Produktinformation
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Der kleine Horrorladen basiert auf dem Billigfilm von Roger Corman aus dem Jahre 1960 -- der immerhin einen jungen Jack Nicholson vorweisen konnte -- und wartet mit einem urkomischen, tollen Soundtrack von Howard Ashman und Alan Menken auf, die später noch Disneys Trickfilmsparte mit Arielle - Die Meerjungfrau und Die Schöne und das Biest zu neuem Leben verhelfen sollten. Ellen Greene spielt eine hinreißende, leicht durchgeknallte Audrey, deren unbeholfenes Auftreten über eine Stimme hinwegtäuscht, die eine Ethel Merman von den Socken hätte hauen können. Moranis ist ihr idealer Partner, dessen fehlende Singstimme perfekt zu Seymours Exzentrizität passt. Levi Stubbs Jr. von den Four Tops liefert die fiese, niederträchtige Stimme von Audrey II; sein Vortrag des oscarnominierten Songs "Mean Green Mother from Outer Space" war ein absoluter Publikumshit.
Was die Stargastrollen betrifft, ist Steve Martins sadistischer Zahnarzt eine meisterhafte Kreation, wie auch Bill Murrays masochistischer Patient. John Candy, James Belushi und Christopher Guest schauen auch irgendwann vorbei. Und es hat noch nie einen schöneren und funkigeren Background-Chor gegeben wie die drei Motown-esken Mädchen, die im Film immer mal wieder auftauchen. --Mark Englehart
State:
Frank Oz - er dürfte den Meisten in Zusammenhang mit den “Muppets“ ein Begriff sein – lieferte 1986 mit “Der kleine Horrorladen“ eine perfekte Regiearbeit ab, die mit 2 Oscarnominierungen (Beste Effekte, Beste Musik), aber leider nicht den Oscars selbst, belohnt wurde. Sein gelungener Mix aus den Genres Musical, Horror, Komödie, Romanze und unterschwelliger Gesellschaftskritik konnte schon damals begeistern und hat bis heute nichts von seiner Wirkung auf mich verloren. Die Musik mag nicht jedermanns Sache sein, doch alle Songtexte sind wirklich gut; die Schauspieler wurden durch die Bank perfekt besetzt; die Kulissen - optimal designt - vermitteln die trübe Stimmung des Viertels virtuos; die Tricktechnik kann mit so manchem B-Picture der heutigen Zeit locker mithalten und die Gags sind teilweise zum “vorlachenaufdembodenrumkugelngut“, allein schon die Szene, in der Bill Murray, der einen Masochisten darstellt, sich in Behandlung bei dem sadistischen Zahnarzt begibt und dieser mangels Erfolg (Freude statt Wehgeschrei) langsam aber sicher verzweifelt, wird sicher jedem im Gedächtnis bleiben.
Die Darsteller:
Ob Rick Moranis (Ghostbusters 1+2, Männer für jeden Job) als liebenswerter Looser, Steve Martin (Immer Ärger mit Sergeant Bilko) als Sadist, Ellen Greene (Leon, der Profi) als nettes Mädel, dass Geld mit Liebe verwechselt – alle drei brillieren in ihren Hauptrollen. Doch auch die Nebendarsteller weisen keine Schwächen auf, kein Wunder bei Namen wie Bill Murray (Ghostbusters 1+2, 3 Engel für Charlie), John Candy (Kevin allein zu Haus, Blues Brothers), James Belushi (Snow Dogs – 8 Helden auf vier Pfoten), etc., etc.
Die DVD:
Der Ton liegt in Englisch DD 5.1 und Deutsch Mono vor. Nein – ich habe mich nicht verschrieben: Warner bringt es im Jahre 2003 wahrhaftig fertig einem Filmklassiker, der zumindest fast einen Oscar für die beste Musik kassiert hätte, und weitgehend von der Vertonung “lebt“ auf dem Medium DVD in Mono (Stereo wäre ja noch zähneknirschend zu akzeptieren) zu präsentieren. Eigentlich hätte ich bei der Gesamtwertung dafür direkt 2 Sterne abziehen müssen, doch der Film selbst ist einfach zu gut, um ihn hier mit 3 Sternen abzuspeisen. Außerdem bleibt zumindest den Fremdsprachlern unter uns die in Anbetracht des Alters wirklich gelungene englische Tonspur. Den restlichen Filmfans kann ich nur wünschen, dass ihr DVD Player mit einer separaten Tonumschalttaste ausgestattet ist – also Handlung auf Deutsch, Songs auf Englisch genießen. Die teilweise satten Soundeffekte in der Handlung werden sie leider trotzdem verpassen.
Das Bild (opt. 16:9 Widescreen im Verh. 1.85:1) kann diesen Fauxpas zwar nicht wirklich gutmachen, ist zwar sicher keine Referenz, für einen Film dieses Alters aber erstaunlich gut geraten: Farben, Schärfe, Kontrast – alles im grünen Bereich, mir sind noch nicht einmal Dropouts aufgefallen.
An Extras finden wir diverse TV-Spots und Trailer, eine Menge Outtakes (fast 10 Min.), eine eher belanglose Featurette (ca. 24 Min.) und einen Audiokommentar von Frank Oz, dem leider – im Gegensatz zu den restlichen Extras – keine deutschen UT gegönnt wurde. Außerdem gibt es noch einen weiteren Abspielmodus = Only Music. Warum diesem lediglich eine DD 2 Tonspur gegönnt wurde wird wohl ein ewiges Geheimnis der DVD Macher bleiben.
Schon vor Jahren habe ich drüben die amerikanische DVD in den Fingern gehabt. Auf das darauf enthaltene “Alternative Ende“ müssen deutschsprachige DVD Fans leider verzichten.
Fazit:
Ein wirklich guter Film, den man zumindest kennen sollte. (5 Sterne)
Eine technisch eher schwache DVD, die abgesehen vom Bild nicht überzeugen kann. (2 Sterne)
Tipp:
Wem Genre-Mixes gefallen sollte unbedingt auch einen Blick auf “Müllers Büro“ riskieren. Die DVD zu diesem eigenwilligen Klassiker ist am 01.04.2003 erschienen und zumindest zum Zeitpunkt der Einsendung dieser Rezension bei Amazon bestellbar.
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