Ich habe mich über dieses Buch geärgert. Die Autorin skizziert die meisten Figuren nur schwach, die Akteure verhalten sich merkwürdig, so ist z.B. nicht erklärt, warum es für die Schwägerinnen des Protagonisten nichts Schöneres gibt, als ihm und ihrer Schwester den Haushalt zu führen, und warum er es selbst nicht tut. Zuviel bleibt im Dunkeln und verworren, nebelhaft. Die Autorin erzeugt die Spannung ausschließlich dadurch, daß im Handlungsverlauf um Sinas Geheimnis bzgl. Charakter und Vergangenheit verschiedene Theorien vorgestellt werden, von denen man hofft, am Ende des Buches endlich die Auflösung zu erfahren. Man wird jedoch enttäuscht, denn eine zufriedenstellende Auflösung unterbleibt. Die verschiedenen Erklärungsansätze werden nicht wieder aufgegriffen. Die Story hätte gut sein können, wenn jede Person sorgsamer vorgestellt worden wäre, wenn die Verhaltensweisen der Figuren (wenigstens am Schluß) transparenter geworden wären, kurz: wenn die Autorin sich etwas mehr Mühe gegeben hätte. Alles wirkt wie eine Bleistift-Skizze zu einem vielleicht sehr schönen Gemälde. Die Mystik hat mich nicht gestört, denn meine Lieblingsautorin I. Allende arbeitet ebenfalls viel mit Mystik, aber hier wirkt sie an "den Haaren herbeigezogen" und unlogisch.