Winters' Story dürfte so weit von der Realität nicht entfernt sein und so enden, wie sie in Wirklichkeit ebenfalls regelmäßig enden wird. Das Buch ist hammerhart, und das eigentlich Faszinierende war für mich, als weißer, kultivierter Mitteleuropäer endlich 'mal "Mäuschen" in einer zeitgenössischen Szene sein zu dürfen, zu der der Zugang im normalen Leben ausgeschlossen ist. Was erzählt wird, lässt sich - wenn man es geschafft hat, die benebelnde Weiblichkeit von Winter zu verdrängen - nur als abstoßend, eben eiskalt, beschreiben. Sie ist ein Ekelpaket, das sich auf hohem Niveau prostituiert. Verblüfffend ist nur, dass man sie aufgrund ihres straighten, ehrlichen Verhaltens trotzdem irgendwann mag. Mit der gleichen Eiseskälte, mit der sie ihrer Umwelt begegnet, begegnet ihre Umwelt ihr. Ihre Haltung und ihr ungemein starker Charakter, den sie im Laufe der Geschichte bewahrt , beeindrucken. That's all.