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Der kleine Herr Friedemann: Erzählung [Audiobook] [Audio CD]

Thomas Mann , Gert Westphal
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1995
Die Amme hatte die Schuld - so beginnt die 1897 erschienene Novelle um das tragische Schicksal des Johannes Friedemann. Verwachsen durch eine Unachtsamkeit seiner dem Trunk ergebenen Amme meistert er sein Leben - bis zur Begegnung mit der schönen Gerda von Rinnlingen...

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Litraton (1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3894698233
  • ISBN-13: 978-3894698232
  • Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 12,7 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 907.382 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Bis heute gilt er vielen als der Inbegriff der deutschen Literatur: Thomas Mann (1875-1955), der Literaturnobelpreisträger von 1929. Diese höchste Auszeichnung erhielt er für seinen ersten Roman "Die Buddenbrooks", ein Jahrhundertwerk, das als Schlüsselroman seiner Zeit gilt. Kurz nach diesem Triumph begann für Thomas Mann die Zeit des Exils, zunächst in der Schweiz, unterbrochen von Reisen in die USA, wo ihm 1938 die Ehrendoktorwürde der Columbia University, New York, verliehen wurde. 1941 siedelte er nach Kalifornien über, drei Jahre später wurde er amerikanischer Staatsbürger. 1952 kehrte Thomas Mann in die Schweiz zurück, wo er 1955 starb. Zu seinen bekanntesten Werken gehören "Der Tod in Venedig", "Der Zauberberg" und "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull".

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Thomas Mann wurde 1875 in Lübeck geboren und wohnte seit 1894 in München. 1933 verließ er Deutschland und lebte zuerst in der Schweiz am Zürichsee, dann in den Vereinigten Staaten, wo er 1938 eine Professur an der Universität in Princeton annahm. Später hatte er seinen Wohnsitz in Kalifornien, danach wieder in der Schweiz. Er starb in Zürich am 12. August 1955.Gert Westphal (geb. 1920 in Dresden): 1948 - 53 Oberspielleiter bei Radio Bremen, 1953 - 59 Hörspielleiter u. Fernseh-Chefregisseur beim Südwestfunk, 1959- 80 Mitglied des Züricher Schauspielhauses, als Rezitator von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeiert

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Im Juli desselben Jahres ereignete sich jener Wechsel in der Bezirkskommandantur, der alle Welt in Erregung versetzte. Der beleibte, joviale Herr, der lange Jahre hindurch diesen Posten innegehabt hatte, war in den gesellschaftlichen Kreisen sehr beliebt gewesen, und man sah ihn ungern scheiden. Gott weiß, infolge welches Umstandes nun ausgemacht Herr von Rinnlingen aus der Hauptstadt hierher gelangte.
Der Tausch schien übrigens nicht übel zu sein, denn der neue Oberstlieutenant, der verheiratet aber kinderlos war, mietete in der südlichen Vorstadt eine sehr geräumige Villa, woraus man schloß, daß er ein Haus zu machen gedachte. Jedenfalls wurde das Gerücht, er sei ganz außerordentlich vermögend, auch dadurch bestätigt, daß er vier Dienstboten, fünf Reit- und Wagenpferde, einen Landauer und einen leichten Jagdwagen mit sich brachte.
Die Herrschaften begannen bald nach ihrer Ankunft bei den angesehenen Familien Besuche zu machen, und ihr Name war in aller Munde; das Hauptinteresse aber nahm schlechterdings nicht Herr von Rinnlingen selbst in Anspruch, sondern seine Gattin. Die Herren waren verblüfft und hatten vorderhand noch kein Urteil; die Damen aber waren geradeheraus nicht einverstanden mit dem Sein und Wesen Gerdas von Rinnlingen.
"Daß man die hauptstädtische Luft verspürt", äußerte sich Frau Rechtsanwalt Hagenström gesprächsweise gegen Henriette Friedemann, - "nun, das ist natürlich. Sie raucht, sie reitet - einverstanden! Aber ihr Benehmen ist nicht nur frei, es ist burschikos, und auch das ist noch nicht das rechte Wort... Sehen Sie, sie ist durchaus nicht häßlich, man könnte sie sogar hübsch finden: und dennoch entbehrt sie jedes weiblichen Reizes, und ihrem Blick, ihrem Lachen, ihren Bewegungen fehlt alles, was Männer lieben. Sie ist nicht kokett, und ich bin, Gott weiß es, die letzte, die das nicht lobenswert fände; aber darf eine so junge Frau - sie ist vierundzwanzig Jahre alt - die natürliche anmutige Anziehungskraft... vollkommen vermissen lassen? Liebste, ich bin nicht zungenfertig, aber ich weiß, was ich meine. Unsere Herren sind jetzt noch wie vor den Kopf geschlagen: Sie werden sehen, daß sie sich nach ein paar Wochen gänzlich degoutiert von ihr abwenden..."
"Nun", sagte Fräulein Friedemann, "sie ist ja vortrefflich versorgt. "
"Ja, ihr Mann!" rief Frau Hagenström. "Wie behandelt sie ihn? Sie sollten es sehen! Sie werden es sehen! Ich bin die erste, die darauf besteht, dass eine verheiratete Frau gegen das andere Geschlecht bis zu einem gewissen Grade abweisend zu sein hat. Wie aber benimmt sie sich gegen ihren eigenen Mann? Sie hat eine Art, ihn eiskalt anzusehen und mit einer mitleidigen Betonung >Lieber Freund< zu ihm zu sagen, die mich empört! Denn man muß ihn dabei sehen - korrekt, stramm, ritterlich, ein prächtig konservierter Vierziger, ein glänzender Offizier! Vier Jahre sind sie verheiratet ... Liebste ... " -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

