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Der grüne Heinrich. Zweite Fassung [Taschenbuch]

Gustav Steiner , Gottfried Keller
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

Oktober 1993
Ein verspäteter Romantiker, der unbedingt Künstler werden will; einer, der vor lauter Sehnsucht und Ambition nicht die bürgerliche Kurve kriegt; ein ganz attraktiver Kerl zwar, aber einer, der sich nicht entscheiden und schon gar keine Verantwortung übernehmen will – nein, das ist nicht die Beschreibung eines Mittdreißigers der Generation Praktikum. Es ist die Hauptfigur aus Gottfried Kellers großem Roman ›Der grüne Heinrich‹. Der vorliegenden Ausgabe liegt nicht die ›erwachsenere‹ Spätfassung, sondern die viel ›grünere‹, sprich: wildere Erstfassung aus dem Jahr 1854/55 zugrunde.

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.

Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 944 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 8., Aufl. (Oktober 1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257226411
  • ISBN-13: 978-3257226416
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,1 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 275.608 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der grüne Heinrich
OA 1854 / 55 (erste Fassung) Form Roman Epoche Realismus
Die Erstfassung des Grünen Heinrich zählt zu den bedeutendsten Bildungs- und Entwicklungsromanen des 19. Jahrhunderts. Mit für die Entstehungszeit ungewöhnlicher psychoanalytischer Klarsicht verarbeitete Gottfried Keller im Gewand des Künstlerromans autobiografische Erfahrungen.
Entstehung: Die Genese des Romans zog sich vom Vormärz über die Revolution von 1848/49 und die anschließende Phase der Restauration hin. Schon 1842 hatte Keller erste Pläne zu diesem Roman gefasst. 1846/47 begann er in Zürich mit der Niederschrift, doch erst nach seiner Übersiedelung nach Berlin (1850) fand er einen Verleger für den Grünen Heinrich. Unter Produktionsdruck vollendete er zwischen Juli 1851 und Oktober 1853 die ersten drei Bände. Der vierte Band erschien erst 1855.
Inhalt: Heinrich Lee, seit frühester Jugend Halbwaise, wird in einer fiktiven Schweizer Stadt – gemeint ist Kellers Geburtsstadt Zürich – von der Mutter großgezogen. All ihre Ersparnisse verwendet Frau Lee auf die Ausbildung ihres schon früh zur Kunst neigenden Sohns. Heinrich zieht in die Residenzstadt München, um Landschaftsmaler zu werden. Allmählich erkennt er sein mangelndes Talent. Das berufliche Scheitern geht einher mit einer Reihe unglücklich verlaufender Liebesgeschichten, die ihn zunehmend isolieren. Gerade als sein Leben eine gute Wendung zu nehmen scheint – Heinrich begegnet einem reichen Grafen, der sein Gönner wird, und verliebt sich in dessen Mündel Dortchen –, ist es einmal mehr sein Zaudern, das einen glücklichen Ausgang verhindert. Nachdem die Mutter kurz zuvor aus Gram über sein Ausbleiben und ihren wirtschaftlichen Ruin gestorben ist, erkennt der grüne Heinrich – die Farbe Grün ist Symbol für Jugend und Hoffnung, aber auch für die bei aller Einsicht geistige und emotionale Unreife des Protagonisten – sein vergeudetes Leben. Auch er stirbt an gebrochenem Herzen.
Aufbau: Der Roman ist in vier Bücher gegliedert. Die erste Hälfte umfasst die »Jugendgeschichte«, die Keller als »Vorspiel des ganzen Lebens« anlegte, und ist aus der Perspektive Heinrichs erzählt. Mit dem 4. Kapitel des dritten Bands wechselt der Erzähler in die dritte Person. Mehrmals ändert sich der Grundton: Lange, wortreiche Reflexionen zu Philosophie, Kunst, Ethik und Politik stehen unvermittelt neben von der Handlung scheinbar losgelösten Einschüben. Einige Passagen sind in epischer Breite angelegt, während Schlüsselereignisse wie der Tod Heinrichs und seiner Mutter mit äußerster Knappheit geschildert werden und dadurch umso intensiver wirken.
Wirkung: Trotz günstiger Beurteilungen war Der grüne Heinrich kein Erfolg. Zwischen 1878 und 1880 arbeitete Keller an einer Neufassung, die dem Roman eine einheitliche autobiografische Form gab. Die wechselnde Perspektive wurde durch einen durchgängigen Ich-Erzähler ersetzt. Die langen Reflexionen und Exkurse strich Keller ebenso wie die Polemiken gegen Kirche und Staat. Auch inhaltlich bestehen Abweichungen. Der von den politischen und persönlichen Verhältnissen diktierte resignative Grundton des »Ur«-Heinrich wich in der Zweitfassung einem versöhnlicheren Weltbild, das dem arrivierten sozialen Status des inzwischen berühmten Autors ebenso Rechnung trug wie dem veränderten Publikumsgeschmack. Heute gilt die erste Fassung allgemein als die literarisch Überlegene und als Vorläufer des modernen psychologischen Romans.

