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Der kurze Schlaf.
 
 
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Der kurze Schlaf. [Taschenbuch]

Jonathan Lethem , Biggi Winter , Michael Zöllner
2.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 331 Seiten
  • Verlag: Heyne; Auflage: 1 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453877942
  • ISBN-13: 978-3453877948
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.086.157 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In einer Welt, in der Fragen mit einem Tabu belegt sind, steht der "Privatinquisitor" Conrad Metcalf auf verlorenem Posten. Als er von dem verzweifelten Orton Angwine mit der Aufklärung eines Mordfalls beauftragt wird, ahnt er auch, dass es sich um eine verlorene Sache handelt. Angwine wird von den allmächtigen staatlichen Inquisitoren als der Schuldige angesehen, und so scheint sein Gang in die Tiefkühltruhe unausweichlich -- dort werden Kriminelle und unbequeme Bürger Kosten sparend gelagert. Doch wie alle guten Privatermittler hat auch Metcalf einen Hang für aussichtslose Fälle.

Dabei kann es sich Metcalf eigentlich gar nicht leisten, den staatlichen Inquisitoren in die Quere zu kommen. Auf seinem Konto befinden sich nur noch 75 "Karmapunkte" -- sind sie verbraucht, so wartet auch auf Metcalf die Tiefkühltruhe. Allerdings hat Metcalf auch nicht viel zu verlieren: In dem pervertierten Kalifornien der Zukunft, dass von "evolutionstherapierten" sprechenden Tieren und "Babyköpfen" bevölkert ist, hält er sich nur mithilfe von maßgeschneiderten Designerdrogen am Leben, die praktischerweise von staatlichen Stellen ausgegeben werden. Obendrein ist Metcalf seit einer gescheiterten Beziehung mit dem Seelenleben und den Empfindungen einer Frau ausgestattet, fühlt sich aber weiterhin von Frauen angezogen.

Ätzende Satire, treffsichere Dialoge und das zu Herzen gehende Schicksal der Hauptfigur machen den skurrilen Mix aus Krimi und Science Fiction zu einem besonderen Leseerlebnis. Der Autor des preisgekrönten Motherless Brooklyn erschafft von der ersten Seite an eine Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit und Isolation, in der einzig Metcalfs Seele wie ein einsames Leuchtfeuer brennt: "Um uns herum herrschte Stille im Haus, Totenstille, und draußen vor dem Fenster schien die Nacht mit ihrer Finsternis die Existenz der Stadt auszulöschen. Doch unter dem Mantel der Nacht lebte die Stadt weiter. Unabhängig voneinander durchquerten Menschenwesen die Dunkelheit auf dem Weg zu ihren einsamen Zielen, zu einem öden Hotelzimmer, zu einem Rendezvous mit dem Tod. Niemand stellte sich je diesen Wesen in den Weg, um zu fragen, wohin sie gingen -- niemand wollte es wissen. Niemand außer mir -- dem Wesen, das Fragen stellte, dem minderwertigsten Geschöpf von allen. Nur ich war dumm genug anzunehmen, daß etwas an dieser Stille, die sich wie ein behandschuhter Würgegriff um die nackte Kehle der Stadt gelegt hatte, nicht stimmte."

Lethems Romandebüt erschien zuerst im Heyne-Verlag unter dem Titel Knarre mit Begleitmusik und ist jetzt in überarbeiteter Übersetzung und in schöner Ausstattung in der Reihe Trojanische Pferde des Tropen-Verlags neu aufgelegt worden. --Birgit Will -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"In seiner Hexenküche schmeißt Jonathan Lethem gern gleich ein halbes Dutzend Genres in den Schnellkochtopf, rührt gut durch und pfeffert mit Humor." (Wieland Freund, Die Welt).

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Von Froudou
Format:Gebundene Ausgabe
Ich kannte diesen Autor bis anhin nicht und habe daher auch noch nie etwas von ihm gelesen. Bzw. ausser schlechter Kritik über dieses Buch auf Amazon:-) Somit erst recht ein Grund diesem Werk eine Chance zu geben:-) Da ich ab und zu gerne zeitkritische Literatur mit Science-Fiction Aufmachung lese, praktisch alles von P.K. Dick gelesen, fand ich von Anfang an, dass dieses Buch dem Genre in nichts nachsteht. Vielleicht vermisst man etwas die Tiefgründigkeit, aber dafür punktet es def. im Humor, der Unterhaltung und vor allem im Erzählstiel. Ich hatte das Buch praktisch in einem Zug durchgelesen, dank "eben" auch der konstanten Spannung.

