Schottlands Hauptstadt Edinburgh soll mit dem Umbau des Queensberry House ein neues Parlamentsgebäude erhalten. Queensberry House, ein geschichtsträchtiges viktorianisches Gemäuer, diente zuletzt als Krankenhaus, bevor es sich selbst und dem sicheren Verfall überlassen wurde. Während der Bauarbeiten an dem düsteren alten Kasten wird eine mumifizierte Leiche entdeckt. Es stellt sich sehr schnell heraus, daß es sich um einen vor 20 Jahren ermordeten Mann handelt, dessen Identität es zu klären gilt. Zu dem mysteriösen Fall gesellt sich im weiteren Verlauf der Mord an dem vielversprechenden Abgeordneten Roddy Grieve, dessen Leiche ebenfalls im Queensberry House gefunden wird, und der Selbstmord eines Penners, in dessen Nachlaß 400.000 Pfund entdeckt werden. Das ruft Detective Inspector John Rebus auf den Plan, der mit einem Team von Ermittlern, leider unter der Fuchtel des jungen Emporkömmlings und Günstlings der Polizeiobrigkeit Edingburghs, Derek, mit der Ermittlung zunächst eines Falls betreut wird. John Rebus aber ist ein alter Fuchs, ein Polizist mit einer unverwechselbaren Spürnase, und wittert sehr schnell einen Zusammenhang zwischen den drei Fällen, dem er gegen alle möglichen Anfeindungen aus eigenen Reihen nachzugehen beabsichtigt.
Zunächst aber bewegt sich die Handlung in alle möglichen Richtungen, von denen manche sich wie ein roter Faden durch das Buch ziehen, manche aber auch verwirren, indem sie auf halber Strecke stecken bleiben, nicht weiterverfolgt werden und den Leser mit vielen offenen Fragen, vor allem nach dem tieferen Sinn, zurücklassen. Mir gefiel vor allem die psychologisch angehauchte Erzählweise aus Sicht der Familie Grieve, eines reichen und einflussreichen Clans aus skurrilen Mitgliedern, der mit allen Mitteln die Fassade vor einer wahrlich bedauernswerten Realität aufrechtzuerhalten sucht.
Außer in diesen Passagen suchte ich in dem Roman allerdings das Element des angekündigten Briten-Krimis vergebens. Ian Rankin erzählt in eher nüchternem und knappem Stil, der jedoch Spannung bis zum überaus logisch gelungenen Ende garantiert. Die Handlung wirkt - egal aus welcher Perspektive - niemals konstruiert. Die Figuren sind charakterlich sehr gut ausgearbeitet, wobei Rankin so ziemlich jede Art der menschlichen Spezies exakt getroffen hat, sowohl im positiven wie auch negativen Sinne. Informativ und authentisch fand ich die Einschätzung der politischen Situation in Schottland sowohl 1979 als auch 1999 und vor allem die realistische Beschreibung der polizeilichen Methoden und Machtstrukturen.
Meine Bewertung mit „nur" drei Sternen deshalb, weil ich mit dem Thema des Romans und der Richtung, die Rankin letztendlich seiner Handlung gab, leider zu keiner Zeit warm wurde.