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Der junge Stalin: Das frühe Leben des Diktators 1878-1917
 
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Der junge Stalin: Das frühe Leben des Diktators 1878-1917 [Gebundene Ausgabe]

Simon Sebag Montefiore
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit Der junge Stalin legt Simon Sebag Montefiore die Vorgeschichte zu seiner großen Stalin-Biografie (Stalin. Am Hof des roten Zaren) vor. Dass er darin manches Neues über die Jugend des späteren Despoten berichten kann, verdankt er der Öffnung bis dahin geheim gehaltener Akten aus russischen und georgischen Archiven.

Dass der kleine „Sosso“ aus ihrer Sicht „so gut gelungen“ sei, verdankte der später Stalin genannte Josef Wissarionowitsch Dschugaschwilli nach Meinung seiner Mutter dem Umstand, dass sie und ihr Mann, wenn sie dies für nötig hielten (oder der Vater ganz einfach wieder einmal betrunken nach Hause kam), ihn von klein auf regelmäßig verprügelt hatten. Ob sie tatsächlich auch nur ahnte, welche Früchte die drakonische „Erziehung“ tatsächlich einmal tragen würde? Jedenfalls machte der so gestählte Klosterschüler und Atheist, der, nach Ansicht eines Schulkameraden, durch seinen Vater gelernt hatte, „Menschen zu hassen“, schon früh durch seine Brutalität und absolute Skrupellosigkeit auf sich aufmerksam.

Einen ersten Beitrag zur Finanzierung der bolschewistischen Revolution konnte der 1878 geborene „Sosso“, der unter dem Pseudonym „Sosselo“ auch Gedichte veröffentlichte, bereits 1907 leisten. Im Juni jenes Jahres, lange vor seinem Aufstieg an die Spitze der Partei und des von ihr unterjochten Staates, überfiel er im geheimen Auftrag Lenins mit einer von ihm gedungenen und bewaffneten Räuberbande in Tiflis einen Geldtransport. Nicht weniger als vierzig Tote und ebenso viele zum Teil schwer Verletzte gab es bei dem Überfall zu beklagen: Der Anfang einer sagenhaften Karriere, über deren (Vor-)Geschichte Montefiores lesenswerte biografische Studie auf rund 500 Seiten ebenso ausführlich wie quellengesättigt Aufschluss gibt. -- Andreas Vierecke

Kurzbeschreibung

Seine vorrevolutionären Verbrechen wie Verdienste waren weitaus größer als je bekannt. Zum ersten Mal zeigt Simon Sebag Montefiore mit seinem neuen Buch, wie aus dem jugendlichen Gangster Josef Stalin, der weder vor Bankraub, Schutzgelderpressung noch Mord zurückschreckte, der gewiefte, blutrünstige Diktator und unerschrockene Kriegsherr, der geniale Stratege und Politiker wurde. Schon in Stalins frühester Jugend zeigt sich die Fratze des Despoten: seine Feindschaften, seine Interessen, seine Skrupellosigkeit, seine Paranoia und seine Kenntnis der Welt und der Menschen. Simon Sebag Montefiores meisterhafte Darstellungen zeichnen nicht nur seine erstaunlichen neuen Funde aus, sondern auch die lebenspralle Erzählweise, die das Buch spannender macht als jeden historischen Roman. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
"Alle Leute sind doch gleich. Wozu sollte man also... über den jungen Stalin schreiben?"
- Josef Stalin

Befasst man sich mit den bedeutendsten Gestalten der Weltgeschichte wird man zuallererst immer einen Blick auf die großen Errungenschaften, Verbrechen und Glanzzeiten einer Karriere. Doch viel interessanter als sich mit den Taten am Höhepunkt der Macht zu beschäftigen, ist es vom Werdegang eines solchen Menschen zu erfahren, zu einem Zeitpunkt wo dieser noch weit von der späteren Außergewöhnlichkeit entfernt war. Und man entdeckt vielleicht nicht wenige menschliche Schwächen mit denen man sich selbst identifizieren kann, man erkennt den Menschen dahinter, der durch Glück und Talent schließlich seinen Weg in die Geschichtsbücher gefunden hat.

