Das Buch "Der germanische Götterhimmel" ist ein Bildband, der die 81 Illustrationen, die bereits aus dem Werk "Weltenesche-Eschenwelten" bekannt sind, erstmals in einer ansprechenden Größe, die auch Details erkennen lässt, UND in Farbe präsentiert. Ausserdem hat Voenix für jedes der 81 Kapitel zusätzlich eine Zeichnung angefertigt, die einen Bezug zu dem entsprechenden Mythos hat.
Jedes Kapitel beschäftigt sich auf zwei Seiten (eine Bildseite und eine Textseite) mit den Gestalten der germanischen Mythologie, geordnet nach den Schwerpunkten "Haupt- und Nebengötter", "Odins Gestalten, Helfer, Attribute und Abenteuer", "Menschen, Zwerge und andere Gestalten", "Riesen", "Die Heldensage", "Tiere innerhalb der Schöpfungslehre" sowie "Entstehung der Welt und Göttergeschick".
Die Bilder sind natürlich immer Geschmackssache, trotzdem möchte ich hier nun kurz darauf eingehen: Die Illustrationen sind in einem comichaften Stil gezeichnet. Voenix ist auf jeden Fall ein talentierter Künstler, und viele Zeichnungen fand ich sehr ansprechend. Andere wiederum gefielen mir gar nicht, hier wirken die Gesichter tatsächlich sehr maskenhaft und nicht besonders ausdrucksvoll. Männer werden mit einem plakativen "Böse-Schurken"-Gesicht dargestellt, Frauen in sexuell anmutenden Posen und immer mit prallen Formen, wodurch manchmal der Archetyp wirklich entstellt wird. Zum Beispiel "Eir, die Pflegende" macht nicht wirklich einen pflegenden Eindruck. Die Figuren wirken also manchmal einfach zu flach und zu wenig lebendig. Jedoch hat mir vor allem die Darstellung der meisten Haupt-und Nebengötter, der Gestalten Odins und der Tiere innerhalb der Schöpfungslehre wirklich sehr gut gefallen.
Auch was die Texte angeht bleibt ein zwiespältiger Eindruck. Ich kann mich hier einem Vorredner anschließen, der bemerkte, dass sie für den Einstieg in das Thema einfach zu subjektiv sind, und für den Fortgeschrittenen zu wenig Informationen enthalten. Natürlich liegt das Hauptaugenmerk bei diesem Band nicht auf den Texten, diese sollen bloß in komprimierter Form die wichtigsten Informationen wiedergeben, aber das gelingt Voenix nicht immer so gut. Mit seinen eigenen persönlichen Meinungen und Interpretationen, die natürlich subjektiv ist, hätte er sich manchmal mehr zurückhalten können. Man merkt auf jeden Fall deutlich den Bezug des Autors zur Esoterik. Natürlich ist nichts schlechtes daran, wenn der Autor die esoterische Interpretation des Mythos angibt, jedoch sollte er diese auch als solche kennzeichnen.
Ich würde jedem empfehlen, sich das Buch vor Kauf erst einmal anzuschauen, und dann zu entscheiden, ob die Bilder und die Texte einen ansprechen oder eher nicht.
Ich gebe dem Buch trotz der oben genannten Kritikpunkte noch 3 Sterne.