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Der grosse Meaulnes: Roman Taschenbuch – Juli 2001


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: dtv; Auflage: 2. Auflage. (Juli 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423128992
  • ISBN-13: 978-3423128995
  • Originaltitel: Le grand Meaulnes
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,9 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.006.392 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ein dem Leben abgelauschtes Meisterwerk.«
Olivier Guez, Frankfurter Allgemeine Zeitung 27.07.2013



»Eine Perle der französischen Literatur.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung 27.07.2013

-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der große Meaulnes
OT Le grand MeaulnesOA 1913 DE 1930 Form Roman Epoche Moderne
Alain-Fournier bereitete mit Der große Meaulnes den Weg für den modernen, psychologischen Roman. Der fließende Wechsel zwischen Wirklichkeit und Traum, Realität und Irrealität, Erdachtem und Erlebtem, entstanden aus der Sehnsucht nach Liebe, Glück und Geborgenheit, führt den Leser in eine Welt voller Symbole und Bilder, eine Welt des kindlichen Staunens.
Inhalt: François Seurel findet in dem 17-jährigen Augustin Meaulnes den lang ersehnten Freund. Doch bald verschwindet Augustin spurlos und kehrt erst nach Tagen zurück. Seine wundersamen Erlebnisse berichtet er François: Nach einer Irrfahrt mit der Kutsche der Seurels findet sich Augustin in einem geheimnisvollen Schloss wieder, wo eine Hochzeit gefeiert werden soll. Doch der junge Schlossherr Frantz de Galais wartet vergebens auf seine Braut Valentine. Bevor das Fest abgebrochen wird, lernt Augustin Yvonne, die Schwester des Bräutigams, kennen und verliebt sich in sie. Nach Hause zurückgekehrt, kann er sich nicht mehr an den Weg zum Schloss erinnern. Vergeblich suchen Augustin und François den mysteriösen Ort, den sie »das verlorene Land« nennen.
Eines Tages begegnen Augustin und François zufällig Frantz, der immer noch seine Braut sucht. Aber er kann Augustin sagen, wo sich Yvonne aufhält. Im Gegenzug muss er versprechen, Frantz bei der Suche nach Valentine zu helfen, wenn dieser es verlangt. Als er Yvonne findet, erkennt er, dass sein »Traum« Realität war. Obgleich des mythischen Zaubers der ersten Begegnung beraubt, heiratet Augustin Yvonne. In der Hochzeitsnacht muss er jedoch sein Versprechen, das er Frantz gegeben hatte, einlösen. Yvonne, inzwischen schwanger, stirbt kurze Zeit nach der Geburt, ohne ihren Mann wiedergesehen zu haben. Augustin kehrt noch einmal in das Schloss zurück, um seine Tochter von François entgegenzunehmen und dann mit ihr in die Welt zu ziehen.
Aufbau: Die Geschichte um das wundersame Abenteuer des großen Meaulnes wechselt von der Perspektive des Ich-Erzählers François Seurel in die Perspektive eines allwissenden Erzählers, der die Erlebnisse von Meaulnes schildert. Mit diesem Kunstgriff ist der Leser unmittelbar am Geschehen beteiligt und erlebt mit der Figur das Fest. Derselbe Perspektivenwechsel wird noch einmal am Ende des Buchs angewandt: Ein Erzähler fasst die Geschehnisse der Hochzeitsnacht zusammen. Durch die verschiedenen Erzählhaltungen stellt der Autor einen effektvollen Spannungsbogen zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiver Wiedergabe her.
Wirkung: Als der Roman kurz nach seinem Erscheinen für den Prix Goncourt vorgeschlagen wurde, erklärte Alain-Fournier, ihm sei es lieber, wenn der Roman gelesen werde. Doch die Suche eines jungen Mannes nach der Traumwelt seiner Jugend konnte die Zeitgenossen nicht begeistern. Zu sehr standen sie unter dem Einfluss des drohenden Kriegs, als dass sie sich auf eine irreal anmutende Welt einlassen wollten. Erst nach 1920 faszinierte die deutliche Bildersprache die Leser. S. W.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Timo Brandt TOP 500 REZENSENT am 25. Februar 2010
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
...die einfachen Freuden der Zeit.

Der Autor Henri-Alain Fournier fiel 1914 bei Verdun. Der große Meaulnes blieb sein einziges Werk.

Francois, der Erzähler der Geschichte, lebt in einem kleinen Dorf in Frankreich. Sein Dasein dort ist ruhig, eintönig und friedlich. Sein Vater ist der Lehrer im Ort, Francois selbst geht noch zu Schule. Das Leben dieses friedlichen und ausgeglichenen, einfachen Menschen ändert sich abrupt, als ein neuer Junge auf die Schule kommt. Der Junge, den sie bald nur noch den 'großen Meaulnes' nennen, freundet sich mit Francois an, bringt mit seinem Unternehmungsgeist Schwung in das Dorfleben und ist auch ansonsten eine besondere Seele. Als es gilt die Großeltern seines Freundes vom Bahnhof abzuholen, stibitzt er kurzerhand einen Wagen und fährt mit ihm davon. Doch statt an den Bahnhof zu kommen, verschlägt es Meaulnes auf einen geheimnisvollen Landsitz, auf dem eine merkwürdige, in der Beschreibung gar rätselhafte Hochzeit gefeiert wird, die auch für Meaulnes selbst zu einer Schicksalsnacht werden wird.