Am 6. Dezember 1878 geboren, war Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili (Spitzname Sosso) ein kränkliches Baby und schwebte in Gefahr wie seine 2 Brüder vor ihm bereits nach wenigen Monaten einen plötzlichen Tod zu sterben, doch er überlebte. Nichts deutete darauf hin, dass der Sohn eines Schuhmachers eines Tages den Namen Stalin annehmen und das Schicksal Europas mitbestimmen würde. Stalins Weg zur Macht von 1878 bis 1917 hat Simon Sebag Montefiore (Stalin: Am Hof des Roten Zaren) in seiner mittlerweile zweiten Stalin-Biografie nachgezeichnet. Sie endet dort, wo "Stalin: Am Hof des Roten Zaren" beginnt und das heisst direkt in den Wirren der sowjetischen Machtergreifung und Stalins Aufstieg im Zentralkomitee.

Es gibt viele Bücher über Adolf Hitlers Leben, Lebensstationen und -abschnitte, doch gerade seinem Erzfeind, dessen Stalinsche Säuberungen je nach Zählung zwischen 9 und 20 Millionen Opfer gefordert haben blieb die zweifelhafte Ehre einer Biografie über seine Jugendjahre bisher verwehrt. Zum Teil liegt das darin, dass die sowjetischen Archive noch bis vor kurzem für die Forschung unzugänglich waren, galt es doch seit dem Fall des Eisernen Vorgangs die umfassenden Bestände erst einmal genau zu sichten und aufzuarbeiten. Simon Sebag Montefiore ging jedoch einen bedeutenden Schritt weiter und suchte auch Archive in Georgien, der Heimat Stalins auf, wo er etwa die unveröffentlichten Memoiren seiner Mutter zu Tage förderte.

Eindrucksvoll und prosaisch schildert der Autor wie Stalin immer wieder mit Glück im Unglück schwere Krankheiten, Verletzungen, Schlägereien und Prügel zu Hause überlebte, um auf Wunsch seiner Mutter eine höhere Bildung anzustreben und eines Tages Priester wenn nicht gar Bischof zu werden. Schon in seiner Kindheit finden sich entscheidende Momente, die Stalins Leben prägen sollten, wie einer seiner Freunde später schrieb "Diese unverdienten und schrecklichen Prügel machten den Jungen genauso hart und gefühllos wie seinen Vater." Und dabei war es nicht allein Stalins Vater der ihn schlug, sondern auch seine Mutter, die ihn eigentlich abgöttisch liebte. Doch Stalins verlief anders als geplant, der begnadete Chorsänger und intelligente Junge wurde auch charismatischer Straßenkämpfer und entdeckte eine Liebe zu Büchern, wobei er selbst als Dichter überraschende Erfolge feiern konnte und immer wieder Förderer fand. Ganz anders als das landläufige Bild, war er kein georgischer Bauernflegel, sondern ein Intelligenzler dessen Manieren häufig zu wünschen übrig ließen und der sich nicht scheute auch Kriminelle in seinen inneren Zirkel aufzunehmen.

Autor Montefiore gelingt es Stalin als Menschen darzustellen, der in außergewöhnlichen Zeiten zwischen Affären, Anschlägen und Verschwörungen, als junger Revolutionär seine Bestimmung fand. Gefahrloser als in "Am Hof des Roten Zaren" kann man sich in "Der junge Stalin" dieser vielschichtigen Persönlichkeit widmen, einem Diktator der Millionen ermorden lassen sollte, hinter dessen rauer Fassade sich allerdings ein lebenslang lernwilliger Denker verbarg, der viele Leiden hatte ertragen müssen und von Pockennarben gezeichnet blieb. Bemerkenswert umfassend sind die Anmerkungen, welche immer wieder einen historischen Ausblick erlauben, welches Schicksal bestimmten Zeitgenossen widerfahren wird. Fern der eindrucksvollen Nacherzählung von Stalins frühem Leben fehlt es Simon Sebag Montefiores Werk allerdings etwas an Intensität, also Dramatik und Spannung, was Stalins Leben durchaus hergegeben hätte.

