Was mich am meisten an den Büchern von Sabine Kornbichler begeistert, ist die Intensität mit der sie Gefühle zum Ausdruck bringt. In all ihren Büchern habe ich ein Stückchen von mir gefunden. Vielleicht eigene Erlebnisse, Erfahrungen, Gedanken, Träumereien. Und auch in diesem Buch hat Frau Kornbichler es wieder einmal geschafft, mich ein Stück weit selber zu sehen.
Drei Freundinnen, die sich wie Schwestern fühlen, verstehen sich zunächst prächtig und gehen viele Jahre durch dick und dünn. Doch nachdem Ariane den Freundinnen mitteilt, dass der Vater ihrer Tochter gar nicht der richtige Vater ist, fragt man sich sehr schnell "Was ist wahr und was nicht?" Und vor allem "Kann diese Freundschaft dieser Wahrheitsprüfung standhalten"?
Frau Kornbichler beschreibt in ihrer einfühlsamen Art, wie Sophie sich auf den Weg macht, den Vater von Svenja zu finden. Sehr spannend geschrieben, lernen wir mit ihr zusammen Menschen kennen, die sich zunächst untereinander fremd sind. Aber immer mehr und mehr setzt sich ein Netz zusammen, aus dem Sophie nicht mehr zu entrinnen scheint. Das Lügennest wird größer und größer bis zum Schluss der Vorhang fällt und die Wahrheit ans Licht kommt. Eine Wahrheit, mit der ich bis kurz vor der Eröffnung nicht gerechnet hätte.
Wie alle Bücher von Sabine Kornbichler, wird auch dieses hier einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal finden. Kaum eine deutsche Autorin schreibt gleichzeitig so spannend, fesselnd, mitreißend und doch so gefühlvoll, dass man das Buch mit einer Gänsehaut schließt und sich fragt "Wie geht es wohl weiter mit den Hauptdarstellern dieses Buches?" Die Geschichte wird mich sicher noch ein paar Tage verfolgen.