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Der kurze Sommer der Anarchie: Buenaventura Durrutis Leben und Tod. Roman (suhrkamp taschenbuch) Taschenbuch – 4. April 1977


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 303 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 17 (4. April 1977)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518368958
  • ISBN-13: 978-3518368954
  • Größe und/oder Gewicht: 10,8 x 1,9 x 17,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 136.263 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Hans Magnus Enzensberger wurde am 11. November 1929 in Kaufbeuren im bayerischen Allgäu geboren und verbrachte seine Kindheit in Nürnberg. Von 1949 bis 1954 studierte er Literaturwissenschaft, Sprachen und Philosophie in Erlangen, Freiburg im Breisgau, Hamburg und Paris und wurde anschließend promoviert. Heute lebt Enzensberger in München.

 


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Kankin Gawain TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 13. Februar 2010
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Ein Buch, das einen mit brennendem Herzen und einem Kloß im Hals zurücklassen kann. Für einige wenige Monate, einen kurzen Sommer, hatten die Anarchisten alle Staatsmacht aus Katalonien vertrieben und machten sich daran ihre Utopie, den freien Kommunismus, zu verwirklichen. In einer Situation, in dem keine Polizei, keine Gerichtsbarkeit, keine Regierung mehr für Ordnung sorgen konnte, flanierten junge Paare über die Promenaden Barcelonas und die Arbeiter, die sich ihrer Vorgesetzten entledigt hatten, organisierten aus eigenem Antrieb die notwendige Kriegsproduktion. Am Ende scheiterte der Traum von einem Menschen, der keine Herrschaft über sich selbst akzeptiert, und dennoch diszipliniert und beherrscht alles anpackt, was für das Gemeinwohl notwendig ist.
In einer Collage von Zeitzeugenberichten erzählt Enzensberger, wie es zu diesem Scheitern kommen konnte. Viele verschiedene Aspekte spielten dabei eine Rolle. Die Unfähigkeit der Anarchisten wenigstens vorübergehend eine Art Regierungsgewalt zu errichten, zumindest solange Francos Faschistenheer noch nicht besiegt war; dann die dogmatisch unterfütterte Unmenschlichkeit gegen das Bürgertum und den Klerus, der die Revolutionäre viele Sympathien bei der republikanischen Regierung kostete; und schließlich die Unentschlossenheit, den zunächst schwachen, aus der Unterzahl heraus agierenden aber besser organisierten und von Moskau unterstützten Verbänden der Kommunisten Einhalt zu gebieten.
Die Lektüre lässt den Leser dann ratlos zurück. So vieles schien anscheinend gelungen: öffentliches Leben ohne Staatsgewalt, funktionierende Produktion ohne Eigentümer und Betriebshierarchien.
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48 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 21. August 1999
Format: Taschenbuch
Im "offiziellen" historischen Gedächtnis sind die Geschehnisse des Sommers 1936 in Spanien allenfalls als "der Spanische Bürgerkrieg" anzutreffen. Nach dem Putsch von faschistischen Militärs verteidigt eine linke Volksfront die Republik. Und doch war es mehr: in den von ihnen kontrollierten Gebieten versuchten die AnarchistInnen ihre Utopie einer herrschaftslosen Gesellschaft Realität werden zu lassen. Eine Schlüsselfigur unter den AnarchistInnen war der Metallarbeiter Buenaventura Durruti, Anarchist von Jugend an. Enzensberger begleitet Durrutis Leben von seiner Kindheit in León über seine abenteuerliche Jugend mit diversen Aufstandsversuchen, die im Gefängnis und im Exil endeten, bis zur Spanischen Revolution 1936, die den Traum des freien Kommunismus (comunismo libertario), sprich der Anarchie, greifbar nahe werden lässt, jedoch in der militärischen Niederlage und Durrutis nie aufgeklärtem Tod endet. Festgehalten werden auch die politischen Widersprüche während der Revolution und des Bürgerkriegs, in dem aus "proletarischen Brüdern" Feinde im eigenen Lager werden. Erstaunlich ist die Hellsichtigkeit, mit der die spanischen AnarchistInnen schon damals im Kommunismus russischer Prägung einen Gegner der Freiheit erkannten. So scheitert die Revolution schließlich, zerrieben zwischen einem vom faschistischen Deutschland und Italien unterstützten militärischen Feind, der "Nichteinmischung" seitens "demokratischer" Länder wie England und Frankreich und kommunistischer Machtpolitik, die sowohl die FaschistInnen wie die AnarchistInnen als Feinde sieht.Lesen Sie weiter... ›
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39 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 12. Februar 2000
Format: Taschenbuch
In kunstvollen Collagen von Zeitzeugenberichten einerseits und informativen "Glossen" anderersetis bringt uns H.M. Enzensberger in diesem wundervollen Buch gleichzeitig die Spannung und die Atmospäre als auch die Hintergründe der Spanischen Revolution von 1936 näher.
"Hat es jemals solch ein siegestrunkenes, rasendes Barcelona gegeben?", fragt der russische Journalist Michail Kol'cov, als er am 8. August 1936 in die Stadt kommt. Doch der Sieg der Anarchie ist nur von kurzer Dauer. Von Moskau befehligte Kommunisten übernehmen in Mai 1937 die Macht und zerstören damit die Einheit der Arbeiterklasse (dazu besonders empfehlenswert ist George Orwells 'Homage to Catalonia'). Für Francos Truppen ist es nun ein leichtes, die Republik zu zerstören.
Und doch gibt dieses Buch Hoffnung, weil es Menschen zeigt, die an ihre Ideale glauben und eine Utopie verwirklichen. Wenigstens für ein halbes Jahr haben in Spanien die guten Seiten des Menschen über die schlechten triumphiert. Und für den Beweis, das dies möglich ist, sind wir den spanischen Anarchisten zu Dank verpflichtet.
Dieses Buch ist lesenswert für jeden, der die Menschen noch nicht völlig aufgegeben hat.
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