Lessing war gerade einmal 19 Jahre alt, als er dieses ironische Lustspiel über einen Möchtegerngelehrten schrieb. Zur damaligen Zeit war seine Figur keine wirklich neue Erfindung, schon lange ärgerten sich die Menschen über Gelehrte, die nichts außer Phrasen von sich gaben und mit einer unglaublichen Arroganz auf ihre Umwelt blickten. Die Diskussion, die damals stattfand - nämlich ob es besser sei, von vielen Wissenschaften etwas oder von einem Gebiet sehr viel zu erlernen, ist bis heute aktuell. Tatsächlich geht es aber in dem Stück um einen jungen Mann, der vor Dummheit nur so strotzt und dies durch hohle Parolen und Floskeln über wissenschaftlichen Nonsens übertünchen will. Seine Überheblichkeit ist unvorstellbar.
Das Stück sprüht vor Energie, selbst heute noch. Es läßt sich einfach und schnell lesen und erinnert wohl jeden von uns an ähnlich erlebte Situationen. Ein Großteil des Charmes entsteht durch den Gegenpol zum "gelehrten" Damis - seinem Bedienten Anto. Dieser redet zwar nicht so hochtrabend, ist aber um einiges gewitzter als sein Herr, spielt aber vor dem brav den dummen Esel. Keine große Kunst, aber wunderbar und spritzig. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)