für vier Jahre die Vergünstigung zu studieren. Ein hoher aber doch lohnender Preis: Denn die geschmuggelten Aufzeichnungen bilden nach Mandelas Worten „das Grundgerüst dieser Erinnerungen“.

Sie erscheinen 1994 unter dem Titel „Der lange Weg zur Freiheit“ und werden umgehend zu einem Weltbestseller. Mandelas Autobiografie wird in über 20 Sprachen übersetzt; fast eine Million Exemplare werden verkauft. Die deutsche Ausgabe geht als Hardcover fast 100 000-mal über die Ladentische; es folgen 150 000 Taschenbücher. Begeisterte Rezensionen locken die Leser.

„Eine der großen Politiker-Autobiografien dieses Jahrhunderts, zugleich ein literarisches, stellenweise gar poetisches Werk“, ur¬teilt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. „Die Zeit“ nennt Man¬delas Aufzeichnungen „ein fesselndes Epos, keine Seite lang¬atmig, keine Sekunde langweilig“. Gleichermaßen positiv ist das internationale Echo. „Die authentische Stimme von Mandela klingt durch dieses Buch“, lobt der Kritiker der Londoner „Times“. Der amerikanische Journalist Richard Stengel, der Mandela beim Redigieren der ersten Kapitel und beim Schreiben der letzten geholfen hat, bewundert den Südafrikaner, der „fast drei Dekaden sozialen Wandels aufholen mußte“, weil er in eine völlig veränderte Welt zurückkehrt. Ein Beispiel: Am Tag seiner Haftentlassung, am 11. Februar 1990, weicht Mandela erschrocken vor einem „langen, dunklen, pelzigen Objekt“ zurück, das ein Fernsehteam auf ihn richtet. Ob das irgendeine neue Waffe sei, die während seiner Haftzeit entwickelt worden wäre? Ehefrau Winnie muss ihm erklären, dass es sich um ein Mikrofon handelt.

Mandela ist für Stengel vor allem deshalb ein Held, weil er seine Fehler und Niederlagen eingesteht. „Ich wollte nicht von Beginn an mein Volk über meine Familie stellen“, schreibt er, „doch bei dem Versuch, meinem Volk zu dienen, stellte ich fest, dass ich daran gehindert wurde, meine Pflichten als Sohn, Bruder, Vater und Ehemann zu erfüllen.“ Seine Tochter Zindzi wirft Mandela vor: „Du bist der Vater des ganzen Volkes, aber du hattest nie Zeit, Vater für mich zu sein.“

Seine Autobiografie zeigt den zur Selbstkritik fähigen Man¬dela als selbstbewussten Menschen, der sein Leben ohne Schönfärberei erzählt. Unbefangen und ausführlich schildert er, wie er seine Beschneidung als Initiationsritus des Xhosa-Volkes erlebt. Im Internat einer Missonsschule trampelt er „wie ein frisch beschlagenes Pferd“ herum, weil er nicht daran gewöhnt ist, Stiefel zu tragen; als er bereits an der Hochschule studiert, putzt er sich zum ersten Mal die Zähne mit einer Zahnbürste. Viel später – 1962 bei einem Besuch in Ostafrika – erschrickt der inzwischen bekannte Anwalt und Politiker, als er in ein Flugzeug der Ethiopian Airways steigt, das von einem schwarzen Piloten gesteuert wird. „Ich war in das Denkmuster der Apartheid gefallen, nach dem Afrikaner minderwertig waren und nur Weiße fliegen konnten“, kommentiert Mandela und ärgert sich über „solche Gedanken“.