Somit gleich weitere Werke von ihm bestellt...
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Polar
Format:Taschenbuch
Der kurze Schlaf erschien bei uns bereits als Knarre mit Begleitmusik in einer Science Fiction Reihe. Der neue Titel soll nunmehr an die Tradition des Kriminalromans erinnern. Wer Motherless Brooklyn kennt, wird eher enttäuscht sein. Was Lethem in diesem Roman von leichter Hand schafft, das Genre des Kriminalromans satirisch zu betrachten, wirkt in Der kurze Schlaf bemüht, von Einfällen überfrachtet und leidet darunter, sich nicht richtig entscheiden zu können, was er nun sein will: Krimi oder Science Fiction.

Daß dies durchaus stimmiger geht, haben Autoren wie Philip K. Dick bewiesen. Die Frage ist nur, ob Lethem das überhaupt wollte oder ob er sich bedingungslos seiner comichaften Vorstellungskraft unterworfen hat. Es reicht nicht aus, den Ton eines Chandlers, eines Hammett zu kopieren, um Spannung zu erzeugen.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Knarre mit Begleitmusik 20. September 2005
Von F. Martin
Format:Taschenbuch
Der deutsche Buchtitel „Der kurze Schlaf" (ehemals „Knarre mit Begleitmusik", Heyne Verlag, 1998) ist eine gekonnte Hommage an Raymond Chandlers „The big sleep". Der erste Roman des 1964 geborenen Autors Jonathan Lethem „Gun, With Occasional Music" steht in der großen Tradition von Raymond Chandlers ‚Hard-boiled'-Detektivgeschichten. Daneben will Lethems' Roman auch eine Verbeugung vor den Filmen der „Schwarzen Serie" und damit eine Huldigung des „Film Noir" sein. Das Buch wurde mit dem Locus Poll Award ausgezeichnet.

Der in Deutschland erst mit seinem späteren Roman „Die Festung der Einsamkeit" (2004) bekannt gewordene Autor belebte mit seinem Romandebüt eine schon fast vergessene literarische Tradition: den Kriminalroman der Depressionszeit. Wie schon die einsamen Helden eines Raymond Chandlers oder Dashiell Hammett spiegelt auch Jonathan Lethems knorriger Conrad Metcalf die Schattenseiten der amerikanischen Gesellschaft. Dabei hat Lethem die Romanhandlung auf futuristisch-surreale Schauplätze in eine pessimistische Welt der Zukunft verlegt.

Im Kalifornien der Zukunft können evolutionstechnisch manipulierte Tiere und Babyköpfe sprechen und handeln wie Menschen. Nachrichten beschränken sich auf Musik. Legale Drogen wie Forgettol und Akzeptol ermöglichen ein sorgenfreies Leben. Im Los Angeles des Jahres 2200 ist nur noch Privatinquisitoren (vor 250 Jahre bezeichnete man diesen Job noch mit „Privatdetektiv") erlaubt, was ansonsten als ungehörig gilt: sie dürfen Fragen stellen. Auch Conrad Metcalf hat eine Lizenz zum Schnüffeln. Er wühlt gerne im Dreck und übernimmt in schöner Regelmäßigkeit schmierige Aufträge. Als aber sein letzter Auftraggeber, ein angesehener Urologe, ermordet wird, wird es eng für Metcalf. Seine pingeligen Nachforschungen sind unerwünscht. Er stellt die falschen Fragen. Sein „Karmakonto" droht auf Null zu sinken. Ein rauflustiges Känguruh im feinen Dinnerjacket verfolgt ihn auf Schritt und Tritt. Als Metcalf versucht, einen offensichtlich Unschuldigen vor dem „Froster" (Kälteschlaf als Strafe für Personen, deren „Karmapunkte" erloschen sind) zu bewahren, gerät er in das Visier der korrupten Staatsmacht. Er gibt nicht auf. Am Ende siegt das Gute.

Jonathan Lethem liefert in seinem ersten Roman ein überhitztes Genre-Crossover. Leider kann die Handlung den Leser nicht bei Laune halten. Der Roman hält nicht, was der an Chandler angelehnte Buchtitel verspricht. Und was noch ärgerlicher ist: die Lektüre bietet keinerlei Spannung. Der Versuch des Autors, das Detektiv- und Science-Fichtion-Genre ineinander zu verweben, ist misslungen. „Der kurze Schlaf" ist ein Pseudo-Chandler-Krimi im SF-Gewand. Und damit ist er vor allem eins: absolut entbehrlich.

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