Die Geschichte ist vielschichtig aufgebaut. Francois ist zwar der Erzähler, aber oft lässt Fournier uns trotzdem durch die Augen Meaulnes sehen. Die Erzählung über das Fest auf der Hochzeit zum Beispiel ist ein Bericht von Meaulnes, der ihn Francois des Nachts erzählt. Gleichzeitig liegt die ganze Geschichte über immer etwas im Schatten; Handlungen von denen der Leser erst sehr spät erfährt und die das Ganze wieder andersherum beleuchten; die Stimmung ist manchen Hesse Büchern ähnlich, etwa dem Steppenwolf, mit seiner Verbindung aus Traum und Realität, die sich gegenseitig ergänzen.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von dibegup am 2. Februar 2009
Format: Gebundene Ausgabe
Der Roman entläßt seinen Leser am Ende in eine entlegene, melancholisch einsame, doch auch wundersame Stimmung, in die er dank des Ich-Erzähler François Seurel einen Blick hat werfen dürfen. Dieser, zu Beginn des Romans ein 15jähriger Schüler, erzählt zunächst als Außenstehender über die tief verborgenen Sehnsüchte seines um zwei Jahre älteren Freundes Augustin Meaulnes, der ihn von der ersten Begegnung an fasziniert und dessen Träume auch für sein Leben bestimmend werden.

Der Roman spielt in einem ärmlichen Dorfmilieu im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts. Augustin Meaulnes ist von Anfang an ein Außenseiter, der sich bei einem Ausflug im Winter verirrt und dabei auf phantastische Weise seiner großen Liebe in Gestalt einer unerreichbar erscheinenden jungen Frau auf einem fremden Gutshof begegnet, Yvonne de Galais. Sie wiederzusehen, wird von da an sein großes Ziel.

Die innere Not des Augustin Meaulnes bleibt auch am Ende des Romans eigewillig rätselhaft, weil sie nicht durch die äußeren, durchaus komplizierten Verstrickungen entsteht, sondern von Anfang an immanent im Charakter des großen Meaulnes schlummert. Der ganze Roman ist im Grunde das Bild einer nach außen gewendete Seelenlandschaft, das durchaus unlogische innere Gespinst eines Menschen, der sein Glück nicht leben kann. François Seurel deckt diese geheimnisvolle Seele für den Leser auf und der Leser lernt diesen seltsamen Meaulnes zu lieben.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 11. Dezember 1999
Format: Taschenbuch
Die französischen Schüler sind zu beneiden, müssen sie doch so schöne Bücher wie "Der große Meaulnes" lesen, während wie uns mit den schwersten Brocken der deutschen Klassik herumschlagen mußten.
Der Erzähler, Seurel, teilt uns die Geschichte in der Rückschau mit. Er ist Schüler eines Internats in der Sologne, einen verschlafenen französichen Landstriches. Meaulnes ebenso. Irgendwann im Winter verläuft dieser sich, landet irgendwo im Wald in einem Schlößchen. Dort findet eine Hochzeit statt, die Gäste sind alle Kinder. Alles wartet auf die Braut, die nicht kommt. Meaulnes verliebt sich in die Schwester des Bräutigams.
Nach langer Zeit findet er sie wieder, heiratet sie. Doch bald verläßt er sie wieder, um mit ihrem Bruder Frantz wegen eines kindlichen Schwures nach dessen Braut zu suchen. Der ist ein Träumer, noch ganz Kind, nie erwachsen werden wollend. Darum geht es in diesem Buch, um das Erwachsenwerden, den Übergang von der Welt der Träume in die der Wirklichkeit. Alles ist spannend geschrieben, erst nach und nach erfährt man von den Geschehnissen der Nacht. Eine wunderbare melancholische Stimmung, die man von grauen Wintertagen kennt, liegt über allem. Das Buch ist schön anzuschauen und mit stimmungsvollen Bildern ausgestattet. Es wird nicht nur Schülern gefallen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Fosch Markou am 11. Mai 2003
Format: Gebundene Ausgabe
Als 'Der große Meaulnes" 1913 erschien, wurde Alain-Fournier für den Prix Goncourt vorgeschlagen. Berühmtheit erlangte das Buch jedoch erst nach dem Weltkrieg. 'Der große Meaulnes" ist eine sensible Geschichte über jugendlichen Aufstand und die Schrecken des Erwachsenwerdens in Zeiten einer neuen Weltordnung. Vor allem aber ist es ein Gesang auf die Freiheit der Kindheitstage, das Glück einer Welt, das keine Grenzen kennt, die verzehrende Leidenschaft der ersten Liebe. Insofern steht 'Der große Meaulnes" in seiner beschwörerischen Kraft und der sanften Sprache in einer Reihe mit französischen Vergangenheitspoeten wie Proust und Cocteau.

Die Fragilität, mit der die Figuren, allen voran Augustin Meaulnes und der Ich-Erzähler Franz Seurel, beschrieben werden, machen einen wesentlichen Charme dieses Buches aus. Alain-Fournier hält sich an die großen französischen Tugenden des Erzählens. Ein meisterhaftes Stück schöner Literatur.
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