Eigentlich lese ich die Bücher von Daniel Scholten gern. Sie sind spannend, haben originelle Ideen, die schwedischen Polizisten sind sympathisch und die Stories logisch aufgebaut. Nur der Schluß läßt mich meistens ratlos zurück - und das ist in diesem Buch leider ganz extrem. Eine Frau, deren DNA keinerlei Aufschluß über ihre Herkunft gibt, rätselhafte Inschriften und Kryptogramme, die kein Mensch entschlüsseln kann, mysteriöse Männer in weißen Kutten, das alles ließ sich sehr gut an und machte neugierig, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Dann kam der Schluß - und ich hätte vor Wut die Wände hochgehen können. Keine der mit diesen Rätseln verbundenen Fragen wurde beantwortet, die weißen Männer verschwanden ebenso heimlich wie sie gekommen waren, niemand erfuhr, wer sie waren, wie sie sich all die Jahrhunderte lang unter der italienischen Bevölkerung verstecken konnten oder warum sie das taten. Die Mafia hing irgendwie mit drin, aber zu dem aber "Wie" und "Warum" kein aufklärendes Wort, nur vage Andeutungen, aus denen der Leser selbst seine Schlüsse ziehen sollte. Auch wer wen und aus welchem Grund umgebracht hat musste man aus den Vermutungen und Theorien der Polizisten selbst erschließen.
Nein, Herr Scholten, das war nix. Das nächste Buch lese ich noch, aber wenn das auch wieder so unbefriedigend endet kommt mir kein Krimi von Ihnen mehr ins Haus.