Axel Hacke - warum kannte ich ihn nicht?
Ich bin immer und ständig auf der Suche nach witzigen Büchern und habe (neben einigen Fehlkäufen) auch schon eine beachtliche Sammlung an Fundstücken im Schrank.
Amazon merkt sich sowas ja und schlägt mir regelmäßig vor, was mir denn noch gefallen könnte. Der "Kleine Erziehungsberater" war schon oft dabei, aber erstens gab es keine Rezensionen (man kauft ja nicht die Katze im Sack!) und zweitens ist das vom Michael Sowa gezeichnete Coverbild ziemlich abschreckend...Also wenn mich etwas nicht anspricht, dann das. Als mir das Buch dann aber im Laden "persönlich" begegnet ist und ich kurz reinlesen konnte, musste ich es doch kaufen.
Fazit: ich habe selten so gelacht. In kleinen Episoden aus dem alltäglichen Wahnsinn mit 3 Kindern berichtet Axel Hacke so stilsicher und treffend, wie es kaum ein anderer kann. Ich sage nur: "Max rülpst."
Das Buch ist nicht sehr dick und deshalb sehr schnell durchgelesen. Jede Kurzgeschichte ist nur zwischen 2 und 4 Seiten lang, das empfand ich als sehr erfrischend und es macht das Büchlein zum optimalen Begleiter für's Wartezimmer beim Arzt, z.B. In genau diesem befand ich mich nämlich beim Lesen und weil ich durch mein ständiges Grinsen und Kichern schon die Blicke der Leute auf mich gezogen hatte, musste ich das Buch kurz zur Seite legen um mich vom Lachflash wieder zu erholen.
Wer einen ernstgemeinten Erziehungsratgeber mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen sucht, wie man ein Kind zum schlafen bewegt oder den Schnuller abgewöhnt, ist hier falsch. Aber wer Kinder hat und mal herzlich darüber lachen möchte, wie es einem selbst (und auch den anderen Eltern) geht, der ist mit Axel Hacke bestens bedient.
Einen Stern Abzug gibt es für die Illustrationen (Lieber Herr Hacke, tun Sie ihren Lesern den Gefallen und suchen Sie sich einen anderen Illustrator, bitte!) und für das letzte Kapitel, das für mich in keinem Zusammenhang zu dem restlichen Buch steht.