4.3 von 5 Sternen
4.3 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gut gelesen 3. Februar 2009
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Zum verlorenen Überraschungsmoment durch das Back-Cover kann ich nichts sagen, da ich den Text schon kannte, bevor ich mir die Hörbuchfassung zulegte. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit der Lesung des "kleinen Herrn Friedemann", denn bei Will Quadflieg kommt exakt die Stimmung auf, die zu diesem Mann-Text passt, der so unausweichlich auf die Katastrophe zusteuert. Für Thomas Mann-Fans ein echtes Highlight, aber auch für Einsteiger sehr gut geeignet weil relativ kurz und nicht zu komplex.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und auf dem Backcover die gesamte Handlung... 1. Februar 2009
Von gregson TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Audio CD|Von Amazon bestätigter Kauf
Diese frühe Erzählung von Mann um den "kleinen Herr Friedemann" ("ein von der Natur stiefmütterlich behandelter Mensch") ist so anrührend, wie Literatur es nur sein kann! Diese Hörbuch-Fassung ist zudem über jeden Zweifel erhaben.
Aber es ist mir schleierhaft, wie man den gesamten Handlungsverlauf - recht detailliert, inklusive Ende - auf dem Backcover auflisten kann! Ich denke, es ist dadurch so manchem, der mit der Geschichte noch nicht vertraut war, das Überraschungsmoment genommen worden. Einen Stern Abzug also, wegen dieses ärgerlichen Details.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lesenswertes Frühwerk Thomas Manns 26. April 2007
Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Bereits in der Novelle "Der kleine Herr Friedemann", einer seiner ersten Veröffentlichungen, schlägt Thomas Mann ein Thema an, das sich später wie ein roter Faden durch sein gesamtes Werk zieht: die Heimsuchung eines Menschen durch eine lang unterdrückte Sehnsucht, die plötzlich mit aller Gewalt und Leidenschaftlichkeit aufbricht und den Protagonisten gegen seinen Willen überwältigt und zerstört. So geht es auch dem kleinen, verkrüppelten Herrn Friedemann. Der hat schon seit seiner Jugendzeit eingesehen, dass er sich in einer Gesellschaft, die vor allem auf Äußerlichkeiten achtet, kaum Hoffnung auf eine Liebesbeziehung machen kann. Mit dieser Tatsache beginnt er sich abzufinden und richtet sich sein Leben so genussvoll wie möglich ein. Doch schon kurz nach seinem 30. Geburtstag bricht das Unheil über ihn herein, und zwar in der Gestalt einer schönen Frau, in die er sich gegen seinen Willen verliebt. Obwohl er ahnt, dass dies seinen Untergang bedeutet, kann sich der kleine Herr Friedemann diesem Einbruch von Leidenschaft in sein Leben nicht entziehen. Das Thema der Heimsuchung ist auch im Leben von Thomas Mann selbst erkennbar, der in seinen Tagebüchern seine homoerotischen Neigungen eingesteht, sie aber nie auslebte.
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