27 Haftjahre übersteht Mandela, ohne zu verbittern, weil er auf geradezu entwaffnende Art positiv denkt. „Im Menschen ist eine Neigung zur Güte“, schreibt er, „die vergraben oder verborgen sein kann, um dann unerwartet wieder hervorzutreten.“ Nur ein Mensch ohne Hass könne frei sein. Deshalb habe er nicht zugelassen, dass Hass sein Denken bestimme. Nach Beobachtung des Kirchenmannes, Erzbischof Desmond Tutu, sieht Mandela einen Feind als „jemanden, der darauf wartet, zum Freund bekehrt zu werden“. So begegnet der Häftling Mandela auch den aus der burischen Unterschicht stammenden Bewachern auf Robben Island mit Höflichkeit – und wird in der Regel respektvoll behandelt. Kein Wunder: Der 1,90 Meter große Mann „hatte eine Ausstrahlung, die signalisierte: Ich bin ein Führer, mich kann niemand einschüchtern“ (so der Vollzugsbeamte James Gregory).

Unter Mandelas Führung erkämpfen die politischen Gefangenen nach grauenvollen Anfangsjahren durch Eingaben, Verhandlungen und gelegentliche Proteste erhebliche Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen. Die Häftlinge dürfen in ihrer Freizeit Sport treiben und Theaterstücke aufführen. Gebildete bringen Analphabeten Lesen und Schreiben bei. Robben Island gilt bald als „Gefängnisuniversität“; Häftlinge können Fernkurse belegen. Mandela ermutigt einige seiner Bewacher, ebenfalls zu studieren und damit sozial aufzusteigen.

Als eine wichtige Überlebensstrategie erkennt Mandela die Mög¬lichkeit zu gärtnern. „Ein Garten war im Gefängnis eines der wenigen Dinge, über die man selbst bestimmen konnte“, schreibt er. „Einen Samen in die Erde zu legen, ihm beim Wachsen zuzusehen, die Pflanze zu pflegen und dann zu ernten, bot eine einfache, aber dauerhafte Zufriedenheit. Das Gefühl, der Verwalter dieses kleinen Stückchens Erde zu sein, beinhaltete einen Hauch von Freiheit.“ Auf dem kargen, sandigen Boden von Robben Island betreut Mandela jahrelang ein paar Beete. Als ihn die Behörden 1982 ins Gefängnis Pollsmoor verlegen, darf er dort auf einer Dachterrasse in mit Erde gefüllten Ölfässern Gemüse anbauen. Dem Besucher Lord Nicholas Bethell, einem Mitglied des britischen Oberhauses und des Europa-Parlaments, führt der Gefangene 1984 seinen „Kübelgarten“ so würdevoll vor „wie ein Grundbesitzer, der einem seinen Hof zeigt“ (Bethell). In jener Zeit ist Südafrikas Apartheid-Regime durch internationale Wirtschaftssanktionen und Unruhen im Land unter immensen Druck geraten. Die Regierung möchte die Lage entspannen. Sie bietet dem zum Symbol gewordenen Nelson Mandela seine Freilassung an, wenn er sich öffentlich von der Idee des bewaffneten Kampfes lossagen würde. Als loyales Mitglied der Befreiungsbewegung African National Congress (ANC) lehnt der Gefangene das Ansinnen ab. Gleichzeitig nimmt er jedoch Ge¬heimverhandlungen mit der Regierung auf – zunächst im Allein¬gang. „Es gibt Zeiten“, begründet Mandela diesen Schritt, „in denen ein Führer der Herde vorangehen und sich in eine neue Richtung bewegen muß, darauf vertrauend, dass er sein Volk auf den richtigen Weg führt.“ Der ANC-Leitung im Exil gedenkt Mandela zu übermitteln, dass sie sich ja vom Fehltritt eines iso¬lierten alten Mannes distanzieren könne, falls sie mit seiner Entscheidung nicht einverstanden sei oder wenn seine Initiative scheitern würde.