Fazit:
Wer sich näher mit der Person Josef Stalin beschäftigen möchte, wird um dieses Werk kaum herum kommen.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Beeindruckend! 9. Februar 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch "Der junge Stalin" beeindruckt. Zum einen aufgrund der darin ausgebreiteten Inhalte. Der Aufstieg des georgischen Schuhmachersohns zum Herrn über ein Weltreiches konnte wohl kaum ein gewöhnlicher sein, man ahnte, dass Leichen diesen Weg säumten. Was jedoch im Buch von Simon Sebag Montefiore beschrieben wird, die kaum fassbare Kombination von Intelligenz und krimineller Energie, die Stalin auszeichnet, die Rohheit seiner Taten, die Rauhheit seines Lebens, dies alles macht sprachlos. Zum anderen imponiert die im Buch zusammengetragene Materialfülle, die Beharrlichkeit des Autors, der zahllose Personen, Archive und Bücher befragte und die Fülle seiner Ergebnisse anschließend in eine gut lesbare Form zu bringen wusste.
Dennoch: Erlag der Autor nicht vielleicht doch ein wenig der Versuchung, hier eine Banditengeschichte, wenn auch eine von ganz besonderer Art, zu erzählen? Hätte man nicht lieber noch ein wenig mehr gehört zu dem, was der junge Stalin dachte, las und schrieb statt immer wieder neuer Coups, Morde und Intrigen, deren detaillierte Schilderung gelegentlich auch Längen hat? Auch wäre es schön gewesen, wenn der Autor mit Fußnoten gearbeitet hätte, gerne wüsste man an so mancher Stelle, aus welchem konkreten Dokument er seine Kenntnisse bezieht, die Ausführungen zu den Quellen, die sich im Anhang finden, scheinen zu dürftig.
Im ganzen sind dies jedoch nur geringfügige Kritikpunkte an einem hochinteressanten Buch und einer großen Leistung. Deshalb: Volle Punktzahl!!!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
...unversöhnliche Rachegelüste zu stillen und dann ins Bett zu gehen. Gibt es etwas Süßeres auf der Welt?" (394)

Wie konnte aus Stalin der brutale Herrscher werden, der in mehreren "Säuberungen" 15 Millionen Menschen ermorden ließ und durch sein brutales Vorgehen gegen die Kulaken, russische Großbauern, eine Hungersnot vom Zaun brach, an deren Ende 8 Millionen Opfer standen? Können wir in Stalins Jugend Hinweise finden, die seine Verachtung gegen den Wert eines Menschenlebens verständlich machen können? Nachdem Simon Montefiore in seiner Darstellung Stalin: Am Hof des roten Zaren bereits das Leben des Diktators seit der Oktoberrevolution 1917 beschrieben hat, lieferte er 2007 mit "Der junge Stalin" eine herausragend recherchierte und glänzend geschriebene Biografie ab, die den Leser in das Georgien zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts entführt und ein glänzendes Panorama der historischen Hintergrundmatrix entwickelt, auf der Stalin zu dem werden konnte, den wir uns heute erschließen können.

Montefiore beschreibt das Georgien der Jahrhundertwende als eine Art rechtsfreien Raum, in dem sich Draufgänger jedweder Coleur bewähren konnten. Einer dieser Draufgänger war Stalin, der nach der Spaltung der russischen Sozialdemokraten in Bolschewisten und Menschewisten im Jahr 1903 ein glühender Anhänger der Bolschewisten unter der Führung Lenins wurde und diese durch zahlreiche spektakuläre Banküberfalle mit den notwendigen finanziellen Mitteln zur Organisation der Weltrevolution versorgte. Montefiore arbeitet heraus, dass es ironischerweise ausgerechnet Stalins Zeit am Priesterseminar war, die ihn zu einem kompromisslosen Marxisten haben werden lassen: "Stalin beendetet sein Priesterstudium nicht, aber die Internatsschule verschaffte ihm eine klassische Bildung und beeinflusste ihn enorm. Schwarzfleck [Stalins Lehrer; M.D.] hatte Stalin widersinnigerweise zu einem atheistischen Marxisten gemacht und ihm genau die repressiven Methoden beigebracht [...], die er in seinem sowjetischen Polizeistaat wiederholen sollte" (120).

Doch ein Blick in Stalins frühe Sozialisation kann natürlich nicht alle Charaktereigenschaften dieser Persönlichkeit klären. In der folgenden Passage liefert Montefiore ein glänzendes psychologisches Profil Stalins ab, welches in seiner Gänze wohl nie lückenlos erschlossen werden kann: "Er war sonderbar, exzentrisch und ohne jedes Einfühlungsvermögen, außerdem voller Hass und voll von Komplexen und Eigenarten, was seine Persönlichkeit, seine Familie und seinen Körper betraf [...]. Seine brodelnde exzentrische Energie schien die Luft aus jedem Zimmer zu saugen und erschöpfte die Schwachen, ohne ihnen eine emotionale Stütze zu bieten. Die zarten Momente konnten die eisige Distanziertheit und die finstere Überempfindlichkeit nicht wettmachen" (289).

Fazit: Charakterprofil eines Diktators, Panorama einer Zeit im Umbruch und das alles auf glänzendem wissenschaftlichem und literarischem Niveau. Keiner, der an der Geschichte Russlands unter Stalin interessiert ist, wird in Zukunft an "Der junge Stalin" vorbeikommen.
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