Der durch Öl zu seinem Vermögen gekommene General Guy Sternwood wird erpresst. Vor wenigen Tagen erhielt der alte General mit der Post 3 Schuldscheine über je 1000 Dollar, die von seiner Tochter Carmen unterschrieben sind. Privatdetektiv Philip Marlowe wird engagiert, um den Fall aufzuklären. Absender der Schuldscheine scheint Arthur Gwynn Geiger zu sein, ein Buchhändler. Doch bevor sich Marlowe zu ihm aufmachen kann, wird er von Vivian, der anderen Tochter des Alten, aufgehalten. Sie stellt ihn zur Rede, geht jedoch davon aus, Marlowe würde nach ihrem kürzlich verschwunden Ehemann und ehemaligen Schnapsschmuggler suchen. In Geigers Geschäft entdeckt Marlowe schließlich dass der dortige Angestellte nur sehr wenig von Büchern versteht, man aber insgeheim neben seltenen Büchern und Luxusausgaben ein weit regeres Geschäft mir Pornografie zu betreiben scheint. Marlowe beginnt Geiger zu beschatten und findet überraschenderweise eine von Drogen benebelte Carmen Sternwood bei einem sehr pikanten Fotoshooting in Geigers Haus. Doch als Schüsse fallen kann der Detektiv nicht ausmachen, wer Geiger erschossen hat und schon bald wird auch der Familienchauffeur der Sternwoods tot aufgefunden, mit seinem Dienstwagen versenkt...
Mit Philip Marlowe hat Raymond Chandler einen Prototypen moderner Krimiermittler geschaffen. Ein Mann in einer unmoralischen Welt, der versucht sich seine Ideale zu bewahren und das richtige zu tun. Der 1939 erschienene große Schlaf war Raymond Chandlers erster Kriminalroman und gilt bis heute als Klassiker der hardboiled Krimis, dem Privatdetektivgenre, in dem sich diese hartgesottenen freien Ermittler auf Fälle stürzten bei denen sie nicht immer mit einem Happy End rechnen dürfen und dabei selbst meist Randexistenzen sind. 1946 wurde "Der große Schlaf" bereits mit Humphrey Bogart als "Tote schlafen fest" verfilmt. Das Genre drängte immer öfter auch auf die Leinwand, was den Ruf so mancher Schwarz-weiß-Klassiker begründet hat. Heute sind die Erlebnisse eines Philip Marlowe nicht mehr das was sie damals waren, in einer Welt die Hannibal Lecter bereits hinter sich hat und in der es eine Mo Hayder gibt. Dennoch beeindruckt Raymond Chandlers Stil noch heute, nicht zuletzt dank einem überraschenden Ende. Grenzen zwischen "Gut" und "Böse" sind schwer zu ziehen, es geht nicht rein um eine Suche wer der Täter ist und woraus seine Motive resultieren, denn der Ermittler muss sich zunächst überhaupt einmal selbst klar werden was für einen Fall er da ermitteln soll. Ähnliches fragt sich auch der Leser, wodurch man sich Philip Marlowe sehr verbunden fühlt, dank der Ich-Perspektive lebt man mit dem Detektiv und erfährt auch erst auf den letzten Seiten die Lösung des Rätsels und Titels.
Fazit:
Zurecht ein Klassiker, der auch heute noch eine spannende Lektüre ist.