Die Geheimverhandlungen beginnen mit Besuchen von Regierungsvertretern bei dem eingesperrten Gesprächspartner. Höhepunkt wird ein bizarres Treffen am 5. Juli 1989, das Mandela genüsslich schildert: In einem eigens für diesen Anlass geschneiderten Anzug wird der Gefangene zum Tuynhuys, dem Kapstädter Amtssitz des damaligen Staatspräsidenten Pieter Willem Botha, gefahren. Nach den langen Gefängnisjahren ist Mandela nicht mehr vertraut mit modischen Feinheiten. Deshalb verpassen ihm hohe Repräsentanten des Regimes den letzten Schliff für seinen Besuch: Der Gefängnisdirektor bindet ihm den Schlips mit einem Windsorknoten, Geheimdienstchef Niel Barnard kniet nieder und schnürt die offenen Schnürsenkel zu. Alle sind fürchterlich aufgeregt. Denn Botha wird als „das Große Krokodil“ landesweit gefürchtet. „Dann öffnete sich die Tür“, schreibt Mandela, „und ich trat ein, auf das Schlimmste gefaßt. Von der entgegengesetzten Seite seines feudalen Büros kam P. W. Botha auf mich zu. Er hatte seine Schritte perfekt geplant, und wir trafen uns genau auf halbem Wege. Er streckte die Hand aus und lächelte breit, und tatsächlich war ich von diesem allerersten Augenblick an völlig entwaffnet. Er verhielt sich tadellos höflich, respektvoll und freundlich.“ Beim Tee plaudern der Präsident und der Staatsfeind Nummer eins über Südafrikas Geschichte. Mandela sagt, dass er in der Rebellion der Buren gegen die Briten 1914 und im derzeitigen Befreiungskampf der Schwarzen gegen das weiße Regime Parallelen sehe. Erst zum Schluss der Begegnung bringt der Gast ein aktuelles Thema zur Sprache: Mandela bittet um die bedingungslose Freilassung aller politischen Gefangenen, sich selbst inbegriffen. Botha entgegnet, das sei nicht möglich.

Das Treffen endet dennoch freundschaftlich und gilt im Nachhinein als Durchbruch zur Wende am Kap. Denn nach intensiven Verhandlungen öffnen sich 190 Tage später für Mandela die Ge¬fängnistore. Der ANC und andere politische Organisationen wer¬den wieder zugelassen. Ins Exil vertriebene Südafrikaner dürfen heimkehren, politische Häftlinge werden freigelassen. 1994 sollen Wahlen nach dem Prinzip „one man one vote“ stattfinden. Als Gegenleistung wird der ANC den bewaffneten Kampf aussetzen und die internationale Gemeinschaft den Wirtschaftsboykott gegen Südafrika beenden.

Die Welt atmet auf. Doch in den vier Jahren bis zu den Wah¬len gerät Südafrika mehrfach an den Rand eines Rassenkrieges. Weiße Ultras bereiten Putsche vor, schwarze Separatisten drohen mit der Abspaltung bestimmter Gebiete, rivalisierende Stammesgruppen liefern sich blutige Schlachten. Morde an politischen Führern und Bombenanschläge auf Parteibüros gefährden den angesetzten Urnengang. Jetzt erweist sich als Glücksfall der Geschichte, dass Mandela 1964 nicht – wie vom Staatsanwalt gefordert – zum Tode verurteilt und hingerichtet worden ist. Denn nur der gerade aus dem Gefängnis entlassene Freiheitsheld kann die überall aufflammenden Brände löschen. Mandela besänftigt aufgebrachte Menschenmassen und gewaltbereite Revolutionäre; er stellt kampfbereiten Militärs und hasserfüllten Zulu-Häuptlingen Posten in Aussicht, um sie in das neue Südafrika einzubinden. Er bringt abreisebereite Weiße dazu, im Land zu bleiben, überredet westliche Industrielle zu Investitionen am unsicheren Kap. Die Weißen sollen sich dort weiterhin zu Hause fühlen, jetzt freilich nicht mehr als Herren, sondern als gleichberechtigte Bürger in einer „Regenbogen-Nation“, predigt Mandela und verweist auf einen Grundsatz in der ANC-Freiheitscharta: „Südafrika gehört allen, die darin leben, Schwarzen und Weißen.“

Tatsächlich erhält der ANC auch viele weiße Stimmen, als er die ersten demokratischen Wahlen unter seinem Parteivorsitzenden Mandela überlegen gewinnt.