Buchrückseite

Heinrich Lee, der seiner stets gleichfarbigen Kleidung wegen in seiner Kindheit der »grüne Heinrich« genannt wird, wächst als Sohn eines früh verstorbenen Handwerksmeisters in der Obhut seiner treusorgenden Mutter auf. Wegen eines harmlosen Vergehens von der Schule verwiesen, sucht er sich zum Landschaftsmaler auszubilden. Mehrere Aufenthalte bei Verwandten auf dem Land lassen zwischen ihm und seiner Base Anna eine zarte Jugendliebe entstehen; gleichzeitig tritt die schöne Judith in sein Leben, die seine erwachende Sinnlichkeit herausfordert. Annas früher Tod veranlaßt ihn, der Verstorbenen lebenslange Treue zu geloben und der Verbindung mit Judith zu entsagen. Seine Versuche, in einer großen deutschen Kunststadt (gemeint ist München) eine Existenz als Künstler zu begründen, scheitern. Verarmt und heruntergekommen, beschließt er endlich, zur Mutter zurürckzukehren, findet jedoch sie, die die Sorge um ihn zermürbt hat, nicht mehr am Leben vor. Trostlose innere Leere ergreift von ihm Besitz, bis er nach kurzer Zeit an einer Krankheit stirbt. - Dies ist in wenigen Worten die Fabel der ersten Fassung (1854/55) von Gottfried Kellers Roman Der grüne Heinrich, dem neben Grimmelshausens Simplicissimus, Wielands Agathon, Goethes Wilhelm Meister und Stifters Nachsommer bedeutendsten deutschsprachigen Entwicklungsroman -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Einleitungssatz
Mein Vater war ein Bauernsohn aus einem uralten Dorfe, welches seinen Namen von dem Alemannen erhalten hat, der zur Zeit der Landteilung seinen Spie dort in die Erde steckte und eineq Hof baute. Lesen Sie die erste Seite
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Kundenrezensionen

2.8 von 5 Sternen
2.8 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Weltliteratur, die dieses Prädikat verdient. 11. Januar 2012
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Mit der Absicht mir wieder einmal einen wirklich historischen Roman zu Gemüte zu führen, mit dieser Intension bin ich rangegangen.
Ich wollte keinen Roman lesen, in dem, ausgehend von der heutigen Vorstellung, fiktiv versucht wird, die Vergangenheit darzustellen, gerade so, wie es der Fantasie nach wohl gewesen sein könnte, auch wenn sich dafür an den verfügbaren Quellen entlang orientiert wurde. Nein! Ich wollte vor allem eine authentisch verfasste Geschichte aus der damaligen Zeit erleben, ein Original.

Dafür hatte ich mir die zweite Fassung des Romans vorgenommen, in dem der gesamte Stoff aus Heinrichs Ich-Perspektive geschildert wird, und wonach die Geschichte entgegen der tragischeren Urfassung zu einem versöhnlichen Ende findet.

Ich ahnte schon vorher: "Der grüne Heinrich", das wird ein Brocken. Ich hatte recht, aber ich wurde alles andere als enttäuscht.

