Dieses Buch hat sich, im wahrsten Sinne des Wortes, vor meine Füße geschmissen. Im Supermarkt lag es vor dem Regal auf dem Boden und eigentlich wollte ich es nur zurückstellen. Eigentlich. ;-)
Das schlichte schwarze Cover fand ich jedoch so interessant, dass ich auch den Klappentext gelesen habe. Berlin, 1980, Punks, Hippies und selbsternannte Künstler haben mich dann zum Kauf bewogen. Vielleicht war aber auch die Tatsache, dass ich genau diese Zeit in Berlin verbracht habe der Auslöser. War schon chaotisch damals. ;-)
Vollkommen unbelastet, die anderen Werke von Sven Regener kenne ich nicht, ging ich also an dieses Buch heran.
Frank und Wolli erinnerten mich sofort an unsere Fahrten auf der Transitstrecke der DDR und es war, als wären sie damals mit dabei gewesen ;-), denn irgendeiner hat immer geredet ohne Ende, um seine Nervosität zu überspielen, während andere den ganzen Hype nicht wirklich ernst genommen haben und in jugendlicher Unwissenheit dachten, was soll schon passieren.
Anfangs hat mir der Schreibstil wirklich gut gefallen, denn er spiegelte das wirkliche WG-Leben der damaligen Zeit wider. Bunt gemischt lebte man in Wohnungen, Fabrikgebäuden oder sonstigem zusammen - und in den Tag hinein. Nach einer Weile jedoch ging mir das ziemlich auf den Zeiger. Zumal die Dialoge sich ständig im Kreis drehten und die Handlung weitgehend auf der Strecke blieb. Karussell-Sätze von ein bis zwei Buchseiten Länge waren mir dann doch zu viel. Und das Ende ... nun ja, ... das Ende war dann auch nicht wirklich der Hammer. Wirkte ziemlich dahin gepfeffert. Ja, ich hatte sogar den Eindruck, der Autor war froh, dass ihm da noch auf die Schnelle was eingefallen ist.
Mal sehen, vielleicht schau ich mir die anderen Werke des Autoren mal an, denn den Rezensionen nach zu urteilen, sollen die um Längen besser sein.