Am 10. Mai 1994 wird der ehemalige Staatsfeind als Präsident von Südafrika vereidigt. Mandelas vorliegende Memoiren enden zu diesem Zeitpunkt. „Mit der Freiheit stellen sich Verantwortungen ein“, schreibt er abschließend, „und ich wage nicht zu verweilen, denn mein langer Weg ist noch nicht zu Ende.“

Mandelas Werdegang ist bis heute so weiter verlaufen: Als Präsident versucht er, das Los der schwarzen Massen zu verbessern. Er lässt Hunderttausende Wohnungen bauen, bringt Wasser und Elektrizität in Slumgebiete. Ein Drittel seines Gehalts spendet er für bedürftige Kinder. Auch als Präsident schüttelt Mandela Putzfrauen und Köchen die Hand, wenn er zu einem Dinner geladen wird. Das Potenzgehabe und die Protzerei vieler afrikanischer Amtsbrüder sind ihm fremd. Dabei genießt Mandela seine Stellung: In seinen lässig geschnittenen, farbenfrohen Hemden empfängt er neben Politikern auch Popstars und Sportidole aus aller Welt. „Er durchlebt noch einmal seine Jugend im Johannesburg der fünfziger Jahre“, beobachtet der Brite Anthony Sampson, ein Zeitgenosse aus jenen Tagen. Damals war Mandela „nicht nur Politiker, sondern auch Township-Held, Frauenschwarm, Tänzer und Boxer“.

Jetzt liegt dem Präsidenten Mandela vor allem die Aussöhnung der Rassen am Herzen. Er bringt Frauen und Witwen früherer Apartheids-Politiker mit den Frauen und Witwen schwarzer Aktivisten zusammen. Unter seiner Präsidentschaft beginnt eine „Wahrheitskommission“, die südafrikanische Geschichte aufzuarbeiten. Mandela selbst verblüfft die Menschen als Meister großer Gesten. So lädt er den pensionierten Staatsanwalt Percy Yutar zum Mittagessen ein – das ist der Mann, der einst seinen Tod gefordert hatte. Während der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 erscheint der Präsident im Trikot der Nationalmannschaft im Ellis-Park-Stadion von Johannesburg und feuert Südafrikas Team an. Eine Sensation. Denn Rugby gilt als Sport der Weißen; und Südafrikas Schwarze pflegten sich zu freuen, wenn die Nationalmannschaft verlor. Unter den Augen Mandelas schlagen die Südafrikaner das favorisierte Neuseeland und werden Cham¬pion. Manche schreiben das der „Madiba Magic“ zu. So nennen die Leute das seltsame von Mandela ausgehende Kraftfeld – nach seinem Clan- und Ehrennamen „Madiba“.

Anders als viele Staatsmänner, die von der Macht nicht lassen können, verzichtet Mandela auf eine zweite Kandidatur für die Präsidentschaft. Der von ihm geförderte Thabo Mbeki wird 1999 zum Präsidenten gewählt. Mbeki verehrt Mandela als „Gottes Geschenk für unser Land“. Doch das hindert Mandela nicht daran, seinen Nachfolger öffentlich zurechtzuweisen: Als der neue Präsident den Zusammenhang zwischen dem HI-Virus und Aids bezweifelt und die Regierung praktisch nichts gegen die Pandemie unternimmt, poltert er in einem Interview: „Wir können es uns nicht leisten, zu debattieren und uns zu streiten, während die Menschen sterben.“ Mandela wird Schirmherr eines interna¬tionalen Pop-Benefizkonzerts in Kapstadt für die Aids-Hilfe und fliegt 2004 zur Welt-Aids-Konferenz nach Thailand.

Geld für Aids-Projekte sammelt der Ruheständler bei seinen berühmt-gefürchteten „breakfast calls“: Er ruft zur Frühstückszeit Geschäftsleute und andere Wohlhabende an und bittet sie nach freundlichem Plausch um Spenden. Ein Tabu bricht Mandela, als er im Januar 2005 bekannt gibt, woran sein Sohn Makgatho gestorben ist – Aids.