Was einem zuerst auffällt, ist die antiquierte Ausdrucksweise, doch das darf sie durch die Authentizität natürlich auch sein.
Ich musste immer wieder schmunzeln, ob über obsolete Bezeichnungen und Umschreibungen wie auch über die ein oder andere genial getroffene altdeutsche Wortkreation.
Gottfried Keller besticht im "Grünen Heinrich" neben dem, was im Roman dargestellt wird, durch höchste Sprachkunst. Seine Sätze in brillantem Deutsch sind mitunter die reinsten Kompositionen und erzeugen geradezu eine Melodie. Fast jeder einzelne Satz tut das wohlgemerkt!

Natürlich muss man sich explizit Zeit für diese Lektüre nehmen. (Ich habe an dem Roman Stück für Stück ein dreiviertel Jahr lang gelesen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Herausspinnen aus der Erfindungskraft 16. Februar 2011
Format:Taschenbuch
Der grüne Heinrich ist stark autobiographisch geprägt. Die zweite Fassung ist eine reine Ich-Erzählung: Heinrich Lee verliert in jungen Jahren den Vater und wächst unter mütterlicher Obhut auf. Seine Einbildungskraft kompensiert -. nach dem Verweis von der Schule - die bedrückende Wirklichkeit. Während der Aufenthalte bei ländlichen Verwandten entfaltet sich seine Liebe zu Anna und Judith.
Anna spricht den "besseren geistigeren Teil" an, während er in der älteren und sexuell erfahrenen Judith leibhafter Wirklichkeit begegnet. Nach dem Tod der kränklichen Anna scheidet er auch von Judith, die nach Amerika auswandert. In München versucht er, als Kunstmaler Karriere zu machen. Aber seine Versuche sind einerseits in einem leblosen Detailrealismus befangen, andererseits sind sie bloß das "Herausspinnen einer fingierten, künstlichen, allegorischen Welt aus der Erfindungskraft". Entmutigt beschließt Heinrich, in die Schweiz zurückzukehren. Unterwegs lernt er Dortchen Schönfund kennen, bringt es aber nicht über sich, ihr seine Liebe zu erklären. Zu Hause angelangt, findet er die Mutter dem Sterben nahe. Er sucht seine Schuldgefühle abzutragen, indem er ein Amt übernimmt. Mit der aus Amerika zurückgekehrten Judith verbindet ihn weiterhin enge Freundschaft. So findet die zweite Fassung ihren versöhnlichen, wenngleich melancholischen Ausgang.
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18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Juwel mit Längen 3. Juli 2008
Von helmut seeger TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Dies ist die Geschichte des Heinrich Lee (wegen seiner armutsbedingten immergrünen Kleidung in der Jugend "grüner Heinrich" genannt), der in einer schweizer Kleinstadt aufwächst, sich entschließt, Künstler zu werden, aber, jahrelang subventioniert von seiner Mutter, in München scheitert und, doch noch wohlhabend geworden, in die Heimat zurückkehrt, wo er seine Mutter aber nur noch sterbend vorfindet. Der Roman endet dennoch versöhnlich und positiv, da sich der Ex-Künstler im öffentlichen Dienst verdingt und schließlich mit der Frau, die ihn schon als Jungen liebte, eine relativ freie und ungebundene Beziehung eingeht.

"Der grüne Heinrich" ist ein Juwel unter den deutschen Romanen. Häufig ist er auch in Sammlungen wie "100 Werke der Weltliteratur" zu finden. Und das nicht zu Unrecht.
Mit diesem Urteil ist wohlgemerkt die zweite Fassung des Romans gemeint, die der Autor selber in jahrelangem Ringen in die vorliegende vollendete künstlerische Form gebracht hat. Versuche, die erste Fassung dieses Romans, die unter Zeitdruck entstand und erhebliche gestalterische Mängel aufwies, zur literarisch besseren zu erklären, hat Keller verärgert zurückgewiesen. Außerdem unterscheidet sich der Schluss der beiden Fassungen erheblich. Während Keller den "Helden" im ersten Romanentwurf aus Zeitnot sterben lassen musste, entwickelt er im zweiten einen wunderbar lebensbejahenden Schluss (siehe unten).

Der Roman bietet ergreifende und malerische Sequenzen im Dutzend und berührt oft das Innerste - nicht umsonst hat der Autor darauf hingewiesen, dass wohl keine Seite dieses Werks nicht auf tiefst empfundenen eigenen Gefühlen beruhe.
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