Makgatho entstammt Mandelas erster Ehe, einer von zwei Beziehungen, die nicht zuletzt daran scheitern, dass Mandela zugleich mit dem Befreiungskampf verheiratet ist. Seine erste Ehe zerbricht, weil seine Frau lieber zu den Gottesdiensten der Zeugen Jehovas geht, als zu Nelsons politischen Freunden. Winnie, die Liebe seines Lebens, hält während der langen Haftzeit zu Mandela; doch nach seiner Entlassung wird die Ehe geschieden. Die Kampfgenossin ist – auch bedingt durch Polizeiterror, Festnahmen und Verbannung – zu einer herrschsüchtigen, exzentrischen Frau geworden. Mandela leidet unter der Trennung, bis er Graça Machel kennen lernt. Die Witwe des mosambikanischen Freiheitshelden und langjährigen Präsidenten Samora Machel ist 27 Jahre jünger als er und studierte Juristin. Die beiden heiraten 1998 an Mandelas 80. Geburtstag. „Sie hat mich wie eine Blume zum Blühen gebracht“, sagt Mandela.

Nachwort von Hans Hielscher zu Der lange Weg zur Freiheit. SPIEGEL-Edition Band 7 -- Der Spiegel -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Nelson Mandela wurde 1918 in der Nähe von Umtata (ehemalige Haupstadt des Homeland Transkei) in der Ostkap-Provinz Südafrikas geboren. Sein Vater gehörte zum Könighaus des Themusstammes aus dem Volk der Xhosa. Er besuchte die Universität von Fort-Hare, von der er wegen Beteiligung an einer Studentendemonstration verwiesen wurde. Danach immatrikulierte er sich an der Witwatersrand-Universität, wo er 1942 sein Jurastudium abschloss. 1944 trat er dem ANC (African National Congress) bei. Als die Nationale Partei 1948 an die Macht kam, sprachen sich Mandela und der ANC gegen ihre rassistische Apartheidpolitik aus. 1956 wurde Mandela verhaftet und des Hochverrats angeklagt, fünf Jahre später jedoch freigesprochen. Nach dem Massaker von Sharpesville, bei dem im März 1960 unbewaffnete Demonstranten erschossen wurden, wurden Anti-Apartheidsbewegungen wie der ANC und der Pan-African Congress (PAC) verboten. Mandela löste sich von der gewaltfreien Haltung des ANC und etablierte mit dem Umkhonto We Sizwe („Speer der Nation“) eine militärische Widerstandsorganisation. 1962 wurde er zu fünf Jahren Arbeitslager verurteilt. 1963 wurde Anklage wegen Sabotage, Verrat und Verschwörung gegen ihn und andere politische Führer erhoben. Die Anklage endete für Mandela und sechs andere Aktivisten im Jahr 1964 mit der Verurteilung zu lebenslanger Haft. Erst 1990, nach 27 Jahren Gefängnishaft, hob Präsident Frederik De Klerk das Verbot des ANC auf und entließ Nelson Mandela, der nur ein Jahr später zum Präsidenten des ANC gewählt wurde. De Klerk und Mandela leiteten einen Prozess zur Beendigung der Apartheid ein, wofür sie 1993 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden. 1994 erlebte Südafrika seine ersten demokratischen Wahlen und Nelson Mandela wurde am 9. Mai der erste schwarze Präsident der neuen „Rainbow Nation“. Er blieb bis 1999 im Amt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
46 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckende Biographie 23. Oktober 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn der durchschnittlich politikinteressierte Laie den Namen Nelson Mandela hört, fallen ihm in der Regel nur die allseits bekannten Eckdaten ein: Langer Kampf gegen die Apartheid und die rassistische Regierung Südafrikas, für den er beinahe 30 Jahre im Gefängnis verbracht hat, danach Präsidentschaft und der Friedensnobelpreis dafür, dass er trotz seiner persönlichen Leiden auf den Dialog und die Versöhnung zwischen den Schwarzen und den Weißen setzt.

In seiner Autobiographie gewährt der Staatsmann zudem Einblicke in die Hintergründe der politischen Entwicklung Südafrikas. Der Leser kann sich ein Bild von der persönlichen Entwicklung Mandelas machen und von den Beweggründen eines Mannes, der nicht von Kindesbeinen an zum Revolutionär erzogen wurde, sondern der erst nach und nach erkennt, dass er trotz seiner eigenen erfolgreichen Karriere als Anwalt nicht die Augen verschließen kann vor der Ungerechtigkeit und der diskriminierenden Politik seines Landes. Besonders die Konsequenz, mit der Mandela und andere ihr eigenes Leben dem Kampf für die Freiheit geopfert haben, ist beeindruckend. Darüber hinaus sind vor allem die „Insider-Informationen“ zu den politischen Ereignissen in der Partei Mandelas und in seinem privaten Umfeld für den Leser interessant.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nelson Mandela -Kämpfer für die Gerechtigkeit 5. März 2007
Format:Gebundene Ausgabe
"Unerträgliches ist durch einen starken Geist ertragbar!"

Nelson Mandela, Jahrgang 1918,Nobelpreisgewinner gehört zu den ganz großen Menschen der Zeitgeschichte. Er ist ein hervorragendes Vorbild für einen humanen Kampf für die Menschrechte.
Seine Autobiografie wurde von ihm selbst geschrieben und bietet tiefe Einblicke in sein Leben.
Angefangen von seiner Kindheit bis hin zum Leben nach der Freilassung bekommen wir ein untrügliches Bild von Nelson Mandela vermittelt. Es ist erstaunlich, was der Südafrikaner durchgemacht hat und mit welcher inneren Stärke er lebt.
Seine Leben war von Anfang an mit Schwierigkeiten versehen, er verlässt früh seine Familie, sein Jurastudium schließt er mit "weniger als mittelmäßig ab." Er fällt sogar einmal durch das Examen auch die englische Sprache bereitet ihm Schwierigkeiten.
Doch Mandela lässt sich von seinem Traum - von der Gleichheit aller Menschen in Südafrika, nicht abbringen.
Er gründet mit einem Freund eine Kanzlei für Schwarze und geht auf Konfrontationskurs mit dem Staat. Ebenfalls gehört er zu den führenden Köpfen der ANC. Eine Organisation, welche sich für die Menschrechte stark macht.
Dieses Engagement wurde ihm zu Verhängnis und er landete im Gefängnis, welches er nicht mehr so schnell verlassen sollte.

Viele Probleme stürzen auf Mandela ein. Sein Familienleben ist zerstört, die Kinder wachsen ohne ihren Vater auf. Seine Frau wird terrorisiert und im Gefängnis wird er zudem unmenschlich behandelt.
Aber der Rechtsanwalt behandelt seine Mitmenschen mit Respekt und das verdient höchste Anerkennung.
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch für den Deutschen Schulunterricht 16. September 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Mandela hat sein dramatisches Leben zwischen zwei Buchdeckel gefasst. Diese Buch ist einiges der wenigen, die ich mit allerhöchster Konzentration und Ehrfurcht gelesen haben. Der Weg vom Top-Terrorist und Staatsfeind Nr. 1, über den berühmtesten Gefängnisinsassen, der mit einer unglaublichen und nicht nachvollziehbaren Sourveränität zurück ins politische Leben kam.

Ich würde mir wünschen, dieses Buch wäre eine Pflichtlektüre für die deutschen Schüler, so wie es viele andere weniger bedeutsame Bücher auch sind. Unsere Kinder würden viel viel lernen. Über die Geschichte, Kulturen, Wirtschaftspolitik, Rassenkämpfe und die Ethik von großen Menschen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der steinige Weg eines Freiheitskämpfers 27. Dezember 2008
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Zusammen mit Malcolm X und Martin Luther King gilt Nelson Mandela als bedeutendster Vertreter im Kampf gegen staatliche Rassendiskriminierung, der 1994 zum ersten demokratisch gewählten schwarzen Präsidenten Südafrikas werden konnte und damit nach dem Ende der Apartheid, die große Wende verkörperte, die den African National Congress als stimmenstärkste Partei aus der Illegalität direkt ins Parlament brachte und das Land einer demokratischen Reform unterzog. Doch der lange Weg zur Freiheit war steinig gewesen, es hatte fast Mandelas gesamtes Leben lange gedauert, um die Unterdrückung von Schwarzen und Farbigen abzuschaffen, deren Situation zwischenzeitlich durch das Apartheids-Regime sogar noch verschlimmert wurde und 27 Jahre davon verbrachte Mandela selbst in Haft, nachdem der ANC gezwungen wurde in den Untergrund zu gehen.

In jenen 27 Jahren war es Mandela die meiste Zeit über nicht einmal gestattet Besuch empfangen, dennoch gelang es ihm mit Hilfe seiner mitgefangenen ANC-Kollegen ab 1972 handgeschriebene Fragmente seiner Biografie nach draußen zu schmuggeln. Diese Fragmente zusammengefügt ergeben einer der monumentalsten Autobiografien der Weltliteratur, die von Mandelas Geburt 1918 bis zur Amtseinführung 1994 reicht und zugleich die beste Biografie Nelson Mandelas ist.

Der junge Mann der in seiner Jugend nach Bildung strebte und beschloss andere Wege zu gehen, als jene die ihm vorbestimmt schienen, ahnte damals selbstverständlich noch nicht dass seine Flucht vor den Konventionen ihn nicht nur in eine größere Welt sondern auch in Konflikt mit deren Autoritäten bringen würde.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Bewertung
Es ist quatsch immer noch etwas schreiben zu müssen. Wenn alles in Ordnung ist, ist alles in Ordnung! Und noch zwei wörter mehr! Lesen Sie weiter...
Vor 16 Tagen von Reinhard Neumann veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen spannend
nicht einfach zu lesen , wenn man sonst eher keine Biographien liest.
Es hat sich aber gelohnt es zu lesen.
Vor 2 Monaten von sandra krause-klaus veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen tolles, fesselndes Buch
Das Buch ist absolut weiterzuempfehlen, auch für Nicht-Politik-Interessierte. Es ist super bildlich und kurzweilig geschrieben, manchmal fühlt es sich an, als wäre... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von chicken veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sehr bewegend und beeindruckend
Die beste Biografie, die ich je gelesen habe! Man kann es in wenigen Wort nicht zusammenfassen, diese Buch muß man selbst gelesen haben! Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von Christine veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Alles super!
Es war ein schneller Service, das Buch ist so wie in der Beschreibung angegeben, von daher immer wieder gerne. Vielen Dank!
Vor 4 Monaten von sabine kannengießer veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Grauenvolle Übersetzung für ein beeindruckendes Buch
Wie zu erwarten, eine beeindruckende und inspirierende Biographie. Die Übersetzung dagegen, ist mitunter furchterregend. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Margarete Knorr veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Meine beste Biographie
Wieder mal ein Stück Weltkultur/geschichte, was nicht an einem vorbei gehen sollte. Ein Buch über die Apartheid aus der Sicht eines Mannes der wohl wie kein anderer... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Stefan Schnell veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen sehr beeindruckend
mich hat diese Biografie gefesselt. Es wurde nie langweilig. Als Bettlektüre gut geeignet, da man problemlos auch nach Pausen wieder den Anschluss findet.
Vor 9 Monaten von Christian Höfling veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Auf jeden Fall empfehelnswert
Dieses Buch lohnt sich auf alle Fälle zu lesen, vor allem wenn man interessiert an der südafrikanischen Geschichte ist. Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Labradoria veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Super Buch
Habe mich lange auf das Buch gefreut. Lieferung und Zustand ist prima. Sehr empfehlenswerte Literatur. Schreibstil sehr flüssig und gut lesbar. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von prettywoman-794 veröffentlicht
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